Imagefrage: Putin mag es lieber sportlich

Sport als Lebensstil: Der Judoka Putin will nun Eishockey spielen und eine Polarstation in der Antarktis besuchen. Foto: Reuters

Sport als Lebensstil: Der Judoka Putin will nun Eishockey spielen und eine Polarstation in der Antarktis besuchen. Foto: Reuters

Der russische Präsident Wladimir Putin pfeift offenbar auf die Meinung von Imageberatern und will weiterhin Extremsportarten betreiben.

Wie Putins Sprecher, Dmitri Peskow, mitteilte, wird der Kreml-Chef „weiterhin aktiv seine Hobbys pflegen. Vielleicht taucht er im Sommer mit einem Tauchgerät. Darüber hinaus wird er den Kampf um die Erhaltung von seltenen Tierarten fortsetzen.  Das sei seine eigene Entscheidung, betonte Peskow. 

 Laut einer Kreml-nahen Quelle will Putin in diesem Jahr außerdem Eishockey spielen und eine Polarstation in der Antarktis besuchen. Bereits

im September 2012 habe der Staatschef eine entsprechende Einladung seines chilenischen Amtskollegen Sebastian Pinera angenommen, so Peskow weiter. Ursprünglich sei ihre gemeinsame Antarktis-Reise für Ende Januar geplant gewesen. Jetzt sieht es danach aus, als ob sie verschoben wird. In letzter Zeit hatten viele Medien um Putins Alter und seine Rückenverletzung spekuliert. Der 60-Jährige wolle in der Öffentlichkeit weniger als Sportler auftreten.

Experten begrüßen Putins Entscheidung, an seinem sportlichen Image festzuhalten. „Politiker zu sein, ist ein Lebensstil. Vom Imagewechsel Putins sprechen meines Erachtens seine Gegner", sagte der Politologe Leonid Poljakow von der Wirtschaftshochschule in Moskau. Nach seiner Auffassung ist Putins „Comeback" als Extremsportler positiv, zumal in Russland demnächst zwei wichtige internationale Sportveranstaltungen wie die Studentenspiele 2013 in Kasan und die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi ausgetragen werden.

PR-Manager Stanislaw Radkewitsch findet dagegen, dass es „eine sehr schwierige Aufgabe ist, das alte Image während der dritten Amtszeit des Präsidenten zu erhalten". „Meines Erachtens würde zu Putin jetzt das Image eines „weisen Reformers" besser passen, der genau weiß, was er zu tun hat", betonte er.

Gleb Pawlowski, Präsident der Stiftung „Effektive Politik", findet, dass Putin „einfach zeigen will, dass seine Gesundheit in Ordnung ist". „Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand ihm eine Extremsportart empfehlen könnte. Ich denke, bei all seinen Aktivitäten ist es großenteils sein eigener Wunsch, seine gute physische Form zu zeigen. Aber eine Antarktis-Reise wäre etwas wirklich Neues und Spannendes", so Pawlowski.

Putins Sportbegeisterung ist tatsächlich ein wichtiger Bestandteil seines Images. Nach dem Rücktritt seines alten und kranken Vorgängers Boris Jelzin am 31. Dezember 1999 wurde Putin schnell beliebt, nicht zuletzt dank eines Fluges an Bord eines Kampfjets und eines Tauchgangs an Bord eines U-Boots. Außerdem fährt der russische Staatschef gerne Ski und ringt als Judoka.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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