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Der Freizeitvergleich: Russen arbeiten mehr als Deutsche

Fast wie Bermuda-Dreieck: Kursker Magnetanomalie – eine Fotoreise

An diesem Ort weiß selbst der Kompass nicht, wo es langgeht. Wir aber waren dort und haben uns bestens zurechtgefunden – in jener Landschaft, wo die Eisenerzvorkommen so groß sind, dass sie das Magnetfeld der Erde stören.
Von Kira Kalinina, Anastassija Karagodina
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Igor Generalov

Oblast Kursk, 530 Kilometer südwestlich von Moskau: Hier geht es rund, zumindest mit der Kompassnadel. Denn in dieser Gegend verwechselt sie Süd und Ost, Nord und West. Das Phänomen ist als Kursker Magnetanomalie bekannt. Ursache dafür sind die weltgrößten Eisenerzvorkommen, die hier lagern: 30 Milliarden Tonnen respektive vier Prozent aller bekannten Eisenreserven unseres Planeten. Russischen Geografen war diese Abweichung schon in den 1770ern aufgefallen. Den ersten Stich bei der Suche nach Eisenerz machte man in dieser Gegend aber erst 1923.
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Die hiesigen Eisenerzvorkommen erstrecken sich auf einer Fläche von 160.000 Quadratkilometern über drei russische Regionen von Nord nach Süd. Das ist so viel wie das Staatsgebiet Griechenlands, Bulgariens oder Kubas. Drei Eisenhütten kochen hier Erz zu Stahl. Doch zuvor muss es das Erz aufbereitet werden, zum Beispiel im Stolenski-Bergkombinat des russischen Stahlgiganten NLMK.
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Die Haupterzeugnisse des Bergkombinats: Eisenerzkonzentrat, Sintererz und Eisenpallets, die später zu eigentlichem Stahl verarbeitet werden. 375 Meter geht der Tagebau des Stolenski-Bergwerks in die Tiefe.
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Rund 18 Mal im Jahr wird hier gesprengt. Als Sprengstoff kommt ein spezielles Gel zum Einsatz. Rund 1 000 Tonnen hochexplosiven Materials werden für eine Sprengung vergossen. Dann werden die Zünder eingelassen.
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Vorher aber bestimmen die Werksgeologen, wo gesprengt werden soll. Dann werden Schächte für den Flüssigsprengstoff in den Felsen gebohrt: 250 mm breit und bis zu 17 Meter tief. Alle drei bis vier Meter entsteht so ein Schacht, angeordnet wie die Felder auf dem Schachbrett.
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Transportbänder, Riesen-LKW und sogar Güterzüge bringen das Erz aus dem Tagebau in die Aufbereitungsanlage. Baustoffe aus des Tagebau? Richtig. Beim Erzabbau fällt jede Menge Sand, Lehm und Gestein an. Dies wird dann zu Bruchstein verarbeitet zum Beispiel.
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So sieht die Aufbereitungsfabrik von innen aus. Hinten im Bild: Mühlen, die das Erz auf die passende Korngröße zerbeißen, bevor es angereichert wird.
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Hier wird mit Magnetkraft Eisenerzkonzentrat aus dem Erz gesogen. „Magnetseparation“ heißt das Verfahren.
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In den Vakuumfiltern wird Flüssigkeit aus dem Erzkonzentrat abgeschieden.
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Und so sieht ein Stück Eisenerz aus, aus dem in der Aufbereitungsfabrik das Eisenkonzentrat gewonnen wird.
24. Mai 2017
Tags: regionen, industrie

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