Ostseeflair in Kaliningrad

Selenogradsk. Foto: Geo Photo

Selenogradsk. Foto: Geo Photo

Kaliningrad war schon immer bekannt für seine Kurorte. Pittoreske Küstenstädtchen und feine Sandstrände versprechen auch heute noch Erholung für Körper und Geist. Ein Streifzug durch die beiden bekanntesten Seebäder.

Swetlogorsk – die helle Stadt

Swetlogorsk (zu Deutsch: „die helle Stadt“) liegt 40 Kilometer von Kaliningrad entfernt und ist der beliebteste Kurort an der russischen Ostseeküste. Hier befinden sich Heilstätten von internationalem Renommee, während die Stadt selbst zu den zehn gefragtesten Reisezielen in Russland gehört. Im Jahr 1929, als Swetlogorsk noch Rauschen hieß, machte der deutsche Schriftsteller Thomas Mann hier Urlaub.

Eine anderthalb Kilometer lange Strandpromenade lädt zum Flanieren ein. Die Strände sind im  gesamten Gebiet Kaliningrad frei zugänglich und gebührenfrei. Küstenabschnitte mit feinem goldfarbenem Sand werden immer wieder von Kieselstränden abgelöst. Zum Meer führen sieben künstlich angelegte Wege hinab. Von der Anstrengung, diesen steil abfallenden Küstenstreifen zu Fuß zu bestreiten, kann man sich auf einer der zahlreichen Sitzbänke am Wegesrand erholen.

Die Strände sind im Gebiet Kaliningrad frei zugänglich und gebührenfrei. Foto: Geo Photo

Der bekannteste Weg zum Meer ist eine Treppe mit 265 Stufen, die 36 Meter hinabführen. In der Hochsaison verwandelt sie sich in eine Art Freilichtbühne. Von hier aus bietet sich ein bezaubernder Blick über die Ostsee und auf die „Sonnenuhr“, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört: ein Mosaikbild mit den Sternenzeichen aus dem Mineral Smalte.

Das Wahrzeichen von Swetlogorsk ist der graue Wasserturm des Warmbades mit rundem Ziegeldach. Foto: Geo Photo

Man sollte auch unbedingt den romantischen „Serpentinweg“ hinabsteigen, der in den dreißiger Jahren angelegt wurde. Von diesem Weg aus bietet sich ein einmaliger Blick auf die Ostsee und die „Kommandobrücke“. Am Ende erwartet Sie die berühmte „Bronzene Nymphe“, ein Werk des Bildhauers Hermann Brachert, die bekannteste Wassernixe an der gesamten Ostseeküste.

Das Wahrzeichen von Swetlogorsk ist der graue Wasserturm des Warmbades mit rundem Ziegeldach. Im Stadtpark steht in Grün gebettet eine Bronzeplastik der Froschkönigin, die zum Symbol des neuen Swetlogorsk und dessen Wiedergeburt geworden ist. Mit ihr sind viele Legenden verbunden: Im Volksmund heißt es, dass die innigsten Wünsche in Erfüllung gehen, wenn man sie küsst. 

Im Sommer spielt sich in Swetlogorsk ein aktives Kulturleben ab. Hier finden die „Ostseesaisons“ mit zahlreichen Festivals und Freilichtkonzerten statt.

Unterkunft

 

Das Hotel Grand Palace wurde unmittelbar am Küstenstreifen der stürmischen Ostsee auf jahrhundertealten Dünen gebaut. Privatstrand, beheiztes Freibad, große Terrasse mit Seeblick und Bar. Für 33 000 Rubel (etwa 700 Euro) kann man in einem 91 Quadratmeter großen Luxusappartement nächtigen. Beregowoj Gasse 2.

Das Art-Hotel Lumiere liegt mitten im Wald. Bis zum Meer sind es zehn Minuten zu Fuß. Das Hotel ist mit Spa, Sauna und Banja, der russischen Saunavariante, ausgestattet. Lermontowskij Gasse 2А. 

Vier Kilometer von der Stadt entfernt liegt in der Siedlung Pionerskij ein sehr anständiges Cruise Hostel, von dem es nur zwei Minuten Fußweg zum Strand sind. Parkowaja Straße 7, Pionerskij. 

Verkehrsanbindung 

Von Kaliningrad sind es 35 Kilometer bis Swetlogorsk. Man kann einen Vorortzug vom Süd- oder Nordbahnhof oder einen Bus vom ZOB nehmen. Der Flughafen Chrabrowo ist 44 Kilometer von Swetlogorsk entfernt.

 

Selenogradsk – die grüne Stadt

Mitten in einer Dünenlandschaft, etwa 24 Kilometer von Kaliningrad entfernt, liegt Selenogradsk, das bis 1946 Cranz hieß. Selenogradsk heißt übersetzt „grüne Stadt“, doch so viel Grün gibt es in der Innenstadt gar nicht, jedenfalls weniger als in der hellen Stadt Swetlogorsk. Selenogradsk beeindruckt eher durch Weite und Offenheit. Man erzählt sich, dass die beiden Städtenamen aus konspirativen Gründen absichtlich verwechselt worden seien, um nicht nur Zugereiste, sondern auch vermeintliche Spione zu irritieren.

Selenogradsk kann nicht mit so vielen Attraktionen aufwarten wie Swetlogorsk. Es ist eher ein stiller und zurückgezogener Ort, eine Kleinstadt, die für einen langen Urlaub eher weniger geeignet ist. Doch die frische Ostseeluft, die milde Sonne, Mineralquellen und Schlammbäder lassen in Selenogradsk Kraft tanken. Sogar ein eigenes Mineralwasser kann in der offenen Trinkhalle kostenlos probiert werden. Auch im Juli, dem heißesten Sommermonat, liegen die Lufttemperaturen nicht über 17 Grad. Das Wasser ist nicht viel wärmer, erreicht jedoch zuweilen bis zu 22 Grad. Am Küstenstreifen entlang erstreckt sich eine Strandpromenade, ein beliebter Ort für Spaziergänger. Die Straßen sind gerahmt von alten Häusern, die in einem ganz besonderen Baustil gehalten sind und an die deutsche Geschichte von Selenogradsk erinnern. Die gesamte Innenstadt steht unter Denkmalschutz. Hier stehen über 55 einzigartige historische Bauten.

Das alte Haus auf dem Kurortnuj-Prospekt in Selenogorsk. Foto: Geo Photo

In Selenogradsk gibt es außergewöhnlichen Museen, wie zum Beispiel das Katzenmuseum, auch Murarium genannt, das im alten Wasserturm, dem einst größten in Russland, untergebracht ist. Hier kann man Katzenbildnisse in allen bekannten Techniken sehen: Kater aus Holz, aus Ton, abgebildet auf Tellern und Abzeichen, Menschen-Katzen oder

Fantasiekatzen. Empfehlenswert ist ein Ausflug mit dem E-Bus, einem Bus mit nicht verglasten Wagen. Er fährt am Bahnhof oder am Hauptplatz ab.

Die Landschaft in Selenogradsk ist eben, ohne steile Auf- und Abstiege zum Strand, was auch für ältere Menschen ideal ist. Malerische Straßen führen direkt ans Meer. Die sauberen und feinen Sandstrände und Dünen, die jodhaltige, nach Kiefern duftende Luft, das reine Meerwasser und üppiges Grün machen den Urlaub in Selenogradsk so reizvoll. Am Strand blühen von Mai bis September wunderschöne Rosen, was dem Strand einen wilden und urwüchsigen Charakter verleiht. Auch bei starkem Wind bieten „Pfannen“, Sandflecken zwischen den Dünen, einen natürlichen Schutz beim Sonnenbaden. Die Stadt ist von dichtem Wald umgeben, der allmählich in die Kurische Nehrung übergeht. Sie ist übrigens auch zu Fuß am Strand entlang zu erreichen.

Unterkunft

 

Das Gästehaus Goldener Sand ist eine günstige Unterkunft in idealer Lage unmittelbar am Meer. Es hat einen Spielplatz, bietet alles, was man für ein Barbecue braucht und darüber hinaus eine sehr schmackhafte russische Küche. Wolodarskogo Straße 24 G. 

Das Loger House, ein Vier-Sterne-Hotel, liegt fünf Minuten vom Strand entfernt. Die Zimmer sind im klassischen Stil à la Louis XVI. eingerichtet. 

 Verkehrsanbindung 

 Von Kaliningrad aus verkehren ein Vorortzug und ein Bus.