Ein Wochenende in Nischni Nowgorod

Die Millionenstadt Nischi Nowgorod ist zum Hotspot für Flusskreuzfahrten und zu einem beliebten Zentrum für internationale Ausstellungen geworden. Foto: Andrej Mindrjukow

Die Millionenstadt Nischi Nowgorod ist zum Hotspot für Flusskreuzfahrten und zu einem beliebten Zentrum für internationale Ausstellungen geworden. Foto: Andrej Mindrjukow

Lange Zeit war es Ausländern verboten, sie zu besuchen, heute ist sie eine Perle für Touristen: die russische Millionenstadt Nischni Nowgorod. Sie bietet nicht nur typisch russische Architektur und schöne Flusskreuzfahrten – jeder kann hier etwas erleben.

Bis 1991, über 32 Jahre lang, war es Ausländern nicht gestattet, Nischni Nowgorod zu besuchen. Mittlerweile ist die Stadt jedoch zum Hotspot für Flusskreuzfahrten in ganz Russland und zu einem beliebten Zentrum für internationale Ausstellungen geworden. Die Stadt beeindruckt zudem nicht nur mit ihrem wunderbaren Ausblick und ihrer typisch russischen Architektur, sondern auch mit dem Flair eines liberalen Zentrums aus der Zeit der Rus. Dies und noch viel mehr machen Nischni Nowgorod zu einem Ausflugsziel, das man unbedingt einmal gesehen haben sollte.

 

Samstag: Souvenirs und Bars auf einer Straße

10 Uhr, Stadtzentrum, Frühstück

Die Stadt Nischni Nowgorod trug für einige Jahrzehnte den Namen Gorki, der ihr zu Ehren des sowjetischen Schriftstellers Maxim Gorki verliehen wurde. Heute trägt der Hauptplatz, auf dem ein Gorki-Denkmal und eine die Stunden bis zum Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi zählende Uhr stehen, den Namen dieses weltbekannten Autors.

Der Hauptplatz ist zudem Startpunkt für die zentrale Fußgängerzone der

Anreise

 

Um von Moskau aus nach Nischni Nowgorod zu gelangen, kann man entweder für 30 Euro den Zug (Preis für eine Fahrtrichtung; sieben bis acht Stunden Fahrtzeit), oder für 19 Euro den Bus nehmen (sechs Stunden Fahrtzeit).

Zudem kann man auch dorthin fliegen: aus Sankt Petersburg und Moskau gehen regelmäßig Flüge (der Preis liegt bei etwa 110 Euro; die Flugzeit beträgt ein bis zwei Stunden).

Für diejenigen, die gerne auf dem Wasser reisen, gibt es die Möglichkeit, in Nischni Nowgorod entweder auf der Wolga oder der Oka einen kurzen Ausflug oder auch eine Exkursion zu unternehmen.

Stadt, die Bolschaja Pokrowskaja Uliza. Ein Spaziergang auf dieser Flaniermeile kann schon einige Stunden dauern, weshalb man sich vorher unbedingt stärken sollte. Ein wunderbarer Ort wäre dafür das Café „Otschag", in dem es 25 verschiedene Sorten Piroschki (gefülltes Gebäck) oder auch ein köstliches Mittagessen für rund 10 Euro gibt (Bolschaja Pokrowskaja Uliza 44 b).

 

11 Uhr, Flaniermeile und Souvenirs

Die Fußgängerzone zählt zu den ältesten Straßen der Stadt, auf der es viele Gebäude aus den vergangenen Jahrhunderten zu bewundern gibt. Eines davon ist das Nischni Nowgoroder Puppentheater, das kunstvoll mit Zinnen, Wetterfahnen und Märchenfiguren verziert ist (Bolschaja Pokrowskaja Uliza 39 a).

Gleich am Anfang der Bolschaja Pokrowskaja Uliza befindet sich das Kunsthandwerksmuseum, das mit Chochloma-Malerei verziert ist, einer traditionellen Art dekorativer Malerei von in Gold- und Rottönen gehaltenen floralen Mustern, mit denen gewöhnlich Geschirr bemalt wird (Bolschaja Pokrowskaja Uliza 43).

Im Museum findet man zudem noch die Ausstellungshalle „Kunsthandwerk", in der 65 000 Haushalts- und Schmuckgegenstände aus ganz Russland gezeigt und verkauft werden. Eine Matrjoschka erhält man dort für 4,50 Euro, einen mit Chochloma-Malerei verzierten Becher für 7,50 Euro, und auch russische Trachtenkleider und bemalte Tische können dort erstanden werden.


Größere Kartenansicht

 

15 Uhr, Kunstgalerie

In der Kunstgalerie „Kladowka" werden Werke von zeitgenössischen Künstlern ausgestellt, Workshops angeboten und Kunstwerke sowie von Künstlern gestalteter Schmuck verkauft (Bolschaja Pokrowskaja Uliza 8). Der Eintritt in das Museum kostet rund 0,50 Euro, was man aber beim Kauf eines Kunstgegenstandes wieder zurückerstattet bekommt.

 

18 Uhr, Kreml und Aussichtspunkt

Der Nischni Nowgoroder Kreml aus dem 16. Jahrhundert war eine der ausgefeiltesten Befestigungsanlagen seiner Zeit. Heute befinden sich dort

Hotels

 

Zu den besten Hotels der Stadt zählen das „Grand Hotel Oka Premium" oder das etwas günstigere, aber nicht schlechtere „Hotel Azimut". Beide Hotels befinden sich im Zentrum der Stadt.

Administrationsgebäude, Kirchen sowie das Rüsthaus der Stadt. Nischni Nowgorod liegt zur Hälfte auf einem Hügel mit steilen Abstiegen, von denen man einen einzigartigen Ausblick auf den unteren Teil der Stadt hat.

Am Abend empfiehlt es sich daher, einen der Aussichtspunkte zu besuchen, zum Beispiel die Tschkalow-Aussichtsplattform an der Werchnewolschskaja nabereschnaja (Hohes Wolgaufer) neben dem Kreml. Sie lässt sich über die 560 Stufen umfassende Tschkalow-Treppe erklimmen.

 

20 Uhr, Bars

Die Bolschaja Pokrowskaja Uliza ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt für Kunstliebhaber, sondern stellt auch das Zentrum des Nachtlebens in Nischni Nowgorod dar.

Eine der dort angesagtesten Bars ist die Bar „Bereska", in der Birkenholzdekorationen und Matrjoschkas stilvoll in Szene gesetzt werden (Bolschaja Pokrowskaja Uliza 51 a). Dort lassen sich Shots für 6 Euro und Longdrinks für 5,50 Euro genießen, wobei eine durchschnittliche Rechnung zwischen 20 und 40 Euro ausmacht. Weitere Pluspunkte der Bar sind der Verzicht auf Einlasskontrollen sowie das Auftreten stadtbekannter DJs, die russische Lounge-Musik auflegen.

Etwas informeller und rustikaler ist das Ambiente in der „Rock-Bar" (Bolschaja Pokrowskaja Uliza 11). Diese überzeugt ihre Gäste mit plakatierten Wänden in beiden Lokalräumen, Billardtischen und der Möglichkeit, auf der Bar zu tanzen. Ein saftiges Steak kostet dort günstige 9 Euro und ein kühles Bier schlappe 2 Euro. Liebhaber von Getränken mit Schirmchen gehen jedoch leer aus, denn Cocktails passen nicht zu echten Rockern. Auch hier gibt es keine Einlasskontrollen und keinen Eintritt, es sei denn, es werden Rockkonzerte veranstaltet. Dann könnte Eintritt verlangt werden.

Einer der beliebtesten Clubs im ehemaligen Gorki ist der „Z-TOP Club" (Nischnewolschskaja nabereschnaja 16). Hier wird Commercial House der Extraklasse von weltweit namhaften DJs geboten. Der Eintritt kostet 12 Euro bei Einlasskontrolle und Dresscode. Der Mindestumsatz an einem Tisch muss 75 Euro betragen, wobei ein Cocktail hier etwa 11 Euro kostet.

 

Sonntag: Historische Architektur

 

12 Uhr, unterer Teil der Stadt

Die historischen Denkmäler des unteren Teils der Stadt sind in dem Gebiet „Strelka", der großen Landzunge, die durch die Mündung der Oka in die Wolga gebildet wird, konzentriert. So kann man an der Uferstraße auf einer Fläche von acht Quadratkilometern eine der größten Messen Russlands besichtigen: die Messe von Nischni Nowgorod, wo heute Ausstellungen veranstaltet werden (Sownarkomowskaja Uliza 13).

Ihr Erfolg in den vergangenen Jahrhunderten liegt in ihrer günstigen Lage begründet. Sie befindet sich am Zusammenfluss der zwei wichtigsten Schiffswege Russlands. Besonders sehenswert ist auch die Aleksandr-Newskij-Kathedrale (Uliza Strelka 15), deren Mauern sich bis zu 87 Meter auftürmen.

 

14 Uhr, Spaziergang und Mittagessen

Am anderen Ufer der Oka führt Sie die Fußgängerzone Roschdestwenskaja durch ein ganz besonderes Freiluftmuseum, in dem man 35 einzigartige Architekturdenkmäler bestaunen kann. Das schönste von ihnen ist die Marienkathedrale, die im 17. bis 18. Jahrhundert erbaut wurde.

Eine Kleinigkeit essen kann man in diesem Teil der Stadt im Bistro „Gavroche" (Roschdestwenskaja 45). Dort bekommt man für 15 bis 20 Euro

kulinarische Köstlichkeiten aus der französischen Küche. Eine andere Möglichkeit bietet die „Central Bar" (Roschdestwenskaja 23). Dort werden zu moderaten Preisen derart große Mahlzeiten serviert, dass eine kleine Portion schon ausreicht.

 

15 bis 18 Uhr, russische Autos

In Nischni Nowgorod wurden in den 1930ern und 1940ern wahre technische Wunderwerke der sowjetischen Automobilindustrie hergestellt. Die Stadt wird von seinen Einwohnern daher auch gerne als „russisches Detroit" bezeichnet. Das Automobil-Erbe dieser Zeit, das von Militärfahrzeugen bis hin zu den Modellen des Siebensitzers Tschajka reicht, kann man heutzutage, jedoch nur an Werktagen, im historischen Museum der Automarke GAZ bestaunen (Lenin-Prospekt 95).

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