Die Wolgastadt Toljatti lädt zum Flanieren und Entdecken ein

Foto: Lori/Legion Media

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Die Stadt Toljatti liegt am linken Wolgaufer und gilt als die größte Stadt Russlands, die nicht gleichzeitig Hauptstadt einer Region ist. Wenn Sie sich für eine Kreuzfahrt auf der Wolga entschieden haben, kommen Sie an einem Halt in Toljatti nicht vorbei.

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Die Wolgastrände und -promenaden in Toljatti gehören zu den besten in Russland – der Fluss wird hier vier Kilometer breit. Der beste Ort für einen schönen Zeitvertreib am Wolgaufer ist die Promenade mit vielen Cafés am Wassili Tatischtschew-Denkmal.

Die Stadt Toljatti wurde vor fast 300 Jahren unter dem Namen Stawropol gegründet, was in der Übersetzung aus dem Griechischen so viel wie „Die Stadt des Kreuzes" heißt, und sollte die russischen Gebiete vor den Nomaden beschützen. Im 19. und 20. Jahrhundert war sie als Heilstätte mit Kumys berühmt.

Kumys ist ein Sauermilchprodukt aus Stutenmilch mit einem säuerlichen Geschmack, dem allgemein wohltuende Eigenschaften zugeschrieben werden. Guten Kumys kann man auch heute noch in den lokalen Cafés probieren, wobei man hier vorsichtig sein sollte, denn einige Kumyssorten werden mit einem erhöhten Alkoholgehalt hergestellt (2,5 bis 40 Prozent, der sogenannte „wilde" Kumys).

 

Technik in Toljatti: Wasserkraftwerk, Autos und Militär

Mitte des 20. Jahrhunderts, nach dem Bau des Kuibyschew-Wasserkraftwerks – das heutige Schiguli-Wasserkraftwerk –, wurde die Stadt an einen neuen Standort verlegt, und dort, wo früher Häuser standen, plätschert das Wasser des größten Stausees der Wolga.

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Heute kann man das Schiguli-Wasserkraftwerk, in der Vergangenheit für Besucher gesperrt, problemlos besichtigen. Führungen, auch in englischer Sprache, kann man auf der russischsprachigen Webseite  oder telefonisch unter +7 (8482) 26-45-04 bzw. +7 (8482) 952-143 buchen.

1964 verwandelte der Bau des Wolga-Automobilwerks die Stadt in ein Zentrum der sowjetischen Automobilindustrie. Im gleichen Jahr fiel der Beschluss, Stawropol in Toljatti umzubenennen. Namensgeber war der Generalsekretär der italienischen kommunistischen Partei Italiens Palmiro Togliatti, der eine Woche zuvor beim Besuch des sowjetischen Kindersommerlagers „Artek" verstorben war.


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Liebhaber sowjetischer Autos und Kriegsgeräte sollten das Technische Museum besuchen, wo unter freiem Himmel eine der größten Sammlungen

Anfahrt

 

 Der Zug nach Toljatti fährt täglich um 16:10 Uhr vom Kazanskij Wokzal in Moskau ab. Die Fahrt dauert 18 Stunden, Ticketpreise beginnen bei 50 Euro.

Eine bequeme Anreise ist mit jedem der Flüge von einem der Moskauer Flughäfen garantiert. Die Flugdauer liegt bei 1,5 Stunden und kostet ca. 100 bis 200 Euro.

Einen Bus von Moskau nach Toljatti findet man auf dem Moskauer Zentralen Busbahnhof. Das ist die günstigste Art der Anreise, ein Ticket kostet hier nur 30 Euro.

Toljatti befindet sich 1 115 Kilometer von Moskau entfernt. Das bedeutet, dass man sich am besten mit einem Beifahrer auf dem Weg macht, der einen ablösen kann. Die Autobahn ist gut ausgebaut und die Landschaft ist malerisch. Wenn Sie aber das Meiste aus der Fahrt nach Toljatti herausholen und aufregende Eindrücke sammeln möchten, sollten Sie per Anhalter fahren – das ist kostenlos und interessant.

russischer Kriegswaffen auf sie wartet: Panzer und Flugzeuge, Luftabwehrsysteme und Radaranlagen, zu sehen gibt es hier auch das riesige U-Boot B.307.

 

Erholung in Toljatti: Kiefernwald und Spin-Sport-Park

In den Blütezeiten der Industrie wuchs Toljatti sehr schnell. Der neue Industrieriese sollte das Idealbild einer Stadt verkörpern, ein Vorgeschmack auf das künftige sozialistische Paradies. Die besten Architekten machten diesen Traum zur Wirklichkeit. Heute sind die Pläne auf Google Maps noch sehr gut zu erkennen: Kerzengerade laufende Straßen, verhaltene Umrisse von Wohnblöcken und große Grünflächen zwischen den Häusern.

Das Eindrucksvollste dabei ist ein Kiefernwald mitten im Zentrum der Stadt. Er nimmt acht Hektar ein und macht somit in etwa ein Viertel der Gesamtfläche von Toljatti aus. Der Wald dient als Erholungsgebiet für die gesamte Stadt, man kann hier frische Luft schnappen und sich im Schatten der Bäume vor der leblosen sowjetischen Architektur und den Abgasen der Chemieindustrie retten.

Neben dem Kiefernwald kann man den „Spin-Sport"-Park besuchen (Komsomolskoje schosse 28). Berühmt ist er vor allem deshalb, weil hier kein einziger Baum künstlich angepflanzt wurde. Es ist ein einzigartiges Naturgebilde, auf dessen Gebiet im Winter Bergskiabfahrten aufgebaut werden, während man im Sommer Tischtennis oder Minigolf spielen und ins Schwimmbad gehen kann. Der Eintrittspreis liegt bei 12 Euro.

 

Freizeit in Toljatti: Segeln, Musik und Kunst


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Die beste Zeit für einen Besuch in der Stadt, wie auch sonst für eine Kreuzfahrt auf der Wolga, sind der Juni und der Juli. Im Sommer flattern auf dem Kuibyschew-Stausee Dutzende weiße Segel – Toljatti ist ein großes Zentrum für Segelsport.

Unzählige Clubs vermieten Jachten und bieten Segelschulen. An den Ufern der Stadt werden regelmäßig Wettkämpfe verschiedener Kategorien im Jachtsport durchgeführt. Toljatti ist auch der Startpunkt für die Segelregatta „Wolga-Cup" sowie die „Schiguli – Weltreise", eine beliebte Fahrt mit Booten und Kajaks um das Naturschutzgebiet Samarskaja Luka.

Neben der Stadt liegen die Naturschutzgebiete Samarskaja Luka und Schiguljowskije gory. Die schönsten Landstriche mit Wolga, Luka und Schiguli bieten eine natürliche Kulisse für das internationale Klassikfestival

„Klassik über der Wolga". So ein Hintergrund macht nicht nur das Hören von Klassik angenehm: In der Umgebung von Toljatti findet auch das Festival für elektronische Musik „GES" („Wasserkraftwerk") statt.

Dem Kenner der bildenden Kunst sei das Kunstmuseum Toljatti empfohlen, wo eine einzigartige Sammlung zeitgenössischer Werke zu finden ist (Bulvar Lenina 22). Hier werden regelmäßig neue Ausstellungen eröffnet und die ständige Ausstellung um neue Werke ergänzt. Ein Museumsbesuch mit einer Führung durch die Säle liegt bei 3 Euro.

 

Aufenthalt

 

Toljatti bietet eine große Auswahl an Hotels für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Hotel „Zvezda Zschigulej“ (Mira 77):  Größtes Hotel der Stadt, liegt im Stadtzentrum. Geräumige Zimmer, gutes Restaurant, kostenloses W-LAN. Preis für ein Zimmer pro Nacht: ab 60 Euro.

Hotel „Sputnik“ (Obvodnoe schosse 7):  Hier finden Sie ein überdachtes Schwimmbad, einen Billardraum und eine Dampfsauna. Man muss aber mit einer Strecke von acht Kilometer ins Zentrum der Stadt rechnen. Preis pro Nacht: ab 50 Euro.

Hotel „Schokolad“ (Avtostroitelej 116):  In der „Schokolade“ finden Sie eine türkische und eine finnische Sauna, kostenloses W-LAN und eine gemütliche und ruhige Atmosphäre. Räume hier sind ab 50 Euro pro Nacht zu haben.

Hotel „Holiday House“ (Avtostroitelej 5): Der Hauptunterschied dieses Hotels von den anderen liegt in der breiten Gestaltung der Räume mit kostenlosem W-LAN und komplett ausgestatteten Küchen. Preis pro Zimmer für eine Nacht: ab 60 Euro.