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Offroadlegende aus der Sowjetzeit: Wie der Lada Niva Autogeschichte schrieb

Vor 40 Jahren ging er in Serie: der VAZ 2121 oder einfach Niva.
Von Jewgenij Lewkowitsch

In einem Lada-Werk 1994 in Togliatti. / Nikitin Nikolay/TASSIn einem Lada-Werk 1994 in Togliatti. / Nikitin Nikolay/TASS

Von der Idee bis zum ersten Serien-Niva vergingen ganze sieben Jahre. 1970 hatte der Ministerratsvorsitzende Alexej Kosygin den Autogiganten VAZ damit beauftragt, den ersten leichten Offroader in der Sowjetgeschichte zu bauen – für die Menschen vom Land. Am 5. April 1977 rollte der erste Niva vom Band. Zu dem Zeitpunkt hatte der kompakte SUV nicht nur in der UdSSR, sondern in der ganzen Welt keine Konkurrenten: Erst drei Jahre nach dem ersten Niva stellte Audi sein erstes Modell mit permanentem Allradantrieb vor.

Die ersten Ladas auf dem Werksgelände 1981 in Togliatti. / Vsevolod Tarasevich/RIA NovostiDie ersten Ladas auf dem Werksgelände 1981 in Togliatti. / Vsevolod Tarasevich/RIA Novosti

Bei der Geländefähigkeit übertraf der Niva die britischen Marken Land Rover und Range Rover. Kein Wunder also, dass der Sowjet-SUV bald auch den Westen eroberte: In seiner ganzen Geschichte wurden 500.000 Fahrzeuge exportiert. Im März 2013 lief der zweimillionste Lada 4x4 (so heißt der Niva heute) bei AvtoVAZ vom Band.

Der französische Rennfahrer Michel Sardou (links) 1984 bei der Rally Paris Dakar neben seinem Niva. / Vostok-photoDer französische Rennfahrer Michel Sardou (links) 1984 bei der Rally Paris Dakar neben seinem Niva. / Vostok-photo

Besonders beliebt war der Allrad-Lada in Frankreich. Denn mit dem Niva erstürmten französische Rennfahrer bei der renommierten Rallye Paris-Dakar drei Mal in Folge das Siegerpodest. Der Absatz des Sowjet-Offroaders stieg in Frankreich um das Sechsfache – auf 24 000 Autos pro Jahr (von insgesamt 70 000, die damals gebaut wurden).

Der Niva im Doppelpack in den Bergen des Himalaya. / lada.ruDer Niva im Doppelpack in den Bergen des Himalaya. / lada.ru

Der Niva ist im wahrsten Sinn ein Gipfelstürmer: 1998 erreichte der SUV eine Bergsteigerbasis auf dem Mount Everest (5 200 Meter über null). Der englische Land Rover versuchte, das zu toppen, musste aber mit einer Seilwinde auf die Rekordhöhe von rund 5 600 Metern gezogen werden. Ein Jahr später fuhr der Russen-Offroader auf die Tibet-Hochebene im Himalaya (über 5 700 Meter).

Der Niva in der Arktis. Die Pinguine scheinen etwas überrascht. / lada.ruDer Niva in der Arktis. Die Pinguine scheinen etwas überrascht. / lada.ru

Im April 1998 eroberte der Niva den Nordpol. Erst wurde der kompakte Geländewagen auf einem Fallschirm an der Küste des Polarmeeres abgesetzt. Nach der Landung sprang er ohne weiteres an und erreichte sein Ziel. Von 1990 bis 2005 stand der Niva im Dienste der russischen Polarforscher in der Antarktis. Dort arbeitete der Kleine als Packesel – selbst bei minus 54 Grad.

Der Niva stellt bei einem Rennen am Tag des Vaterlandverteidigers in Sotschi seine Robustheit auf die Probe. / Viktor Klyushkin/TASSDer Niva stellt bei einem Rennen am Tag des Vaterlandverteidigers in Sotschi seine Robustheit auf die Probe. / Viktor Klyushkin/TASS

Zwar ist der Niva ein Leichtgewicht und ein Kletterkünstler, doch hat der Geländewagen ein großes Manko: die mangelnde Sicherheit. Beim EuroNCAP-Crashtest (Auffahrunfall bei 64 km/h) erhielt er keinen einzigen Punkt aus 16 möglichen. „Ein Niva-Fahrer wäre bei so einem Unfall zweifelsfrei verletzt“, heißt es im Bericht. Es bestehe das Risiko eines schweren Schädel-Hirn-Traumas. Der Druck auf die rechte Hüfte wäre dabei größer als die Knochen es aushalten könnten.

Russischer geht’s kaum: Ein Niva mit zwei Bären bei einem Auftritt im Moskauer Zirkus am Zwetnij Bulwar 2011. / Alexey Kudenko/RIA NovostiRussischer geht’s kaum: Ein Niva mit zwei Bären bei einem Auftritt im Moskauer Zirkus am Zwetnij Bulwar 2011. / Alexey Kudenko/RIA Novosti

In seinen 40 Jahren wurde der Niva in rund 30 Varianten gebaut: Vom gepanzerten Geldtransporter bis zum Bären-Cabrio für den Moskauer Zirkus. Einmalig ist aber sicherlich das Niva-Amphibium, das vor 40 Jahren für Spezialeinheiten entwickelt wurde. Mittelgroße Flüsse sind für den Schwimmwagen kein Problem. Trotz erfolgreicher Tests ging er aber nie in Serie. Heute ist das Amphibium in einem Armeefahrzeugmuseum zu sehen.

Heiß: Ein Lada und zwei Models in der Sahara. / lada.ruHeiß: Ein Lada und zwei Models in der Sahara. / lada.ru

Die Chef-Konstrukteure des VAZ 2121, Petr Prussow und Wladimir Solowjow, tauften ihre Entwicklung auf die Namen ihrer Kinder: Natalia, Irina, Vadim und Andrej – kurz Niva. Wladimir Solowjow starb 1975, noch vor der Serienreife des Offroaders.

Der Erfinder des legendären Lada Niva: Petr Prussow. / lada.ruDer Erfinder des legendären Lada Niva: Petr Prussow. / lada.ru

Drei Wochen vor dem 40. Jubiläum seiner Erfindung starb Petr Prussow. Übrigens: 1986 schenkten die Ingenieure des japanischen Autobauers Suzuki dem Russen Prussow ein Werbeprospekt ihres Jimny – mit der Widmung: „Dem Paten dieses Autos“.

 

5. April 2017
Tags: automarkt, sowjetunion

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