Afghanistan: Keimzelle des Terrorismus

Die Auftraggeber des geplanten Anschlags in Moskau sollen sich nach Informationen des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalten. Foto: AP

Die Auftraggeber des geplanten Anschlags in Moskau sollen sich nach Informationen des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalten. Foto: AP

Die vom FSB kürzlich festgenommenen Islamisten, die einen Terroranschlag am Tag des Sieges in Moskau planten, wurden in Afghanistan im Kampf gegen die ISAF-Truppen ausgebildet.

Terrorfahnder nahmen am Moskauer Stadtrand Julaj Dawletjbajew fest, den vermeintlichen Organisator eines Anschlags, der für den Tag des Sieges am 9. Mai in Moskau geplant war.

Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) hatte der schon im Mai festgenommene Untergrundkämpfer Robert Amerchanow seinen Anführer verraten. Er sagte aus, die Gruppe sei von Führern der Islamischen Turkestan-Partei angewiesen worden, eine Serie von Anschlägen in Moskau auszuführen und danach in Afghanistan unterzutauchen.

Während der geheimdienstlichen Operation in Orechowo-Sujewo bei Moskau wurden im Mai zwei Kämpfer getötet und Amerchanow festgenommen. Die Wohnung, in der sich die Mitglieder der Terrorgruppe versteckt hielten, hatte Dawletbajew auf seinen Namen angemietet.

„Dawletbajew plante den Anschlag sehr gründlich und suchte sich eine Arbeit in Moskau, die es ihm ermöglichte, sich in der Hauptstadt frei zu bewegen, ohne den Verdacht der Sicherheits- und Polizeibehörden auf sich zu lenken", berichtete das russische Anti-Terror-Komitee. Als Taxifahrer unterwegs suchte Dawletbajew solche aus, die ihm für einen Anschlag besonders geeignet schienen. Das Ziel sollten „besonders schwerwiegende Folgen und zahlreiche Menschenopfer" sein.

 

Spur nach Afghanistan

Auf welches Objekt im Moskauer Zentrum der Anschlag verübt werden sollte, gibt der Sicherheitsdienst nicht preis. Ebenfalls ungenannt bleiben die Namen und Geburtsorte der beiden bei der Operation getöteten Bandenmitglieder und eines festgenommenen Kämpfers.

Drahtzieher des geplanten Anschlags in Moskau waren nach Angaben des russischen Anti-Terror-Komitees die Führer der Islamischen Turkestan-Partei, einer islamischen Organisation, die vom Obersten Gericht der Russischen Föderation als terroristisch eingestuft wird. Sie ist in vielen europäischen Ländern, den zentralasiatischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie den USA verboten.

Die Auftraggeber des Anschlags sollen sich nach Informationen des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalten, berichtete RIA Novosti. Das russische Anti-Terror-Komitee gab außerdem bekannt, dass die Anschlagsplaner, die das Blutbad in Moskau organisieren sollten, in Afghanistan gegen die ISAF-

Truppen gekämpft haben. Die Terroristen „befassten sich mit Minen- und Sprengstoffkunde und waren unmittelbar an ‚Vorstößen' gegen ISAF-Kräfte beteiligt", so das Anti-Terror-Komitee.

Die ISAF-Truppen sollen plangemäß Ende 2014 aus Afghanistan abgezogen werden. Einige Militärexperten und auf die Drogenbekämpfung spezialisierte Polizeikräfte sollen aber weiterhin im Land verbleiben. Einer möglichen Zunahme der Spannungen in dieser Region nach 2014 sieht die internationale Gemeinschaft mit Sorge entgegen. Die in dieser Region aktive Taliban-Bewegung, die Bewegung „Islamischer Dschihad – Dschamaat der Modschaheddin" und die Islamische Turkestan-Partei stellten eine reale Gefahr für einzelne Staaten und ganze Regionen dar, so der Leiter des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) Alexander Bortinkow.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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