Ural: Alte Kulturen und anomale Zonen

Der Ural trennt Europa und Asien. Mehr als 2 000 Kilometer lang ist der „Steinerne Gürtel Russlands“. Entdecken Sie mit RBTH eindrucksvolle und geheimnisumwitterte Orte, die manchmal nicht von dieser Welt zu sein scheinen.

Die Berge

Der Berg Manaraga. Foto: Lori/Legion Media

Die Berge des Urals beherbergen bis heute Überreste unbekannter Zivilisationen und ziehen Reisende aus der ganzen Welt an. Im Norden geht das Uralgebirge ins Pai-Choi-Gebirge über, das am Nordpolarmeer endet. Die an der engsten Stelle nur zwei Kilometer breite Jugorstraße trennt das Festland von der Insel Waigatsch, auf die die fast unbewohnte Doppelinsel Nowaja Semlja folgt.

Der höchste Punkt des Urals ist der Berg Narodnaja mit 1 895 Metern. Schöner und bekannter ist der heilige Berg Manaraga (1 662 Meter). Bei Touristen besonders beliebt ist der Konschakowskij Kamen (1 569 Meter). In Baschkorkostan liegen der 1 640 Meter hohe Jamantau, um den sich Verschwörungstheorien ranken und der mondäne heilklimatische Kurort Jangan-Tau.

 

Arkaim und das Land der Städte

Die Siedlung Arkaim. Foto: Pawel Lisizyn/RIA Novosti

Arkaim, eine spiralförmig angeordnete Siedlung aus der Bronzezeit, wurde in den 1980er-Jahren entdeckt. Arkaim gehört zum „Land der Städte", einem Gebiet von 350 mal 200 Kilometern Fläche, in dem gleich 22 solcher Siedlungen liegen. Wissenschaftler vermuten, dass diese Zivilisationen fünf bis sechs Jahrhunderte älter als Troja sind und aus der gleichen Epoche wie die mykenische Kultur und das Mittlere Reich in Ägypten (3000 bis 1000 v. Chr.) stammen. Die Städte werden den Sintashta- und Petrovka-Kulturen zugeordnet.

Arkaim ist ein beliebtes Ziel nicht nur für Esoteriker, die dort hinkommen, weil in Arkaim angeblich kosmische Kräfte wirken sollen. Ein Aufenthalt dort wirkt sehr entspannend, sodass auch Sie nach ein paar Tagen Aufenthalt in Arkaim den Stress des Alltags hinter sich gelassen haben werden.

 

Ilmen-Nationalpark

Foto: Lori/Legion Media

Dieser Nationalpark ist ein Mekka für Naturforscher, ein mineralogisches Paradies. Ein Jahrhundert lang gab es hier einen wahren „Halbedelstein-Rausch". Auf einer Fläche von 303,8 Quadratkilometern wurden hier 264 Mineralien und 70 Felsarten entdeckt, darunter auch so seltene Funde wie der schwarze sternförmige Korund. Der Ilmen-Nationalpark ist heute ein Naturschutzgebiet.

 

Die anomale Zone von Moljobka

Foto: Pawel Lisizyn/RIA Novosti

Die anomale Zone von Moljobka ist eine der bekanntesten der Welt und war vor allem in den 1980er-Jahren ein beliebtes Ziel für Ufologen. Ungewöhnliche Lichter, schwarze Figuren, fliegende Kugeln, Pflanzenmutationen, klingende Luftspiegelungen, Zeitsprünge, farbige Blitze, alter Chorgesang oder Technik, die plötzlich nicht mehr funktioniert – das alles hat zu Moljobkas Ruf als mysteriösen, anomalen Ort beigetragen.

Es gibt viel zu sehen: Besuchen Sie das Feld des Grauens mit seinen seltsamen Kreisen auf dem Boden, Pyramiden mit Steinstrukturen unbekannter Herkunft, eine Sternwiese, Hexenringe, das Haus des Minotauros, eine Hütte der Toten oder den Weltraumbahnhof für Ufos. Einer der wichtigsten Plätze in Moljobka ist übrigens eine Telefonzelle. Denn Netzempfang gibt es dort weit und breit nicht.

 

Der See Turgojak

Foto: Lori/Legion Media

Dieser See wird für seine Sauberkeit und wegen des besonderen Geschmacks seines Wassers auch „Baikal des Urals" genannt. Er steht auf der Liste der wertvollsten Stauseen der Welt und galt bei den einheimischen Völkern lange Zeit als heilig. Das Highlight des Sees: die megalithischen Überreste auf der sagenumwobenen Insel Wera, die mehr als 6 000 Jahre alt ist. Die Steine sollen eine Kultstätte sein, vergleichbar mit Stonehenge in Großbritannien. Hier sind zudem Überreste von Neandertalern und eines Klosters der Altgläubigen sowie alte Steinbrüche und Menhire zu finden.

 

Der schiefe Turm von Newjansk

Foto: Lori/Legion Media

Die Residenz der Demidow-Dynastie, die im 18. Jahrhundert ein großes Industrie-Imperium im Ural gegründet hat, steckt voller Geheimnisse. Das trifft auch auf den 1732 errichteten Wach- und Glockenturm zu. Es ist nicht bekannt, wer ihn gebaut hat, aber seine Bauweise aus einer Kombination von Eisen und Beton war für diese Zeit sehr ungewöhnlich. Die Einheimischen sind überzeugt, dass auf dem Turm der erste Blitzableiter der Welt montiert wurde. Im Innern des Turms gibt es einen Raum mit ungewöhnlichen Toneffekten. Wer in eine bestimmte Ecke flüstert, ist im ganzen Raum sehr gut zu verstehen. Faszinierend sind auch die unterirdischen Tunnel und die sogenannten blauen Keller. Die Turmuhr mit Glockenspiel stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts und funktioniert bis heute einwandfrei.

 

Der Fluss Tschusowaja

Foto: Lori/Legion Media

Der Fluss Tschusowaja ist der einzige Fluss der Welt, der zugleich in Asien und Europa fließt. Der Fluss legt eine Strecke von 592 Kilometern zurück und überquert die Ausläufer des Urals. Er entspringt in den Sumpfgebieten der Oblast Tscheljabinsk im Norden des Südurals und fließt mit dem Fluss Kama in der Nähe der Stadt Perm (1 442 Kilometer von Moskau) zusammen. Am Rande des Flusses stehen etwa 200 Felsen mit einer Höhe von zehn bis 115 Metern. In dieser Dichte kommen so hohe Felsen sonst nirgendwo auf der Welt vor. Entlang des Flusses sind einzigartige Legierungen zu sehen. Das malerische Ufer des Tschusowaja, seine vielen Sehenswürdigkeiten und häufigen Erwähnungen in der Belletristik haben ihn zu einer beliebten Touristenattraktion im Ural gemacht.

 

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