Revolutionäre des Alltags: Russische Avantgarde in Chemnitz

Alexander Deineka, "Baseball", 1935.

Alexander Deineka, "Baseball", 1935.

Kunstsammlungen Chemnitz
Kunst zwischen dem Tod des Zarenreichs und der Geburt der Sowjetunion.

Alexander Deineka, "Baseball", 1935. / Kunstsammlungen ChemnitzAlexander Deineka, "Baseball", 1935. / Kunstsammlungen Chemnitz

Nur noch bis zum 19. März zeigen die Kunstsammlungen Chemnitz eine Ausstellung über die russische Avantgarde. Der Kunstsammler Wladimir Tsarenkow hat dafür etwa 400 Leihgaben von 110 russischen Künstlern aus den Zeiten vor und nach der Revolution zur Verfügung gestellt. 

Boris Grigorjew, "Paar - Dieb und Prostituierte", 1917. / Kunstsammlungen ChemnitzBoris Grigorjew, "Paar - Dieb und Prostituierte", 1917. / Kunstsammlungen Chemnitz

Anfang des 20. Jahrhunderts erschütterten zwei Revolutionen, der Erste Weltkrieg und der Bürgerkrieg das alte Zarenreich. 1917 fiel die russische Monarchie – und es wurde bald klar, dass nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Kunst eine Revolution braucht.

Wladimir Burljuk, "Akt mit Mandoline",1913. / Kunstsammlungen ChemnitzWladimir Burljuk, "Akt mit Mandoline",1913. / Kunstsammlungen Chemnitz

Die neuen Küntler – Künstler der russischen Avantgarde – haben sich zum Ziel gesetzt, mittels ihrer Werke in die Lebenswelt gestaltend einzugreifen. Sie schufen nicht mehr nur schöne utopische Bilder – sie verwischten die Grenze zwischen Leben und Kunst. 

Iwan Puni, "Stillleben mit Zylinder und Stock",1917. / Kunstsammlungen ChemnitzIwan Puni, "Stillleben mit Zylinder und Stock",1917. / Kunstsammlungen Chemnitz

Plakatwände, Bucheinbände, Tapeten, Stoffmuster, Porzellandekors – all das waren nun die neuen Kunstformen, die Konstruktivisten und Suprematisten für sich entdeckten.  

Alexandra Schtschekatichina-Potozkaja, "Teller Tataren", 1921. / Kunstsammlungen ChemnitzAlexandra Schtschekatichina-Potozkaja, "Teller Tataren", 1921. / Kunstsammlungen Chemnitz

Es änderte sich auch die Rolle des Künstlers in der Welt. Maler wurden zu Hochschullehrern, Designern, Architekten. Sie verfassten Texte und wurden zu Sprechern ihrer Zeit. 

Wladimir Lebedew, Teller "Prawda" (Wahrheit), 1919. / Kunstsammlungen ChemnitzWladimir Lebedew, Teller "Prawda" (Wahrheit), 1919. / Kunstsammlungen Chemnitz

Die Werke der russischen Avantgardisten aus den Jahren 1907 bis 1930 werden in der Ausstellung in Chemnitz gezeigt. Zu diesem Anlass wurde auch ein Katalog mit Abbildungen aller Werke in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. Die farbigen Bilder sind mit Essays von zehn Autoren versehen. So werden auch die Künstler vorgestellt.

Kasimir Malewitsch, "Bauer beim Wassertragen", 1920er-Jahre. / Kunstsammlungen ChemnitzKasimir Malewitsch, "Bauer beim Wassertragen", 1920er-Jahre. / Kunstsammlungen Chemnitz

Der Eintritt in die Ausstellung kostet acht Euro. Der Katalog ist für 30 Euro zu erwerben. Einen Katalog verlost RBTH unter seinen Lesern – zum Gewinnspiel geht es hier.

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