Erster Metro-Zug in Moskau fährt mit Autopilot

Auf menschliche Unterstützung will die U-Bahn dennoch nicht verzichten.


Am Donnerstag wurde auf der Ringlinie der hauptstädtischen Metro der erste Zug mit Autopilot in Betrieb genommen. Das berichtet die Moskauer Stadtregierung auf ihrer Webseite. Seit September vergangenen Jahres habe der Zug verschiedene Testfahrten durchlaufen und dabei laut Experten keinerlei Mängel aufgewiesen, heißt es in der Mitteilung.

Auf menschliche Unterstützung will die Metro dennoch nicht verzichten. So soll sich ein Zugführer in der Fahrerkabine aufhalten, der jederzeit die Bedienung manuell übernehmen kann. Laut Stadtregierung ermöglicht der Computer, den Zug am Bahnsteig mit einer Genauigkeit von bis zu drei Zentimetern anzuhalten, die Fortsetzung der Fahrt kann jedoch nur durch den Zugführer angeordnet werden. Auch die Türen des Zuges lassen sich ausschließlich auf Weisung des Zugführers öffnen und schließen. Gleichzeitig kontrolliert der Computer, dass dies nur während der Standzeiten an den Stationen geschieht. Im Falle einer unvorhergesehenen Situation kann auch der Fahrdienstleister anstelle des Zugführers das Kommando über den Zug übernehmen.

Erste Testversuche zum Einsatz eines  Autopilot-Systems hatte die Leitung der Moskauer Metro bereits in den 1980er-Jahren durchgeführt. Weil das System den Anforderungen aber nicht gerecht werden konnte, wurde das Projekt auf unbestimmte Zeit eingefroren. Erst 2012 gab die Moskauer Metro den Kauf von 20 Zügen mit einem Autopilotsystem bekannt. Geplant war, alle Züge im Laufe von zwei bis drei Jahren in Betrieb zu nehmen. Demnächst plant die Leitung der Moskauer Metro, zwei weitere solche Züge auf die Strecke zu bringen.

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