Kadettenausbildung: Das weibliche Gesicht der russischen Marine

Die Kadettinnen sind oft sportlich veranlagt – das müssen sie auch sein. Denn im Zuge des Auswahlprozesses müssen sie einen Lauf- und Schwimmtest bestehen.

Die Kadettinnen sind oft sportlich veranlagt – das müssen sie auch sein. Denn im Zuge des Auswahlprozesses müssen sie einen Lauf- und Schwimmtest bestehen.

Alexander Demianchuk/TASS
Seit 2015 sind auch Frauen an russischen Marineschulen zugelassen. RBTH zeigt in Bildern, wie die weiblichen Kadetten auf ihren Dienst bei der russischen Marine vorbereitet werden.
Im ersten Jahr kamen auf einen Studienplatz 15 Bewerberinnen. Frauen werden jedoch derzeit nur für zivile, nicht für militärische Dienste ausgebildet.
Sie erhalten eine Ausbildung als Psychologin, Kommunikationsspezialistin oder Ingenieurin.
In den Marineschulen werden den jungen Frauen darüber hinaus die Grundlagen des Rettungstauchens vermittelt. Während ihrer Ausbildung trainieren sie jeden einzelnen Bewegungsablauf so oft, bis sie ihn im Schlaf beherrschen. In der Zentrale oder auf ihrem Kommandoposten werden sie wahrscheinlich in keine Extremsituation kommen – vorbereitet müssen sie jedoch auf alles sein.
Für Frauen gilt das gleiche Programm wie für Männer: Aufstehen um 6.30 Uhr, Training, Frühstück, Unterricht.
Darüber hinaus gibt es weitere Regeln – Frauen dürfen zivile Kleidung weder tragen noch auf dem Gelände der Schule aufbewahren. Und auch die Nutzung von Social Media ist während der Ausbildung tabu.
Frisuren sind ebenfalls streng geregelt: Erlaubt sind nur Zöpfe oder ein Kurzhaarschnitt. Viele entscheiden sich für die erste Option.
Frauen entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für den Militärdienst. Meistens sind Verwandte ebenfalls bei der Armee.
Viele sehen im Militärdienst Sicherheit. Nach ihrem Abschluss erhalten die Kadettinnen den Rang eines Leutnants und einen Fünfjahres-Vertrag.
Im Jahr 2015 waren 700 weibliche Kadetten an Militärhochschulen eingeschrieben. Diese Zahl wächst mit jedem Jahr. Mehr als tausend Frauen werden in den Kadettenkorps derzeit ausgebildet.
Viele Frauen, die einen Abschluss von einer Militärschule erhalten haben, sind bei der Armee geblieben. Dort arbeiten sie in ihrem Fachgebiet oder in verwandten Bereichen.
In manchen Berufsfeldern – zum Beispiel in der Kommunikation – ist es Frauen ab 2018 erlaubt, ihren Dienst auf den Schiffen der russischen Flotte zu leisten. Bis dahin sollen alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, beispielsweise separate Kabinen und Kammern für das weibliche Personal.