Die acht schönsten Naturreservate Russlands

Ob Seen, Wälder, Sümpfe, Berge oder die arktische Tundra – Russland bietet jedem Naturliebhaber ein attraktives Urlaubsziel. Beim Camping, Wandern, Bergsteigen oder Baden lassen sich seltene Flora und Fauna bestaunen.

1. Baikal-Naturreservat

Foto: Lori / Legion Media

Rund um den Baikalsee, den tiefsten und wasserreichsten Süßwassersee der Erde, erstreckt sich das märchenhaft schöne Baikal-Naturreservat. Bewachsen mit Nadel- und Laubbäumen beherbergt das Gebiet über 300 Tierarten und 80 Pflanzenarten, von denen etwa 25 auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. In den Flüssen des Baikal-Naturreservats leben Äschen, Lenok, Quappe und Taimen. Man darf sie sogar – unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften – angeln, was Touristen und Einheimische auch gern tun. Wer noch nie frische Äschen genossen hat, sollte dieses versäumte Erlebnis nachholen.

Das Naturschutzgebiet ist ganzjährig und zu jeder Tageszeit für Besucher geöffnet. Ruhebedürftige, denen der Sinn nicht nach Aktivurlaub steht, können sich einfach auf einem der Campingplätze am Baikal-Ufer niederlassen. Die Preise dort sind human, die Einwohner und Betreiber der „Touristensiedlungen“ gastfreundlich.

 

2. KusnezkerAlatau

Foto: GeoPhoto

Im Süden Mittelsibiriens liegt das Naturschutzgebiet Kusnezker Alatau, ein ungewöhnlicher Ort mit einem einzigartigen Ökosystem. In der von Hochgebirgszügen umgebenen Tiefebene breitet sich ein unberührter Nadelwald aus, in dem Zedern wachsen, kristallklare Gebirgsbäche mit Eiswasser fließen und Gletscher und unterirdische Wasserläufe große und tiefe Seen mit Wasser versorgen.  

Das Naturschutzgebiet ist bei russischen Touristen aus der Umgebung äußerst beliebt. Im Sommer und im Winter trifft man hier viele Gruppen von Wanderern, die mit schweren Rucksäcken unterwegs sind.

Die Gegend ist gut erschlossen, es gibt sicher befestigte Wege und Übernachtungsmöglichkeiten, kleine Hütten, in denen unterkommen kann, wer nicht zelten möchte. In der Regel lässt sich die Entfernung zwischen den Unterkünften im Rahmen einer Tagestour oder auch weniger bewältigen.

Reservieren kann man Touren hier.

 

3. Altai-Naturreservat

Foto: Lori / Legion Media

Das Gebiet des Altai-Naturreservats ist von der UNESCO unter der Bezeichnung „Goldenes Altai-Gebirge“ als Naturerbe gelistet. Es ist fast von allen Seiten umgeben mit hohen Bergen, im Nordwesten grenzt das Gebiet an den großen Telezker See. Auf dem gesamten Territorium des Naturreservats findet sich nicht eine einzige Straße. Das macht das Gebiet für Touristen noch attraktiver.

Der Großteil des Naturreservats ist mit wildem, nur an wenigen Stellen von Pfaden durchzogenem Wald bewachsen. Es beherbergt außerdem 1 190 kalte und saubere Seen.

Nicht weit entfernt liegt der höchste Berg des Altaigebirges und Sibiriens, der Belucha. Ohne Spezialausrüstung und gute Vorbereitung lässt er sich nicht besteigen. In den Bergen erwarten Sie Anblicke einer ungewöhnlich schönen Landschaft und wenn Sie Glück haben, sehen Sie auch ein sehr seltenes und majestätisches Raubtier, das auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten geführt wird: den Schneeleoparden.

Wer seinen Urlaub lieber ruhig angehen lassen möchte, dem ist ein Dorf am Ufer des Telezker Sees zu empfehlen. Man kann hier in einem gemütlichen Holzhäuschen für 7,50 Euro pro Person übernachten, richtig gutes Schaschlik genießen und sich in einer echten russischen Banja entspannen.

Zur offiziellen Webseite der Republik Altai.

 

4. Kronozki-Naturreservat

Foto: Focus Pictures

Das Kronozki-Naturreservat ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Russlands. Es liegt auf der Kamtschatka-Halbinsel und grenzt an den Pazifik. Das Reservat ist bekannt wegen des sich dort befindenden, aktiven Vulkans Kronozkaja Sopka, einer Vielzahl von Wasserfällen, dem Tal der Geysire und einiger Thermalseen. Das Tal der Geysire wird in der offiziellen Liste der Sieben Wunder Russlands geführt. An keinem anderem Ort des eurasischen Festlands gibt es Geysirfelder. Seiner Größe nach übertrifft dieses Gebiet bei Weitem die bekannten Geysirfelder Islands.

Überblick über touristische Einrichtungen.

 

5. Kaukasus-Naturreservat

Foto: Lori / Legion Media

Das Kaukasus-Naturreservat liegt an den Nord- und Südhängen des Westkaukasus und wurde von der UNESCO als Weltnaturerbestätte anerkannt.

Nicht weit entfernt liegt die mittlerweile weltbekannte Stadt Sotschi. Flüsse, die in den Bergen des Kaukasus-Naturreservats entspringen, versorgen die Urlaubsorte bei Sotschi mit Wasser, der große Waldbestand bringt frische Luft dorthin.

Das Gebiet des Naturreservats schließt auch Berge des Kaukasusgebirges ein, unter anderem die 5000er-Berge Elbrus und Kasbek, deren Hänge ganzjährig mit Schnee bedeckt sind. Die Spitze des Elbrus ist der höchste Punkt Europas. Bergsteiger reisen aus der ganzen Welt an, um ihn zu bezwingen. Besondere Erwähnung verdient der See Kesenoiam. Bei sonnigem Wetter leuchtet sein Wasser in kräftigem Blau. Er ist der tiefste und größte See des Westkaukasus. In ihm lebt eine Fischart, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt: den Lachsfisch Salmo ezenami. 

Für einige Bereiche des Reservats sind besondere Genehmigungen erforderlich, die anhand folgender Angaben ausgestellt werden: Teilnehmer der Reisegruppe, Reisepassdaten und Kopien aller Reisepässe, Name des Reiseleiters, geplante Route, Dauer der Tour (Anzahl der Tage), Gebühr (3,50 Euro für Erwachsene/Tag, 1 Euro für Kinder). In Sotschi stellt die zentrale Verwaltungsstelle des Reservats die Genehmigungen aus. Anschrift: Karl-Marx-Straße 8, Zimmer 10, Adlerski Rayon, Sotschi.

 

6. GroßesArktischesNaturreservat

Foto: GeoPhoto

Das Naturreservat umfasst große arktische Wüsten und arktische Tundra. Ein großer Teil des Jahres liegt in diesem Gebiet, das unmittelbar an den arktischen Polarkreis angrenzt, Schnee. Er schmilzt nur im Sommer für eine kurze Zeit. Das Große Arktische Naturreservat ist das größte Naturschutzgebiet Eurasiens und Heimat der Eisbären. Das Reservat grenzt an den Arktischen Ozean.

Weitere Informationen unter.

 

7. Wassjuganje

 

Foto: GeoPhoto

In Westsibirien zwischen den Flüssen Irtysch und Ob erstreckt sich eines der größten Sumpfgebiete der Welt. Für die Region stellen sie die wichtigste Süßwasserquelle dar. Touristen verirren sich nur selten dorthin: Kaum einer riskiert einen Ausflug in die gigantischen, teilweise unter Wasser stehenden Weiten, auch wenn an den meisten Stellen die Sümpfe nicht besonders tief sind. An diesen von der Zivilisation unberührten Orten leben seltene Vogel- und Säugetierarten.

Es ist übrigens durchaus möglich, mehrere Tage am Stück durch die Sümpfe zu wandern. Inmitten der endlosen Wasserfelder finden sich vollkommen trockene und bewaldete Inseln.

Video und weitere Informationen hier (in russischer Sprache).

 

8. Fernöstliches Küsten-Naturreservat

 

Foto: Lori / Legion Media

Dieses Naturschutzgebiet wurde eingerichtet, um seltene Meeres- und Küstentiere und dort vorkommende Pflanzen zu erhalten. Reisende finden im fernöstlichen Küsten-Naturreservat unberührtes sauberes Meer mit kleinen grasbewachsenen Stränden und niedrige Laubwälder vor.

In dem warmen Meerwasser leben sogar tropische Haie und Seeschlangen. Die Fauna, unter Wasser wie auch am Land, ist ausgesprochen vielfältig. Die meisten Tiere allerdings sind vom Aussterben bedroht.

Im nördlichen Teil des Naturreservats gibt es ein Hotel, in dem man recht komfortabel, wenn auch nicht extravagant, an der Küste Urlaub machen kann.

Für Touren siehe unter.


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