Moskau auf die ungewöhnliche Tour

Der Veranstalter Sputnik organisiert eine einstündige Tour auf die Dächer der Sieben Schwestern, einem Hochhausensemble aus der Stalinzeit. Foto: Birdseyeview.ru

Der Veranstalter Sputnik organisiert eine einstündige Tour auf die Dächer der Sieben Schwestern, einem Hochhausensemble aus der Stalinzeit. Foto: Birdseyeview.ru

Moskau hat viel zu bieten: Machen Sie eine musikalische Bustour durch die Stadtgeschichte, besuchen Sie geheime und geheimnisvolle Orte, steigen Sie der Stadt aufs Dach und lassen Sie den Tag bei einer Tour durch Moskaus Clubszene ausklingen.

Die Grand-Bukaschka-Tour

Die Moskauer Trolleybus-Linie „B“ führt auf ihrer täglichen Route über den Gartenring durch das kulturelle und historische Herz Moskaus. An 33 Haltestellen können die Fahrgäste ein- und aussteigen. Zu jedem Halt gehört ein bekanntes russisches Musikstück aus den verschiedenen Epochen der russischen Musikgeschichte – von dem klassischen Komponisten wie Tschajkowskij bis zu den Singer-Songwritern Wyssozki und Zemfira. An der musikalischen Zeitreise teilzunehmen, lohnt sich nicht nur für Touristen, sondern auch für die Moskowiter.

Die Veranstalter empfehlen, an der U-Bahn-Station Kurskaja zu starten. Sich der Tour anzuschließen, ist mit einem einfachen Ticket für den öffentlichen Nahverkehr und an jeder Station möglich. Die App „Grand Bukaschka“ (verfügbar in englischer und russischer Sprache) begleitet Sie auf Ihrer Fahrt durch die Moskauer Stadt- und Musikgeschichte. Lehnen Sie sich zurück, lassen Sie die Straßen von Moskau vorbeiziehen und erleben Sie die Musik Russlands, während Sie in die Geschichte ihrer Ursprünge eintauchen.

Die App und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Projekts in russischer Sprache.

 

Das Sternenstädtchen Swjosdny Gorodok

Foto: Shutterstock

Steigen Sie ein am Jaroslawskij-Bahnhof und fahren Sie durch eine malerische Landschaft, vorbei an einer Raketenfabrik bis in die Wälder vor Moskau. Dort erwartet Sie einer der einst geheimsten Orte Russlands, der erst seit Kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich ist: Swjosdny Gorodok, das „Sternenstädtchen“. Ein Denkmal für Juri Gagarin zeigt, worum es hier geht. In Swjosdny Gorodok befinden sich ein Kosmonauten-Ausbildungszentrum und das Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum. Im Planetarium können bis zu 9 000 Sterne projiziert werden – mit unserem bloßen Auge können wir am Nachthimmel lediglich 3 000 erkennen. In der Haupthalle stehen Nachbauten der Raumstationen Mir und ISS oder der Sojus-Raumschiffe. In zwei Zentrifugen können die Auswirkungen der G-Kräfte beim Raketenstart untersucht werden.

Anreise: Von Moskau aus mit sowjetischen Lokomotiven der Baureihe L. Kaffee und Tee inklusive. Informationen zu diesem und weiteren Fahrzielen gibt es beim Veranstalter Retropoezd.  

 

Schmejakin-Skulptur auf dem Bolotnaja-Platz

Foto: Shutterstock

Auf dem Bolotnaja-Platz an der Kammenyj-Brücke, direkt gegenüber dem Kreml, steht Michail Schemjakins Skulptur „Kinder – Opfer der Laster der Erwachsenen“, die er „als Symbol und Aufruf zum Kampf für die Rettung heutiger und zukünftiger Generationen“ geschaffen hat, so Schemjakin. Zwei unbeschwert miteinander spielende Kinder, ein Junge und ein Mädchen  sind das Herzstück der Skulptur. Sie verkörpern die Unschuld, die durch die Laster der Erwachsenen, etwa Prostitution, Alkohol und Drogen, bedroht ist.

Einige Moskowiter waren besorgt,  dass die Skulptur Kinder erschrecken könnte. Das Denkmal bleibt kontrovers diskutiert und ist beim Stadtrundgang ein Stolperstein, der zum Nachdenken anregt.   

 

Hoch hinaus mit den Sieben Schwestern

Der Veranstalter Sputnik organisiert eine einstündige Tour auf die Dächer der Sieben Schwestern, einem Hochhausensemble aus der Stalinzeit. Die Teilnehmer werden mit einer unvergleichlichen Perspektive auf die Metropole Moskau belohnt. Und vielleicht gelingt Ihnen ein Selfie der besonderen Art, wenn Sie sich dabei fotografieren, wie Sie den goldenen Stern auf einem der Hochhäuser berühren. 

 

Mit dem Hirsch durch Moskaus Nachtleben

Foto: Shutterstock

Der Kräuterlikörhersteller Jägermeister sponsert eine besondere Veranstaltung durch Moskaus aufregendes Nachtleben. Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag treffen sich Menschen aus aller Welt an der U-

Bahn-Station Ochotnyj Rjad und dann geht es in Moskaus beste Clubs und Bars. Drei davon werden Samstag besucht, an den anderen Tagen stehen sogar vier auf dem Programm. Der Eintritt ist für die Teilnehmer frei und sie erhalten jeweils ein Begrüßungsgetränk kostenlos. Natürlich darf man auch mehr trinken. Die Tour bietet eine gute Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen. Die Plätze sind begehrt, daher empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung

 

Ivan Shirokow lebt in Russland, reist leidenschaftlich gern und ist ein Fachmann für die ganz besonderen Ziele bei Travel All Russia, einem Reisespezialisten für Premium-Touren durch Russland.

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