Schweizer Mediengruppe Edipresse verlässt Russland

Edipresse kam 2003 nach Russland und verlegte mehr als 30 Magazine für Frauen.

Edipresse kam 2003 nach Russland und verlegte mehr als 30 Magazine für Frauen.

Alexander Saverkin/TASS
Mit dieser Entscheidung reagiert das Unternehmen auf das neue Mediengesetz in Russland. Damit steht Edipresse nicht alleine dar.

Der Schweizer Medienkonzern Edipresse habe sich dazu entschieden, auf das neue Mediengesetz Russlands zu reagieren und den russischen Markt zu verlassen, berichtet die Nachrichtenagentur „RBK“. Das Gesetz besagt, dass es Ausländern ab 2016 verboten wird, mehr als 20 Prozent der Anteile an einem Massenmedium in Russland zu halten. 

Edipresse kam 2003 nach Russland und verlegte mehr als 30 Magazine für Frauen. In diesem Monat verkaufte der Konzern seinen gesamten russischen Ableger an Generaldirektor der russischen Tochter von Edipresse Maxim Simin. Die Kaufsumme wurde nicht veröffentlicht, Experten gehen jedoch von 200 bis 300 Millionen Rubel, umgerechnet rund 2,65 bis 3,95 Millionen Euro, aus.  

Das 2014 verabschiedete Mediengesetz hat bereits viele beliebte Fernsehsender wie etwa Discovery Channel und Disney Channel sowie große Verlage in Bedrängnis gebracht. Als eines der ersten reagierte das deutsche Verlagshaus Burda, das die Produktion von zehn seiner Magazine nach Russland verlegte. Im August wurde zudem bekannt, dass die größte deutsche Mediengruppe Axel Springer SE seine russischen Aktiva abstößt. In Russland wurden durch Axel Springer die Magazine „Forbes“, „Geo“ und „OK!“ verlegt. 

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