Weliki Nowgorod: Reise in die russische Vergangenheit

Die Sophienkathedrale im Nowgoroder Kreml. Foto: Pressebild

Die Sophienkathedrale im Nowgoroder Kreml. Foto: Pressebild

Der Gouverneur des Oblast Nowgorod hat angekündigt, den Tourismus weiter auszubauen. Mit Recht: Es gibt noch viel in der Region zu entdecken.

„Jedes Jahr kommen 350 000 Touristen in unsere Region – und über 800 000 Tagesausflügler", sagt Sergej Mitin, Gouverneur des Oblast Nowgorod. „Mit dem Tourismus belegen wir den dritten Platz im russischen Nordwesten, Tendenz steigend – um 15 Prozent jährlich. Die meisten Gäste sind Einheimische, die Ausländer kommen aus Deutschland, gefolgt von China, den USA, Australien und Holland."

In den letzten Jahren entwickelte sich der Tourismus zu einem der Schlüsselbereiche für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Region Nowgorod, für den Ausbau der touristischen Infrastruktur wurden fast 300 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Größte Attraktion ist sicher die Stadt Weliki Nowgorod. Seit 1992 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schon 859 ist Weliki Nowgorod urkundlich erwähnt, ihr Kreml ist die älteste Festungsanlage auf dem Gebiet der Rus. Darin befindet sich die Sophienkathedrale aus dem 11. Jahrhundert, erstes steinernes Gotteshaus in Russland, und das monumentale Denkmal „Russlands Jahrtausend" von 1862. Im städtischen Museum ist eine der größten Ikonensammlungen ausgestellt.

Auch sonst verfügt der Oblast Nowgorod über alle Voraussetzungen, unterschiedene Arten des Tourismus zu etablieren, für Kulturreisende ist ebenso etwas dabei wie für Gesundheitsfreaks oder Naturfreunde. Schon jetzt sind einige der touristischen Zentren gut ausgebaut: Im Bäderkurort Staraja Russa gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert ein Moorbad und Salinen, zu besichtigen ist das Wohnhaus von Fjodor Dostojewski. Naturliebhaber können sich im Waldai-Nationalpark mit seinen riesigen Wäldern, Seen und Sumpfgebieten austoben. Im Iwerski-Kloster ist das einzige Glockenmuseum Russlands untergebracht.

In der zweitgrößten Stadt des 
Oblast, Borowitschi, ist das Gehöft des Generals und genialen Strategen Alexander Suworow 
sehenswert, in Ljubytino ist ein slawisches Dorf aus dem 10. Jahrhundert erhalten, heute ein archäologisches Freilichtmuseum.

Gouverneur Sergej Mitin hat angekündigt, zwei Tourismus-Cluster

einzurichten, um gezielt Investoren anzulocken, und zwar in Weliki Nowgorod und in Staraja Russa. Im Gebiet um Okulowka auf den Waldai-Höhen soll noch dazu eine Sonderwirtschaftszone für Sanften Tourismus eingerichtet werden.

Im August 2013 wurde im Kreis Ljubytino der Grundstein für den Bau des Skizentrums „Ljubytino-Slalom" gelegt. Alexander Muntjan, Leiter dieses Mammutprojekts, ist optimistisch, dass es hier schon bald möglich sein wird, auch internationale Wettkämpfe auszutragen, da das Gebiet alle nötigen Parameter erfülle. Zur Verfügung stand ihm ein Budget von 23 Millionen Euro.

Im März 2013 gewann das Nowgoroder Tourismus-Informationsportal visitnovgorod.com, das auch in deutscher Sprache abzurufen ist, zum zweiten Mal den jährlich vergebenen Tourismuspreis „Stars of Travel.ru".