Russlands kälteste Region: Der harten Kindheit auf der Spur

Die Fotografin ist in der russischen Teilrepublik Sacha geboren und aufgewachsen. Letzten Sommer kehrte sie in ihre Heimat zurück, um die Spuren ihrer Kindheit in Bildern einzufangen. Das Mädchen auf den Fotos stellt die kleine Ayar im Alter von sieben dar.

Die Fotografin ist in der russischen Teilrepublik Sacha geboren und aufgewachsen. Letzten Sommer kehrte sie in ihre Heimat zurück, um die Spuren ihrer Kindheit in Bildern einzufangen. Das Mädchen auf den Fotos stellt die kleine Ayar im Alter von sieben dar.

Ayar Kuo
Die Fotografin Ayar Kuo stellt ihr Leben in Jakutien in Bildern nach.
In dieser teilautonomen russischen Republik befindet sich das Dorf Oimjakon, bekannt als das Kältepol der Welt: Bis zu 70 Grad unter null werden dort gemessen.
Sacha ist größtenteils von Permafrost bedeckt. Daher gibt es dort das ganze Jahr hindurch Eis. Und auch wenn es dort im Sommer bis zu 35 Grad heiß werden kann, gibt Regionen in der Teilrepublik, wo die Eisdecke niemals schmilzt.
So beschreibt die Fotografin ihr Projekt: „Die Story besteht aus Erinnerungen an meine eigene Kindheit, meine Familie, die Orte, Gerüche und Eindrücke, die umso präsenter sind, seitdem ich Sacha verlassen habe. Das ist eine Geschichte darüber, dass jeder von uns etwas in sich selbst bewahren kann.“
„Ich erinnere mich an unser Haus am Ufer des Wiljui-Flusses. Feuerschein flackert an der Wand. Wir halten es kaum vor Angst aus. Meine Mama und meine Tante bringen mich und meine Schwester in den Keller. Der einzige Wunsch: Dem unerträglichen Grollen entkommen. Eine seltsame, zauberhafte Aufregung – die Angst vor der Natur und den Elementen.“
„Ich bin fünf Jahre alt. Es ist Sommer. Ich stehe in einer Waschschüssel. Meine Oma schrubbt mir den Rücken mit einem harten Bast-Lappen. Ich glaube, ich mag den Sommer mit meiner Großmutter nicht.“
„Ich bin sieben. Sieht aus, als wären Mama und Papa nicht länger zusammen. Wir sind bei unserem Vater. Er erzählt uns eine Geschichte über einen riesigen Hirsch und zwei Mädchen, die auf seinem Geweih leben. Ich glaube fast, das sind meine Schwester und ich.“
„Bei Vater zuhause wenige Tage später. Anstelle einer Hütte finde ich nur ein paar verbrannte Balken. Ich wühle in einem Haufen verbranntes Zeug rum, um seine wunderschöne Taschenuhr zu finden.“
„Das war wohl der Moment, an dem ich ahnte, dass ich meinen Vater für lange Zeit nicht mehr wiedersehen werde.“
Sacha im Nordosten Sibiriens ist die kälteste bewohnte Region der Welt.