Welcome 2 Moscow: Hilfe im Großstadtdschungel

Moskau ist eines der beliebtesten russischen Reiseziele für ausländische Touristen. Seit dem 01. Juli helfen nun Freiwillige den Besuchern, sich im Großstadt-Labyrinth zurechtzufinden.

Foto: Pressebild

Moskau ist ein Großstadtdschungel. Für ausländische Touristen ist es oft gar nicht so einfach, sich in der Metropole zurechtzufinden, zumal, wenn russische Sprachkenntnisse fehlen. Ein Großteil der zwölf Millionen Einwohner spricht nämlich ebenfalls keine Fremdsprachen.

Auf Initiative des Moskauer Bürgermeisters Sobjanin stehen seit dem 01. Juli nun auch in der russischen Hauptstadt Studenten bereit, um sich der Touristen anzunehmen. Vergleichbare Initiativen gibt es in anderen russischen Städten bereits seit 2012.

Standorte der studentischen Stadtführer sind unter anderem die bei Touristen beliebte Arbat-Straße und die Parkanlage Alexandergarten im historischen Stadtzentrum. Die Studenten sind nicht zu übersehen. Sie tragen Schilder und rot-weiße T-Shirts mit dem Aufdruck „Welcome 2 Moscow“. Alle sprechen sehr gut Englisch, einige auch Französisch und weitere Fremdsprachen. Meist sind es junge Frauen und sie alle arbeiten als Freiwillige.

Dascha ist eine von ihnen. Sie studiert Hotelwesen und erhofft sich von ihrer Arbeit als Stadtführerin Vorteile für ihr Studium: „Englisch und Kommunikationsfähigkeit sind wichtig in der Hotelbranche. Als Stadtführerin für ausländische Touristen kann ich beides gleichzeitig trainieren“, sagt sie. Zudem mache die Arbeit Spaß, denn man könne Menschen aus aller Welt kennenlernen. Freundlich und gut gelaunt zeigen die studentischen Stadtführer den Besuchern nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten.

Die Stadtführer haben Stadtpläne und Informationsbroschüren im Gepäck. Zurzeit sind diese in englischer und chinesischer Sprache erhältlich, denn die Zahl der Touristen aus China wächst stetig, wie aus dem von „Stark Tourism“ veröffentlichten Russischen Tourismusreport hervorgeht. Aber ganz egal woher die Besucher kommen, die Stadtführer geben Tipps zu Veranstaltungen, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Bars. Letztere finde man vor allem rund um die U-Bahn-Haltestelle Tschistyje Prudy.

Das Team ist jeden Tag im Einsatz. Auch schlechtes Wetter hält es nicht ab. Bis 19 Uhr könne man die Stadtführer täglich antreffen, erklärt Lison, die die Informationsstelle im Arbat-Viertel leitet.

Die Stadtführer können übrigens auch helfen, wenn es einmal ernst wird, zum Beispiel bei einem Diebstahl des Portemonnaies oder beim Verlust der Reisedokumente. Dann begleiten sie die Touristen auch zu den Behörden, was sehr hilfreich sein kann. Denn auch bei der Polizei trifft man eher selten auf Fremdsprachenkenntnisse, obwohl immer mal wieder  die Einrichtung einer „Tourismus-Polizei“ mit entsprechend geschulten Polizisten diskutiert wird.

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland