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„Theater ohne Grenzen“: Mit Kreativität gegen das Down-Syndrom

Tatjana Kayukova ist ehemalige Varieté-Tänzerin. Nachdem ihr eigenes Kind mit einem Down-Syndrom zur Welt gekommen ist, hat sie ein Theater für Kinder mit dieser Krankheit gegründet. Für Tatjana ist dies ein Weg, um den Kindern Liebe und Hoffnung zu geben.
Von RBTH
Theater Without Borders
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Anar Movsumov

Kinder sitzen im Kreis auf dem Boden und rollen einander einen Ball zu. Auf diese Art lernen sie miteinander zu kommunizieren.
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Tatjana Kayukova aus Samara (600 Meilen südöstlich von Moskau) ist eine professionelle Tänzerin, die früher als Solistin in Varieté-Shows aufgetreten ist. Nach der Geburt ihres Sohnes Artem, der am Down-Syndrom erkrankt ist, hat sich ihr Leben grundlegend verändert.
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Anfangs wusste sie nur sehr wenig über diese Krankheit. Zudem musste sie lernen, die Distanz zu Kindern mit einem Down-Syndrom zu überwinden.
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Dazu gründete sie ein Theater als einen Ort, an dem sich jedes Kind geliebt und willkommen fühlen kann. Tatjanas wichtigstes Ziel ist es, den Kindern beizubringen, wie sie ihre Gefühle und Emotionen zum Ausdruck bringen können. Für die Kinder sollen die Übungen wie ein Spiel sein, mit Musik- und Tanzelementen.
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Im Studio machen die Kinder zudem körperliche Übungen. Zum Beispiel sollen sie durch das Balancieren an einer Barre ihre Koordination verbessern und die motorischen Fähigkeiten weiterentwickeln.
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Laut aktuellen Statistiken werden in Russland jährlich etwa 1 500 Kinder mit einem Down-Syndrom geboren. Wohltätigkeitsorganisationen schätzen, dass 50 bis 85 Prozent dieser Kinder kurz nach der Geburt von ihren Eltern in Waisenhäuser eingeliefert werden.
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Ein Neuling, Juri, hat Angst vor lauten Geräuschen, ein typisches Phänomen für Kinder mit einem Down Syndrom. Für Tatjana ist es jedoch sehr wichtig, dass sich die Kinder von Anfang an Musik und laute Geräusche gewöhnen. Deshalb versucht sie mit ihnen in einer normalen Lautstärke zu sprechen und nicht zu flüstern, wie es viele Eltern tun.
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Zukünftig plant Tatyana ihr „Theater ohne Grenzen“ zu einem integrativen Theater auszubauen, in dem nicht nur Kinder mit einem Down-Syndrom willkommen sind. Vor kurzem hat Tatjana wieder Kontakt zu ihrer ehemaligen Schulkameradin Swetlana aufgenommen. Sie hat Swetlana, die blind ist, dazu eingeladen, sich der Truppe anzuschließen.
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Nach den körperlichen Übungen haben Kinder eine Theaterprobe. Tatjana choreografiert alle Tanzaufführungen und Theaterstücke. Während der ersten Aufführungen helfen die Eltern ihren Kindern noch zu verstehen, in welchem Moment sie was tun sollen. Später sollen die Kinder ihre Rollen jedoch selbstständig spielen.
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Bei der Uraufführung führt Tatjana nicht nur Regie, sondern spielt auch selbst mit. Damit will sie es den Kindern so angenehm wie möglich machen.
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Die kleine Alena wartet nach dem Unterricht auf ihre Eltern. Während der eineinhalb Stunden, in denen Tatjana mit den Kindern arbeitet, können ihre Eltern, die sich normalerweise rund um die Uhr mit ihr beschäftigen müssen, endlich eine kurze Pause machen und alltägliche Dinge erledigen.
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Wenn einige Kinder bei den Übungen hinter anderen zurückbleiben, akzeptiert Tatjana dies und versucht möglichst wenig Druck auszuüben. Sie ist davon überzeugt, dass sich jedes Kind in seinem eigenen Tempo bewegen muss.
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Insgesamt besteht die Gruppe aus etwa 20 Kindern, von denen jedoch nur zehn regelmäßig zum Unterricht kommen. Die anderen stoßen immer wieder zu der Gruppe.
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„Ich verfolge den Unterricht seit etwa einem Jahr und kann sagen, dass die meisten Kinder in dieser Zeit gute Fortschritte gemacht haben“, sagt der Fotograf Anar Movsumov.
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"Mittlerweile verstehen sie viel besser, was Tatjana von ihnen will und können sich an konkrete Bewegungsabfolgen und sogar schwierige Schritte erinnern. Natürlich sind sie glücklich und die Eltern sind noch glücklicher“, fügt Movsumov hinzu.
24. Juli 2017
Tags: soziales, theater

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