Vergessenes Moskau: Reize und Eigenheiten eingefangen im Jahr 1935

Der norwegische Fotograf Eirik Sundvor hielt 1935 Bilder aus dem sowjetischen Moskau fest. Viele seiner Fotos bewahrt das Municipal Archives of Trondheim. Trondheim ist Norwegens drittgrößte Stadt, auch bekannt unter seinem früheren Namen Nidaros. Diese Fotos zeigen die russische Hauptstadt in einer Weise, von denen viele zeitgenössische Einwohner kaum eine Vorstellung haben: zweistöckige Holzhäuser, Pferdekutschen anstelle der heutigen Autos und kommunistische Paraden auf dem Roten Platz...

Der norwegische Fotograf Eirik Sundvor hielt 1935 Bilder aus dem sowjetischen Moskau fest. Viele seiner Fotos bewahrt das Municipal Archives of Trondheim. Trondheim ist Norwegens drittgrößte Stadt, auch bekannt unter seinem früheren Namen Nidaros. Diese Fotos zeigen die russische Hauptstadt in einer Weise, von denen viele zeitgenössische Einwohner kaum eine Vorstellung haben: zweistöckige Holzhäuser, Pferdekutschen anstelle der heutigen Autos und kommunistische Paraden auf dem Roten Platz...

Trondheim Municipal Archive
Eirik Sundvor (1902 - 1992) arbeitete von 1924 bis 1940 und von 1945 bis 1957 als Journalist für die Norwegische Zeitung „Nidaros“. Während des Zweiten Weltkriegs floh er mit seiner Frau nach England.
In London arbeitete er in der Redaktion der Norsk Tidend, der offiziellen Zeitung der norwegischen Exilregierung. 1957 kehrte er nach Bergen zurück, wo er als Korrespondent der Zeitung Dagbladet tätig war.
Am 15. Mai 1935 wurde die erste Linie der Moskauer Metro eingeweiht. Sie verband die Station Sokolniki und den Gorki-Park (Station Park Kultury) und führte dabei durch das Areal von Kreml und Rotem Platz.
Der Schriftzug auf der Tafel: „Hier werden jeden Abend von 6.00-9.00 Uhr politische Gespräche und Beratungen zum zweiten Fünfjahrsplan abgehalten.“
Ein Aufmarsch auf dem Roten Platz. Zu sowjetischen Zeiten fanden zu vielen Anlässen Versammlungen und Demonstrationen statt. Zumeist verherrlichten sie die Regierung und die kommunistische Partei. Auch die Eröffnung der Moskauer Metro wurde mit einer Massenveranstaltung und tosendem Applaus begrüßt
Am 25. November wurde der erste rubinrote Kremlstern auf dem Erlöserturm angebracht.
In der Zarenzeit waren die Kremltürme von zweiköpfigen Adlern geschmückt. Nach der Machtübernahme durch die Bolschewiki drängte Wladimir Lenin auf ihre Demontage. Aus verschiedenen Gründen konnte Lenin sich zu diesem Zeitpunkt mit seinem Wunsch jedoch nicht durchsetzen.
Erst 1935 wurden die ersten roten Sterne, verziert mit Gold und Edelsteinen aus dem Ural, nach speziellen Regierungsanweisungen hergestellt. Vor ihrer Installation hatten alle Sowjetbürger die Gelegenheit, sie im Gorki-Park zu bestaunen.
Im gleichen Jahr kam Oleg Tabakow, Schauspieler und künstlerischer Leiter des Tschechow-Kunsttheater Moskau in Russland zur Welt.
„Das Leben ist besser, das Leben ist glücklicher geworden!” – so lautete eine weit verbreitete Version einer Phrase, die zuerst Josef Stalin auf der Ersten Unionsberatung der Stachanowleute am 17. November 1935 verkündet hatte.
Dieses Foto entstand im Gorki-Park für Kultur und Erholung – unter diesem Namen wurden in 10 sowjetischen Städten Parks eröffnet.
In diesem Park fanden viele Massenveranstaltungen und Ausstellungen statt. Im Jahr 1932, zu Ehren des 40. Jahrestages der Gemeinschaft und des literarischen Werkes von Alexej Maximowitsch Gorki, bekam der Park seinen Namen. Seitdem heißt er Gorki-Park.
Der Gorki-Park wurde 1928 eröffnet. Er befindet sich an der Straße Krymski Wal, auf der der Metrostation Park Kultury gegenüberliegenden Uferseite. Der Park wurde nach Plänen von Konstantin Melnikow, einem weltweit bekannten avantgardistischen und konstruktivistischen Architekten, angelegt.
Eine logische Konsequenz des Konstrukts des Eisernen Vorhangs ist das am 9. Juni 1935 von Josef Stalin erlassene Gesetz. Das Überschreiten der Grenze galt von nun an als Verbrechen, das mit dem Tode bestraft wurde. Das Gesetz legte darüber hinaus fest, dass auch die Verwandten des Rechtsbrechers als Kriminelle zu betrachten waren.
Im Jahr 1935 verkaufte die Sowjetunion ihren Abschnitt der chinesischen Fernost-Eisenbahn, der durch die Mandschurai verlief, an Japan.
Der zwischen Frankreich, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei für fünf Jahre abgeschlossene Beistandspakt wurde auch im Jahr 1935 unterzeichnet.