Sankt Petersburger Fabrik lässt “Propaganda-Porzellan” wieder aufleben

Императорский фарфоровый завод
Die Kaiserliche Porzellanmanufaktur in Sankt Petersburg hat eine Kollektion aus 28 Stücken der 1920er-Jahre wieder ins Programm genommen. Diese wurden von bekannten russischen Künstlern entworfen und sind vom Stil der Avantgarde inspiriert.

/ Die kaiserliche Porzellanmanufaktur Sankt Petersburg/ Die kaiserliche Porzellanmanufaktur Sankt Petersburg

Nach der russischen Revolution 1917 wurde die Fabrik in Staatliche Porzellanmanufaktur umbenannt und wandte sich einem neuen Stil zu, der moderne und traditionelle Formen verband.

Als die Bolschewiki die Macht im Land übernahmen, wollten sie Porzellan auch für die Massen erschwinglich machen. Zuvor war es nur der Oberschicht möglich gewesen, solch Luxusprodukte zu erstehen. Die neuen Designs repräsentierten dabei immer auch die kommunistische Agenda und wurden als eine Form der Propaganda genutzt. Berühmte Künstler wie Kasimir Malewitsch, Wassili Kandinski, Wladimir Tatlin, Boris Kustodiew und Kusma Petrow-Wodkin schufen neue Produktlinien, die von der Revolution inspiriert waren. Viele der Stücke sind heute in der Eremitage in Sankt Petersburg ausgestellt.

Unter den Stücken der Neuauflage sind bekannte Werke wie das „Rote und Weiße“ Schachset, Malewitschs Teekannen und Tassen, Figuren der revolutionären Seemänner aus Sankt Petersburg, Fabrikarbeiter sowie Teller, die mit sowjetischen Symbolen wie Hammer und Sichel, roten Flaggen und roten Sternen verziert sind.

RBTH hat einige der interessantesten Stücke aus der Kollektion ausgewählt. Sie alle können im Laden der Fabrik in Sankt Petersburg oder über die Website bestellt werden. Im Internet sind die Stücke günstiger und können ins ganze Land geliefert werden.

 

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Das größte und teuerste Objekt der neuen Porzellankollektion ist das „Rote und Weiße“ Schachset für 340 200 Rubel, rund 4 900 Euro. Es wurde ursprünglich von zwei Schwestern entworfen, die in der Fabrik arbeiteten: Natalja Dan’ko formte die Figuren und Elena Dan’ko bemalte sie. Der König, die Königin und alle Bauern des roten Sets sind Arbeiter, Soldaten der Roten Armee oder sowjetische Bauern, während alle weißen Bauern als Sklaven in Ketten dargestellt sind.

 

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Die Künstlerin Natalja Dan’ko formt die Skulptur „Arbeiterfamilie”, 1935.

 

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Eine weitere Figur der Dan’ko-Schwestern ist die Darstellung einer weiblichen Milizangehörigen mit Waffe. Die Skulptur hat goldene Elemente und ist deshalb keinesfalls günstig. Ihr Preis liegt bei 52 940 Rubel, rund 750 Euro.

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Tee- und Untertasse “Die Balance” des Künstlers Kasimir Malewitsch. Das Set kostet 1 390 Rubel, also 20 Euro.

 

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Diese Skulptur zeigt einen Arbeiter und einen Bauern und symbolisiert so die Vereinigung der Stadt und des Dorfes. Das Stück heißt „Smychka“, was so viel wie „Union“ bedeutet. Es kostet 37 000 Rubel, also 530 Euro.

 

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Das Künstleratelier der Staatlichen Porzellanmanufaktur, 1918.

 

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„Ein großer Stern mit Bündel” – der Teller wurde von dem talentierten Künstler Sergei Tschechonin entworfen. Er kostet 1 190 Rubel, rund 17 Euro.

 

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Ein weiterer Teller mit sowjetischen Symbolen: ein rotes Band, Hammer und Sichel und eine Ähre. Er trägt den Namen „Rotes Band” und kostet ebenfalls 17 Euro.

 

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Ein weiteres Bild des Künstlerateliers in der Fabrik, aufgenommen in den späten 1920er-Jahren.

 

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“Eine Arbeiterin bestickt das Banner” – dieses Stück zeigt ebenfalls Hammer und Sichel sowie eine Ähre. Es kostet 38 200 Rubel, rund 550 Euro.

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