Die Tschuktschen: die Rentierzüchter der Tundra

Foto: Andrej Schapran, Musik: Alash Ensemble - "Buura"

Die Tschuktschen sind ein indigenes Volk in Russland, das die Tschuktschen-Halbinsel, die Tschuktschen-See sowie die Beringsee-Region des Arktischen Ozeans bevölkert und dessen Ursprung in jenen Völkern liegt, welche wiederum in der Region um das Ochotskische Meer beheimatet sind. Sie sprechen eine alte paläosibirische Sprache – die Tschuktschische Sprache.

Die Mehrheit der Tschuktschen lebt im Autonomen Kreis der Tschuktschen, wobei noch weitere Teile

des Volkes in der benachbarten Republik Sacha (Jakutien) im Westen, in der Region Magadan im Südwesten sowie im Autonomen Kreis der Korjaken im Süden leben.

Das Volk der Tschuktschen kann in zwei Völkergruppen unterteilt werden: in die „Meeres- oder Küsten-Tschuktschen", welche die Küsten der benachbarten Meere besiedeln und traditionell Jagd auf Meeressäugetiere betreiben, sowie in die „Rentier-Tschuktschen". Diese leben in der russischen Tundra, wo sie Rentierzucht betreiben. Warum die Tschuktschen Rentiere züchten, ist bis heute noch unklar. Es wird lediglich angenommen, dass sie es im Laufe der Zeit von den Ewenen übernommen haben.

Rentiere stellen für die Tschuktschen nicht nur eine Nahrungsquelle dar. Ihre Felle werden auch zu Kleidung und Zelten verarbeitet – den so genannten Jaranga, die von Rentierfellen bedeckt und auf Stützen gebaut sind.

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