Raus aus dem Sitzungssaal: Entertainmenttipps für die G-20

Foto: Reuters

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In zwei Tagen kann man in Sankt Petersburg auch neben einem anstrengenden Tagungsprogramm die Exklusivität der Stadt genießen. Hier einige Tipps.

Als Hauptstadt des Russischen Zarenreiches war Sankt Petersburg bereits für sein höfisches Amüsement berühmt – anschaulich beschrieben etwa in einzelnen Passagen von Alexander Puschkins „Eugen Onegin" über die Vergnügungen eines jungen Lebemanns: Bälle, Empfänge, Theatervorführungen, Feste und Dinner mit ausgewählten Menüs. Russland HEUTE präsentiert einen Leitfaden für Restaurants und andere Angebote der Luxusklasse, die einen Besuch wert sind – nicht nur, wenn sie sich während des G-20-Gipfels in Sankt Petersburg aufhalten.

Der Gründer der Stadt selbst, Peter I., war bekanntlich den weltlichen Vergnügungen nicht abgeneigt. Als erster der russischen Zaren organisierte er Versammlungen, ließ Paläste für Empfänge bauen und sammelte Kunst. Die Parkanlage in Peterhof überraschte die Besucher mit ihrer Fülle an Fontänen und originellen Ideen. Als Erlebnisse gestalteten sich die Anreise aus Sankt Petersburg über den Wasserweg, die festlichen Empfänge am Hof, die Festessen im Pavillon Eremitage an einem wunderlich konstruierten Tisch und natürlich die nächtlichen Feuerwerke.

 

Erlesene Speisen und beeindruckende Festsäle

Fast sämtliche Unterhaltungsangebote aus dem Petersburg des 18. und 19. Jahrhunderts sind heute wieder aktuell. So kann man einen großen Empfang oder seinen persönlichen Festball in einem der schönen Paläste oder Stadtvillen der Stadt veranstalten. Die Frühstücke, Mittagessen und Abendessen in den Restaurants von heute stehen den „Oneginschen" in nichts nach.

Echte russische Küche in Petersburg bietet das Restaurant Zar. Es befindet sich im Stadtzentrum, unweit des Newski Prospekts. Hier kann man Krebssuppe und sibirische Pelmeni oder gegrillten Seebarsch zu Mittag essen und sich dazu einen Kwass aus Preiselbeeren servieren lassen. Auch gibt es das spezielle Angebot des „Frühstück für Herren". Ein Weizenbrei mit Kürbis, Reibekuchen oder Blini mit rotem Kaviar ist in jedem Fall ein guter Einstieg in den Tag.

Ein anderes Restaurant mit gehobener Küche, das Dworjanskoje gnjesdo, befindet sich im Teehaus des Jussupow-Palastes in der Nähe des Mariinski-Theaters. Das Lokal verfügt über zwei ansprechende Säle und ein Musikzimmer, in dem abends Livemusik geboten wird. Auf der Speisekarte findet man kulinarische Eigenkreationen, in denen sich französische und russische Küche mischen. Rezepte des Chefkochs stehen neben Gerichten nach Kochbüchern der Familie Jussupow: Bärenfleisch-Pelmeni in

Weinsauce mit Stopfleberscheiben, gebackener Sterlet nach höfischer Art, in Burgunderwein und Kräutern der Provence mariniertes Rentierfilet. Selbst traditionelle Gerichte – Borschtsch, Bœuf Stroganoff und Fischsuppe – werden hier nach original altrussischen Rezepten zubereitet. Das Restaurant zählte Wladimir Putin, George Bush, Gerhard Schröder und Helmut Kohl, Catherine Deneuve, Bruce Willis, Paul McCartney mit seiner Frau und viele andere Weltstars und hochrangige Politiker zu seinen Gästen.

An Sonntagen lädt das Luxusrestaurant Taleon zu einem traditionellen Brunch im Herzen des Newski Prospekts, unweit der Eremitage, ein. Die ausgedehnten Festessen (von 12 bis 16 Uhr) werden stets von einem musikalischen Programm begleitet. Das Restaurant liegt in den restaurierten Innenräumen einer Stadtvilla der Jelissejews und ist im Stil des vorrevolutionären französischen Klassizismus, dem sogenannten Louis-seize, ausgestattet.

Zwei weitere Restaurants mit wunderbarem Panoramablick auf Sankt Petersburg sind in den oberen Etagen einer der höchsten Gebäude im Stadtzentrum untergebracht. Von der Dachterrasse des Lokals Terassa kann man dem Leben und Treiben auf dem Newski Prospekt zuschauen und die Architektur der Kasaner Kathedrale auf sich wirken lassen. Das Restaurant Mansarda liegt direkt neben der majestätischen Isaaks-Kathedrale im Business-Center Quattro corti. Die auf einem iPad gereichte Speisekarte enthält die besten klassischen Gerichte der europäischen und asiatischen Küche.

 

Luxus auf Rädern oder mit Flügeln und Segeln

Auch Liebhaber alter Automodelle kommen auf ihre Kosten. Petersburger Freizeitagenturen vermieten Cadillac-, Rolls-Royce-, Mercedes Benz- und Jaguarmodelle aus den 1950er Jahren sowie Tschaikas und Pobedas – die

Limousinen sowjetischer Führer, Weltraumfahrer und Schauspieler. Mit dem Auto lässt es sich immer angenehm shoppen – auf dem Newski Prospekt und im Kaufhaus DLT (Dom leningradskoj torgowli) sind eine Reihe Boutiquen berühmter Marken von Armani bis Versace untergebracht.

Wer sich für zeitgenössische Kunst interessiert, dem empfiehlt sich ein Besuch der im Generalstab auf dem Schlossplatz gelegenen Filiale des Museums Eremitage XX-XI. Aktuelle russische Kunst findet man unter anderem in der Marina Gisich Gallery, in der Kunstwerke aus den letzten 30 Jahren ausgestellt und auch verkauft werden – Malerei, Installationen, Skulpturen, Grafiken und Fotografien.

Fans der Flugtechnik könnte ein Ausflug in die Lüfte locken. Flüge über der Stadt oder Abstecher zu den wunderbaren Seen und Wäldern Kareliens in einem Sportflugzeug können als Passagier oder als Pilot unternommen werden.

In Sankt Petersburg kann man Motorboote, Sportboote, Wassermotorräder, Motorschiffe, Segelschiffe oder Motorjachten für beliebige Personenzahlen mieten, um über die Flüsse und Kanäle der Stadt zu fahren, einen Angeltörn auf den umliegenden Seen zu unternehmen oder über den Finnischen Meerbusen in See zu stechen.

 

Entspannung am Abend

Nach einem erlebnisreichen Tag lädt ein Ableger des international bekannten Lounge-Restaurants Buddha-Bar zur Entspannung ein. Wem

der Sinn nach Party und Spaß steht, wird vom Jelsomino Cafe, einer luxuriösen Karaokebar, sicher nicht enttäuscht sein. Hier kann man seine Lieblingslieder buchen und mit professioneller Begleitung singen, sich die Bühnenshows ansehen, schwarzen Kaviar und andere erlesene Speisen kosten und beobachten, wie man sich in Russland vergnügt.

In den kommenden Jahren sollen in stadtnahen Gebieten einige Golfclubs mit Hotels und Restaurants in den Gebäuden ehemaliger Gutshöfe entstehen.

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