Sportstätten der Olympia 1980 in Moskau: Fremdlinge aus der Vergangenheit

Einige gehen sogar so weit zu sagen, dass sich die Sowjetunion niemals vollständig von den Kosten für die Olympischen Spiele erholt habe und das dies einer der Gründe für ihren Zusammenbruch gewesen sein könnte. // Hallenbad im Sportkomplex Olimpijski
Die Gebäude der Olympischen Spiele, größtenteils zwischen 1875 und 1978 errichtet, zu einer Zeit, zu der noch Optimismus und Hoffnungen auf eine gute Zukunft herrschten, waren ein Ausdruck für den Wohlstand und die Macht des Sowjetstaates. // Innenansicht der kleinen Choreographiehalle im Sportkomplex Olimpijski
Bis 2014 wurde das Word “Olympia” in Russland größtenteils mit den Olympischen Spielen 1980 in Moskau in Verbindung gebracht. // Innenansicht des Hallenbads im Sportkomplex Olimpijski
Während man die Kosten der Olympischen Winterspiele in Sotschi berechnen kann, bleiben die genauen Ausgaben der Olympischen Spiele 1980 aufgrund der Besonderheiten der sowjetischen Planwirtschaft unbekannt. // Innenansicht der Reitanlage im Bitza-Park
Es wird angenommen, dass die Olympischen Spiele 1980 beinahe gescheitert wären. Die Gründe: unvorhergesehene Kostensteigerungen, Verzug im Bauplan (einige der Sportstätten wurden offenbar erst ein Tag vor Beginn der Wettkämpfe fertiggestellt), Sicherheitsfragen nach den Olympischen Spielen in München und Angst vor einer politischen Sabotage durch die “rivalisierenden kapitalistischen Regimes”. //Arena und Raum für Richter beim künstlichen Kanal in Krylatskoje. Der Kanal diente als Austragungsort für Kanu- und Ruderwettbewerbe.
Die Olympischen Spiele 1980 waren das letzte Großereignis, das in der Sowjetunion stattfand, das letzte große Unterfangen, die Überlegenheit des sowjetischen Regimes und der kommunistischen Ideologie unter Beweis zu stellen. // Die Schüssel für das olympische Feuer in der großen Arena des Sportkomplexes Luschniki und der olympische Bär Mischa, Symbol der Olympischen Spiele 1980, als ein Denkmal im Stadion Luschniki.
Das Erbe der Olympischen Spiele in Moskau dient als Beispiel dafür, was mit Olympiastätten in einem Zeitraum von 30 Jahren geschehen kann. // Sportpalast Luschniki
Einige Sportstätten werden noch in ihrer alten Funktion verwendet, anderen kam eine neu Funktion zu und widerum andere sind heute nahezu verlassen. //  Radweg in Krylatskoje
Einige Gebäude passen nicht in das Stadtbild: Zunächst als Boten der Zukunft konzipiert, sehen sie heute aus wie Fremdlinge aus der Vergangenheit. // nnenansicht des Dynamo-Stadions. Das Stadion wurde im Jahr 1980 fertiggestellt und diente während der Olympischen Spiele als Austragungsort für Basketballwettkämpfe.
Die Sowjetunion hatte nur fünf Jahre Zeit, die Olympischen Spiele 1980 vorzubereiten, und in dieser Zeit versuchten die Verantwortlichen, das Unmögliche zu realisieren. // Außenansicht des Sportkomplexes “Druschba”
Die meisten der Einrichtungen, die für die Olympischen Spiele 1980 gebaut wurden, werden heute noch benutzt und stärken damit die These, dass das Vermächtnis der Spiele den Menschen noch Jahre nach dem eigentlichen Ereignis dient. // Innenansicht des großen Saales im Hotel “Kosmos"
In der Tat ist zum Beispiel der Flughafen Sheremetyevo-II eines der wichtigsten Luftdrehkreuze Moskaus. Das Fernsehzentrum von Ostankino schöpft bis heute 100% seiner Kapazität aus, genau so wie das Hotel Kosmos. //  Außenansicht der Arena auf der Reitanlage im Bitza-Park

 

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland