APEC-Gipfel 2014: Russland kooperiert mit China

Foto: Konstantin Sawraschin/Rossijskaja Gaseta

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Seit Sonntag findet in Peking der APEC-Gipfel statt, ein Treffen der Staatsmänner der Asiatisch-pazifische wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Russlands Präsident Wladimir Putin ist angereist und macht deutlich, dass Russland beabsichtigt, sich in Zukunft stärker Richtung Osten zu wenden. Etliche Vertragswerke verstärken das Band mit dem Reich der Mitte.

Russlands Präsident Wladimir Putin besucht zurzeit den APEC-Gipfel in Peking und macht dabei deutlich, dass Russland sich zukünftig wirtschaftlich in Richtung Asien-Pazifik und vor allem nach China orientieren will. Die Länder der asiatisch-pazifischen Region müssten miteinander kooperieren und ihre Potentiale zu gegenseitigem Vorteil nutzen, forderte das russische Staatsoberhaupt heute. Der Ausbau der Zusammenarbeit mit den Ländern des asiatisch-pazifischen Raumes hat für Russland Top-Priorität, sagte der Präsident.

„Russland als Teil der Asiatisch-Pazifischen Region muss die Wettbewerbsvorteile nutzen, die sich in diesem schnell wachsenden Zentrum mit seiner Wirtschafts-, Technologie- und Investitionskraft bieten", wird der Präsident von der Nachrichtenagentur „TASS" zitiert. „Die Entwicklung Sibiriens und des Föderationskreises Ferner Osten ist eine einmalige Chance für die Anrainerländer in dieser starken Region", sagte Putin weiter. Russland will den Anteil der Länder des asiatisch-pazifischen Raumes am russischen Außenhandel von derzeit 25 auf bis zu 40 Prozent steigern.

Die Idee einer asiatisch-pazifischen Freihandelszone wird von Russland unterstützt, Putin nannte das eine „äußert wichtige Zielsetzung des chinesischen APEC-Vorsitzes". Putin setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit der geplanten asiatischen Freihandelszone mit den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion.

 

China ist der wichtigste Partner

Eine Schlüsselrolle für Russland wird die Volksrepublik China spielen. Gestern traf Putin auf seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping. Beide betonten die positive Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit. Putin erklärte, diese Zusammenarbeit sei außerordentlich wichtig, um „die Welt im Rahmen des internationalen Rechts zu erhalten und sie stabiler zu machen".

Putins Pressesprecher Dmitirij Peskow sagte, dass auch über eine zukünftige Abrechnung von Wirtschafts- und Militärprojekten in chinesischen Yuan gesprochen worden sei. 17 Abkommen unterzeichneten beide Länder am Rande des Gipfels, darunter auch eines über Gaslieferungen von Russland nach China über die noch fertigzustellende sogenannte „westliche Route". Das Gas stammt aus Vorkommen in Westsibirien.

Der entsprechende Liefervertrag soll nach Angaben des russischen Energieministers Alexander Nowak in der ersten Jahreshälfte 2015 unterzeichnet werden. Dreißig Jahre lang sollen dann pro Jahr bis zu 30 Milliarden Kubikmeter russisches Gas nach China strömen. Gazprom-Chef Alexej Miller erklärte, dass die Pipeline bis in sechs Jahren in Betrieb genommen werden soll. Miller sagte, dass die Pipeline auch höhere Liefermengen von bis zu 100 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erlauben würde.

Neben dem Abkommen zu den geplanten Gaslieferungen wurden Abkommen zum Bau von Wasserkraftwerken im Föderationskreis Ferner

Osten, Kreditgeschäften zwischen der Sberbank und der Export-Importbank Chinas oder zum Bau von Zementfabriken unterzeichnet. Beobachter sehen darin eine deutliche Hinwendung Russlands zum Osten, insbesondere zu China.

Putin traf auch auf die Staatsoberhäupter Japans und Chiles. Japans Premierminister Shinzō Abe begrüßte die Wiederaufnahme von Gesprächen zu einem Friedensvertrag zwischen Russland und Japans. Russland sieht, trotz Japans Beteiligung an den westlichen Sanktionen, Redebedarf mit dem Nachbarn im Norden.

Mit Michelle Bachelet, der chilenischen Präsidentin, diskutierte Putin vor allem Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Chile wünscht sich einen Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland und den Ländern der eurasischen Zollunion, sagte Bachelet. Für Russland spielt Chile eine große Rolle als Exporteur von Agrarprodukten. Nachdem russischen Embargo gegen Lebensmittel aus bestimmten westlichen Ländern könnte Chile deutlich mehr Agrarprodukte nach Russland liefern.

Erstellt aus Artikeln von RIA Novosti, TASS und Kommersant.