Wladimir, Hauptstadt der Bauwerke aus weißem Stein

Wladimir, einst Zentrum der nordöstlichen Rus, liegt 176 Kilometer östlich von Moskau an den Ufern des Flusses Kljasma. Die Stadt wurde 1108 von Wladimir Monomach, dem ersten russischen Zaren, gegründet. Die ersten Siedlungen in der Region des späteren Wladimir entstanden jedoch bereits 30.000 Jahre vor unserer Zeit. Das haben Grabungen in der archäologischen Fundstätte Sungir ergeben.
Wladimir erreicht man mit einem Regionalzug von dem Moskauer Kursker Bahnhof, mit dem Bus von der Metro-Station Schtschjolkowskaja, dem Hochgeschwindigkeitszug Sapsan oder mit dem Auto über die Gorkier Chaussee.
Die Stadt beherbergt eine Menge kleiner Hotels. Man kann auch ein Appartement mieten. Zwei Tage reichen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wladimir ist so ein hervorragendes Ziel für einen Wochenendtrip.
Die Demetriuskathedrale ist ein architektonisches Denkmal des Fürstentums Wladimir-Susdal der vormongolischen Epoche, in der vornehmlich mit weißem Kalkstein gebaut wurde. Großfürst Wsewolod III. hatte sie in den Jahren 1194-1197 errichten lassen. Die Kathedrale ist berühmt für ihre in weißen Stein gemeißelten Verzierungen. Ihre Mauern schmücken mehr als 600 Reliefs, auf denen Heilige sowie mythische und reale Tiere abgebildet sind.
Bevor das russische Machtzentrum sich nach Moskau verlagerte, war die Mariä-Entschlafens-Kathedrale historisch die wichtigste Kirche des Fürstentums Wladimir-Susdal.
1408 schmückte ein aus Moskau entsandter Künstler, der berühmte Andrei Rubljow, die Mariä-Entschlafens-Kathedrale mit Fresken. Seine Fresken sowie Fragmente von Gemälden aus dem 12. Jahrhundert haben bis in unsere Tage überlebt.
Das Christi-Geburt-Kloster ist eines der ältesten Klöster Russlands. Es wurde 1191, in der Blütezeit des Großherzogtums Wladimir-Susdal, gegründet. Heute ist es das zweitberühmteste Kloster nach dem Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad.
Das Museum für Kristallkunst, Lackminiatur und Stickerei ist in der Dreifaltigkeitskirche der Altgläubigen untergebracht, die zwischen 1913 und 1916 in der Nähe des Goldenen Tors gebaut wurde.
Ein Denkmal für den Großfürsten von Kiew Wladimir I., der 988 über den Baptismus wachte. Der Bildhauer Sergej Isakow schuf dieses 2007 errichtete Denkmal. Neben Wladimir ist Fjodor der Heilige zu sehen, der einer Legende zufolge den Fürsten zum Christentums konvertierte.
Der Puschkin-Park mit Aussichtsplattform erstreckt sich vor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale.
Eine dauerhaft befahrbare Brücke über die Kljasma wurde 1960 gebaut. Zuvor waren die beiden Flussufer durch eine Holzbrücke verbunden, die im Frühjahr in der Zeit des Hochwasser demontiert wurde.
Obwohl Wladimirs architektonische Denkmäler gut erhalten sind, lebt die Mehrzahl der Einwohner dieser Stadt in maroden Häusern aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

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