Sieben ungewöhnliche Reiseziele in Russland

Aufgrund seiner schieren Größe bietet Russland interessierten Reisenden viele Möglichkeiten, auch jenseits der ausgetretenen Pfade spannende und lehrreiche Orte zu besichtigen. Wussten Sie etwa, dass der Lotus auch in Russland blüht?

Russland eignet sich hervorragend für den sogenannten „Bildungstourismus“, der nicht nur Sightseeing, sondern auch kulturelle Entdeckungen mit einschließt. Musste man früher abgesehen von Stadtrundfahrten jede Reise selbstständig organisieren, kann man heute den Besuch jedes noch so ausgefallenen Ortes in Russland mühelos komplett buchen.

Journalisten von Russland HEUTE wählten sieben sehr ungewöhnliche und auch für ausländische Touristen zu erreichende Reiseziele aus.

 


Lotusfelder – Gebiet Astrachan

Foto: Lori / Legion Media

Reisebüro: «Intourist–Astrachan» 

Preis: 230 Euro – individuelle Exkursion, 40 Euro – Gruppenexkursion

Dauer: 1 Tag

Reisezeit: von August bis September

Touren-Buchung: baza@intast.ru  

Der Lotus ist die heilige Blume der Buddhisten. Man assoziiert sie traditionell nicht mit Russland – vor allem Indien und China gelten als ihre Heimat. Im August und September jedoch blüht im Wolgadelta, dem Naturschutzgebiet von Astrachan, der Kaspische Lotus. Es ist der nördlichste Ort seines Vorkommens. Hier befinden sich die größten Lotusfelder der Welt. Sie sind bis zu 15 Kilometer lang und drei Kilometer breit. Um dieses Naturwunder erleben zu können, reicht ein einziger Tag. Eine Standardtour zu den Lotusfeldern dauert acht bis zehn Stunden. Die Teilnehmer werden  mit einem Schiff so nah wie möglich an die Blütenpracht herangefahren, danach geht es weiter auf kleineren Booten in die dicht bewachsenen Felder. Wer will, kann in der Wolga auch baden.

 


KreuzfahrtzurWrangel-InselTschukotka

Foto: Alamy / Legion Media

Reisebüro: RussiaDiscovery

Preis: 7.450 Euro

Dauer: 15 Tage

Reisezeit: August

Touren-Buchung: go@russiadiscovery.ru

Auf der Wrangelinsel beginnt der neue Tag, schließlich liegt sie genau an der Nahtstelle der westlichen und östlichen Hemisphäre. Die Wrangelinsel gilt als Heimat der Eisbären. 2004 wurde die Landschaft in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Das Ausflugsschiff fährt den nord-östlichen Teil Eurasiens entlang, kreuzt den arktischen Polarkreis und legt wieder an der Wrangelinsel an.

 


Schreckenstour zu den Lagern des Gulag – Region Perm

Foto: Ricardo Marquina

Reisebüro: «Solo-Тour» 

Preis: 700 Euro – individuelleExkursion, 130 Euro – GruppenexkursionfürfünfPersonen

Dauer: 4 Tage

Reisezeit: Juni bis September

Touren-Buchung: info@northural.ru

Die Reisegäste beginnen ihre Tour in Solikamsk und besuchen einige am Fluss Gluchaja Wilwa gelegene Orte, an denen sich Gulag-Lager befanden unter anderem die Siedlung Sim, die Dörfer Zwetkowo, Rschawjez und Krasnyj Jar. Die Reise schließt Flussfahrten vor Ort und einen Besuch des Mammutfriedhofes bei Kransyj Jar ein. Die Tour bietet wenig Komfort. Zwei der drei Übernachtungen sind in Zeltlagern vorgesehen. Man sollte sich also nicht nur auf Einblicke in die dunkle Seite der Geschichte dieser Orte einstellen, sondern auch gewisse physische Strapazen hinnehmen können.

 


Epizentrum der Tunguska-Explosion – Region Krasnojarsk

Foto: Lori / Legion Media

Reisebüro:  «Acris»

Preis: 600 Euro

Dauer: 4 Tage

Reisezeit: Juni bis September

Touren-Buchung: office@acris.ru

Erste Berichte über die heftige Explosion kamen schon 1908 in Umlauf, unmittelbar nach dem Ereignis. Eine zweifelsfreie Klärung dessen, was genau in der Region Krasnojarsk passierte, ist bis heute noch nicht gelungen. Die Ursache dieser Erscheinung ist auch mehr als ein Jahrhundert später nicht restlos geklärt. Dank der Popularität dieses Reiseziels ist die Auswahl an Touren zum Epizentrum des Meteoriteneinschlags recht groß – annähernd jeder Wunsch wird berücksichtigt. Etwa kann der dreistündige Fußmarsch durch eine 20-minütige Hubschrauberfahrt umgangen werden. Die Tour verlangt von den Teilnehmern eine gute Kondition. Auf dem Programm stehen Flussfahrten, Nachforschungen vor Ort und eine Einweihung in die verschiedensten Theorien darüber, was genau vor über einhundert Jahren an diesem Ort passierte.

 


Diamantengrube Mir – Jakutien

Foto: Lori / Legion Media

Reisebüro: Siberian Trip 

Preis: abhängig von der Strecke

Dauer: 1 bis 2 Tage

Reisezeit: ganzjährig

Touren-Buchung: rassvet2004@bk.ru

Das Programm „Jakutien der Diamanten“ sieht einen Besuch einer Diamanten-Grube vor, bei dem man mit eigenen Augen sehen kann, wie die Edelsteine gefördert und geschliffen werden. Es bietet auch die Gelegenheit, eines der beeindruckendsten von Menschenhand geschaffenen Orte kennenzulernen – die Grube Mir am Rande der Stadt Mirnyj in Jakutien. Mit der Erschließung der Diamanten-Förderstätte wurde hier 1955 begonnen. Heute hat die Grube eine Tiefe von 450 Metern erreicht, ihr äußerer Umfang beträgt 1 200 Meter. Über der Mir fliegen keine Hubschrauber, sie würden durch die unterschiedlichen Luftströme buchstäblich in die Grube hineingezogen. Die Grube gilt als eine der attraktivsten Sehenswürdigkeiten Jakutiens. Selbst einfache Fotos von ihr sind sehr wirkungsvoll. Die Mir ist die einzige Grube auf der Welt, die aus dem Kosmos wahrnehmbar ist und von wissenschaftlichen Magazinen regelmäßig als einer der spektakulärsten Orte der Welt bezeichnet wird.

 


KältepolOmjakon, Jakutien


Foto: Lori / Legion Media

Reisebüro: RussiaDiscovery 

Preis: 1 800 Euro

Dauer: 9 Tage

Reisezeit: Januar bis März

Touren-Buchungen: go@russiadiscovery.ru

Fast jedes Jahr macht Omjakon mit neuen Temperaturrekorden Schlagzeilen. Man hat hier mit -71,2 Grad Celsius die niedrigste Temperatur auf diesem Planeten gemessen, die Durchschnittstemperatur im Winter liegt bei -50 Grad Celsius. Es ist kaum zu glauben, dass hier Menschen leben – die dank der Kälte bis zu 120 Jahre alt werden können – oder dass sich Touristen hierhin verirren. Die Expedition dauert neun Tage und wird drei Mal pro Saison angeboten – im Januar, im Februar und im März. Die maximale Teilnehmerzahl in einer Gruppe beträgt acht Personen. Es erwartet Sie eine echte ethnografische Expedition, auf der Sie in die Geschichte und die Bräuche der einheimischen Bevölkerung eintauchen und sich mit der Kultur und dem Leben dieser Region vertraut machen können. Omjakon eignet sich wie kaum ein anderer Ort, um seine eigene Robustheit auf den Prüfstand zu stellen.

 


Expedition zu aktiven Vulkanen – Kamtschatka

Foto: Lori / Legion Media

Reisebüro: Kamchatka Travel (Webseite in englischer Sprache)

Kosten: 1 950 EUR in einer Gruppe von 16 Teilnehmern

Dauer: 17 Tage

Reisezeit: Juli bis September

Touren-Buchung: http://www.travelkamchatka.com/request.htm

Kamtschatka verbindet man auf der ganzen Welt mit Vulkanen, Lachs, Eisbären, wilder Natur und außerordentlich schlechter Verkehrsanbindung. Die 17-tägige Tour über das von neun aktiven Vulkanen umgebene Hochplateau lädt zu einem echten Abenteuer ein. Dieses beinhaltet Ausflüge zu Lavafeldern, einen Aufstieg zur Öffnung des Vulkans Ploskij Tolbatschik und Foto-Touren in die Tundra. Die Reisenden werden von einem englischsprachigen Reiseleiter durch das Programm geführt, es erwartet sie auch ein russisches Dampfbad. Die Reise kann individuell auf die Kondition der Teilnehmer abgestimmt werden. Einige Nächte werden die Gäste in Zeltlagern untergebracht, an den übrigen Tagen stehen komfortable Hotelzimmer zur Verfügung. Die Strecke wird hauptsächlich zu Fuß zurückgelegt, für einzelne Fahrten zu abgelegenen Stellen des Plateaus stehen Jeeps und LKWs bereit.

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