Instaweek: Moskauer Südfrüchte mit deutschen Wurzeln

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Zum 310-jährigen Bestehen des Apothekergartens in Moskau.

 

Peter der Große hatte den botanischen Garten der Moskauer Universität 1706 gegründet. Heute gehört er zu den ältesten seiner Art in Russland. Angelegt wurde der Garten aus Heilkräutern, die an den Kreml-Mauern angebaut wurden. Daher auch sein Name: Aptekarskij ogorod – der Apothekergarten. Im kommenden September feiert er sein 310. Jubiläum.

 

 

Heute ist der Apothekergarten an der Metrostation „Prospekt mira“ gelegen. Das ganze Jahr hindurch ist die Gartenanlage mit einer Gesamtfläche von rund sieben Hektar für Besucher geöffnet.

 

Sein erster Direktor war der Leipziger Professor Traugott Gerber. Der deutsche Botaniker Christian Friedrich Stephan trat 1786 seine Nachfolge an. Überhaupt stand der Garten im Verlauf seiner Geschichte häufig unter ausländischer Leitung.

 

Anfang des 19. Jahrhunderts zog die Medizinisch-chirurgische Akademie – der Träger der Gartenanlage – in die neue russische Hauptstadt Sankt Petersburg. Der Garten blieb herrenlos und verwilderte.

 

Am 1. April 1805 hat die Moskauer Universität auf einen Erlass des Zaren Alexander I. hin den botanischen Garten übernommen. Bald darauf entwickelte er sich zu einem der größten Zentren der russischen Pflanzenkunde.

 

Die Wiederbelebung des Apothekergartens wurde dem deutschen Wissenschaftler Georg Franz Hoffmann anvertraut. Über 20 Jahre lang hat er in Russland geforscht und gearbeitet.

 

Schneeglöckchen begrüßen in Moskau den ersten Frühlingstag. Mehr als das: Pünktlich zum Frühlingsanfang reifen im botanischen Garten auch Mandarinen und sogar Ananasse heran!

 

Über 300 000 Besucher lassen sich jährlich von dem Moskauer Apothekergarten begeistern.

 

Natürlich sind auch Führungen durch die Gartenanlage möglich – außerdem werden dort Vorlesungen, Seminare, Ausstellungen und sogar Hochzeitszeremonien veranstaltet.

 

Nach dem Verfall Ende des 20. Jahrhunderts erlebt der Garten inzwischen eine neue Blütezeit.

 

Pflanzenarten aus der ganzen Welt sind im Apothekergarten zu bestaunen.

 

Bis Mitte März findet im Apothekergarten bereits zum zweiten Mal die Ausstellung „Repetizija wesny“ – „die Frühlingsprobe“ – statt. Im vergangenen Jahr haben mehr als 32 000 Menschen die Ausstellung besucht.

 

Geöffnet ist die Anlage täglich ab zehn Uhr morgens.

 

Die Schließzeiten variieren je nach Jahreszeit und Tageslänge.

Der Eintritt ist kostenpflichtig.