Lawrow bei Trump: Gemeinsam gegen den Terror

Der US-amerikanische Außenminister Rex Tillerson (r.) winkt vor seinem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow (l.) am Mittwoch Vertretern der Presse zu.

Der US-amerikanische Außenminister Rex Tillerson (r.) winkt vor seinem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow (l.) am Mittwoch Vertretern der Presse zu.

Reuters
Der russische Außenminister Sergej Lawrow traf sich am Mittwoch mit US-Außenminister Rex Tillerson und US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Bei den Gesprächen ging es im Wesentlichen um Fragen der Zusammenarbeit, vor allem in Syrien. Zudem bestätigten sie ein Treffen zwischen Trump und Putin Anfang Juli in Hamburg.

Lawrows Visite in Washington folgte dem Moskau-Besuch von Rex Tillerson im April, bei dem der US-Außenminister sich zunächst mit seinem Amtskollegen und später mit Wladimir Putin traf. Ähnlich gestaltete sich der Termin am gestrigen Mittwoch: Sergej Lawrow sprach zunächst mit seinem US-Amtskollegen und im Anschluss mit Donald Trump.

Das Treffen mit dem US-Präsidenten käme nicht nur aus Anstand zustande, betonte im Vorfeld des Besuchs Andrej Kortunow, Leiter des Russischen Rats für internationale Angelegenheiten, im Gespräch mit Gazeta.ru. „Die Außenpolitik der USA wird, bei allem Respekt vor dem Außenminister, vom Präsidenten bestimmt. Ich denke, Trump hat für Putin eine Botschaft, die er über Lawrow persönlich vermitteln möchte.“

Das Gespräch zwischen Lawrow und Trump dauerte rund vierzig Minuten. Dabei ging es auch um ein persönliches Treffen zwischen dem US- und dem russischen Präsidenten. In der anschließenden Pressekonferenz sagte Lawrow, die beiden Staatsoberhäupter würden sich Anfang Juli im Rahmen des G-20-Gipfels in Hamburg treffen.

Der russische Außenminister betonte, dass vor dem Treffen noch wichtige Fragen geklärt werden müssten, beispielsweise die Lage in Syrien. Bis dahin sollten „konkrete und greifbare Ergebnisse“ erzielt werden. Darum würden er selbst und Rex Tillerson sich persönlich kümmern, erklärte Lawrow.

„Sie machen doch Witze!“

Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger (l.) sitzt neben Donald Trump, der im Anschluss seines Gesprächs mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow Fragen der Presse beantwortet.  / ReutersDer ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger (l.) sitzt neben Donald Trump, der im Anschluss seines Gesprächs mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow Fragen der Presse beantwortet. / Reuters

Der Besuch Lawrows im Weißen Haus fiel mit der Entlassung des FBI-Direktors James Comey zusammen. US-Medien, die zum Teil einen Zusammenhang mit Ermittlungen des FBI gegen den angeblichen Einfluss Moskaus auf die US-Wahlen vermuten, versuchten zu erfahren, ob sich die Entlassung auf die Beziehungen zwischen Russland und den USA auswirken werde. Vor dem Treffen mit Tillerson darauf angesprochen, fragte Lawrow ungläubig: „Wurde er gefeuert? Sie machen doch Witze!“

Am selben Tag erklärte Putin einer CBSN-Journalistin, dass Comeys Entlassung eine innere Angelegenheit der USA sei und Russland nichts angehe. Lawrow wollte die Spekulationen über eine Einmischung in die US-Wahlen ebenfalls nicht weiter kommentieren. Er bezeichnete sie lediglich als „unwahr“.

Verglichen mit der Präsidialverwaltung unter Obama, so betonte Lawrow während der Pressekonferenz im Anschluss seiner Gespräche, sei der Dialog zwischen Russland und den USA unter Trump frei von jeglicher Ideologie. „Trump und seine Administration sind Menschen, die verhandeln wollen“, sagte der russische Außenminister.

USA und Russland wollen zusammenarbeiten

Den Großteil der Pressekonferenz widmete Lawrow Syrien. Der Außenminister erklärte, dass die USA die Schaffung von Deeskalationszonen unterstützten. Russland und die USA hätten sich darüber verständigt, wo die Schutzzonen eingerichtet werden sollen und wie sie funktionieren sollen. Die beiden Länder seien bereit, zusammenzuarbeiten. „Die USA wollen den Terrorismus in Syrien besiegen. Das ist auch unser Ziel“, sagte Lawrow.

Das Thema der einseitigen Sanktionen, die unter Obama im Dezember 2016 eingeführt wurden, blieb indes unangetastet. Doch Washington wisse, dass die Beschlagnahmung von Eigentum russischer Diplomaten damals illegal gewesen sei, mahnte Lawrow.

Donald Trump sagte, er sei mit dem Ergebnis des Treffens zufrieden und hoffe auf eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington. Wie aus einer offiziellen Mitteilung des Weißen Hauses hervorgeht, hatte der US-Präsident im Gespräch mit Lawrow aber betont, dass Russland die Regimes in Syrien und im Iran zügeln müsse. „Er hält eine weitere Zusammenarbeit bei der Konfliktlösung im Nahen Osten und anderswo für möglich“, heißt es weiter in der Erklärung.