Moskau besuchen? Bloß nicht!

SERGEY SEMYONOV
Wir können die Augen vor der Wahrheit nicht länger verschließen!
Wir können die Augen vor der Wahrheit nicht länger verschließen! Irgendwie haben wir es ja geahnt, jetzt ist es raus: Für einen Urlaub, einen Kurztrip oder überhaupt einen Besuch ist Moskau denkbar ungeeignet. Das bestätigt das US-amerikanische Magazin „Travel & Leisure“ in seinem Ranking der unfreundlichsten Städte: Moskau ist weltweit einsame Spitze! Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand.
Der Kreml und der Rote Platz sind in der russischen Hauptstadt zwar ein Must-see. Aber Vorsicht! Sie sind bezaubernd, beispiellos, beeindruckend! Niemand kann garantieren, dass Sie dadurch nicht geschockt werden. Also riskieren Sie es lieber nicht!
Moskaus Nachtleben: Immer diese Leute! Und ständig dieser Lärm! Alle tanzen, schreien und haben einfach Spaß… Dann sind da noch diese Bars mit Sommerterrasse und Stadtview. Eine Stadt, die niemals schläft. Also Augen auf!
Das Sowjeterbe ist in Moskau überall. Die WDNCh-Expo zum Beispiel. Dort gibt es immer noch Denkmäler aus der Sowjetzeit, Fontänen mit goldenen Statuen, 75-Jahre-alte Pavillons, das Weltraum-Museum und das Arbeiter-und-Kolchosbäuerin-Monument. Schrecklich oder? Geschichte will doch keiner sehen!
Moskauer Bars und Restaurants sind ein Kapitel für sich. Die russische Küche ist OK… Aber wenn man zum Essen kommt, wird man ständig abgelenkt. Am Ende, weiß man gar nicht, was man genießen soll: Die Aussicht oder das Essen. Besser man bleibt gleich zuhause.
Jeden Juli werden am Roten Platz für einen Monat an die 600 000 Blumen gepflanzt. Das ist das Moskauer Blumenfest. Das kann doch allergische Reaktionen verursachen und der Rote Platz ist ja auch kein botanischer Garten, oder?!
Die Bausubstanz in Moskau: Veraltet, wo man hinsieht.
Du willst in einen ganz normalen Park gehen, mit Rasen und Bäumen… Und dann ist das eine ehemalige Zaren-Residenz oder ein Palast aus dem 18. Jahrhundert oder sowas in der Art. Paläste, Obstgärten, Statuen… Was ist mit ganz normalen Bäumen und dem Rasen?
Ein Haus in Ei-Form. Das soll was Besonderes sein?
Der erste Samstag im September ist der Moskau-Tag. Überall gibt es Feuerwerke, Freikonzerte und Shows, wie das Feuerwerksfestival und das Internationale Fest der Militärmusik am Spasskaja-Turm. Und wozu das Ganze? Wieder nur Lärm und Geschrei, Menschenmassen und am Ende Kopfweh. Schrecklich.
Bitte gehen Sie bloß nicht in die Moskauer Metro! Jede Station ist einzigartig, aber Sie werden es nicht schaffen, alle zu sehen. Da sind Denkmäler, Cafés und ein Museum in der U-Bahn. Eine Station ist sogar auf Wasser gebaut. Viel zu gefährlich! Beängstigend!

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