Ucha: Das beliebteste Fischgericht Russlands

Wir sind heute auf der Datscha, wo wir heute eine besondere Fischsuppe kochen werden: Ucha – eines der ältesten Fischgerichte der russischen Küche.

In Europa ist Ucha nur wenig bekannt. Wenn man sich allerdings nichts Konkretes darunter vorstellen kann, dann könnte man wohl die Spezialität Bouillabaisse, die vor allem in Frankreich und in lateinamerikanischen Ländern sehr populär ist, am besten damit vergleichen.

In den letzten 200 Jahren hat sich die russische Fischsuppe wenig verändert. Davor, im 19. Jahrhundert, waren in russischen Kochbüchern Rezepte nachzulesen, die für Ucha Hühnerbrühe vorsahen. Dabei hängt doch der Geschmack der russischen Fischsuppe zum Großteil davon ab,

welche Fischart man für das leckere Gericht verwendet. Besonders beliebt sind dabei Salz- und Süßwasserlachs, Forelle, Dorsch, Stör oder Sterlet. Wenn man jedoch Rotbarsch oder Quappe für seine Ucha verwendet, kann man ebenfalls nichts falsch machen. Was das Fischgericht von der gewöhnlichen Fischsuppe abhebt: die dickere Konsistenz der Brühe. Diese hängt nämlich davon ab, wie lange man den Fisch kochen lässt und wie viel Wasser man dazu verwendet. Natürlich ist es keine Vorschrift, die Suppe dick zu kochen – man kann stets nach eigenem Geschmack entscheiden, wie dick die Suppe werden soll.

Es gibt einige Varietäten des Fischgerichts – so beispielsweise Ucha dreierlei, deren Rezept recht kompliziert sein kann. Diese Sorte Ucha hat deswegen den Beinamen dreierlei, da die Fischsuppe mit drei Sorten Fisch, die zuerst getrennt gekocht und dann vermischt werden, zubereitet wird. Die meisten Russen sind jedoch der Ansicht, dass man die beste Ucha immer noch mit zwei speziellen Zutaten zubereitet: mit einer Antonowka (auch bekannt als Nalivia), eine russische Apfelsorte, die zwischen Oktober und November reif wird und einen säuerlichen Geschmack hat, und einem Schuss Wodka, um dadurch der Suppe eine bittere Note zu verleihen.

Und so wird Ucha zubereitet: Man nehme zuerst einen Fisch – in unserem Fall ist dies ein Zander – und entferne seine Schuppen sowie seine Innereien. Danach wir der Fisch gewaschen. Manche Gourmets

verwenden für ihre Ucha den Kopf, die Innereien und sogar die Rogen (den Kaviar), doch das ist natürlich kein Muss. Als Nächstes schneidet man den Fisch in große Stücke und gibt ihn in einen Topf. Man gebe nun zwei ganze Zwiebeln dazu. Sie sind deswegen ganz, weil der Zwiebel, da er sehr lange gekocht wird, sonst zerfallen würde.

Danach gibt man eine in groben Stücken geschnittene Karotte hinzu. Nun gibt man nur ein wenig Wasser bei. Keine Angst, man kann die Suppe nicht zu dick kochen, da sie ohnehin eine dicke Konsistenz haben muss. Jetzt wird die Suppe noch gewürzt. Dabei darf ein Lorbeerblatt auf keinen Fall fehlen. Zusätzlich werden der Suppe noch Gewürznelken, Salz und Pfeffer beigegeben sowie Bohnenkraut und etwas Safran.

Nun lässt man die Suppe bei geringer bis mittlerer Hitze für zwei Stunden kochen. Während die Suppe brodelt, sollte man den Schaum, der sich bildet, entfernen, damit die Brühe klar bleibt. Eine halbe Stunde bevor man die Suppe von der Herdplatte nimmt, gibt man der Ucha noch grob geschnittene Kartoffeln und etwas Gerste bei. Da die Ucha zudem noch relativ dickflüssig sein sollte, kann man die fast fertige Suppe entweder mit Mehl oder Stärke eindicken. Bevor man schließlich die Suppe verzehrt, kann man noch nach Geschmack Dill beimengen und Zitronensaft in die Suppe pressen. Guten Appetit!

Zutaten: Zander, 1 Karotte, 1 Kartoffel, 2 ganze Zwiebeln, zwei Zitronen, 300g Gerste, 1 Lorbeerblatt, Gewürznelken, Bohnenkraut, Safran, Salz, Pfeffer und Dill

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