Moskau entdecken – Teil 1: Von der Christ-Erlöser-Kathedrale zum Gorkipark

Moskau hat sich verändert. RBTH stellt Ihnen neue Wege durch die Stadt und zu ihren Sehenswürdigkeiten vor, die Sie in keinem Reiseführer finden werden. Entdecken Sie die russische Hauptstadt zu Fuß. Heute starten wir an der Christ-Erlöser-Kathedrale am Ufer der Moskwa.

Vergessen Sie, was Sie bisher über eine Reise nach Moskau gelesen haben. Die Stadt hat sich verändert. Die in den gängigen Reiseführern oder in sozialen Netzwerken empfohlenen Routen sind veraltet. Allein in den vergangenen drei Jahren sind im Moskauer historischen Zentrum sieben neue Fußgängerzonen entstanden. Nicht wiederzuerkennen sind die drei großen Stadtparks, auf einigen Gebäuden wurden Aussichtsplattformen eingerichtet, entlang der Uferpromenade der Moskwa gibt es nun eine Flaniermeile. In Moskau müssen sie jetzt nicht mehr mit der Metro fahren. Sie können die Stadt auch zu Fuß erkunden.

Google Street View liefert bis heute lediglich die alten Panoramaaufnahmen der Uferpromenaden Krymski Wal und Jakimanskaja aus der Zeit vor der Rekonstruktion im Jahr 2011. Vergleichen Sie sie mit den aktuellen Fotos von RBTH und entdecken Sie den Unterschied!

 

Route N1: Christ-Erlöser-Kathedrale bis Gorkipark

Gehzeit ohne Pausen: 1,5 Stunden

Routenstrecke: 5,5 Kilometer

 

Kropotkinskaja

 Foto: Jelena Larionowa für RBTH

Unsere Route beginnt vor der Metrostation Kropotkinskaja auf der roten Linie. Direkt am Ufer der Moskwa befindet sich hier die Christ-Erlöser-Kathedrale, die mit Spenden aus der Bevölkerung in den 1990er-Jahren wieder aufgebaut wurde. Von der Aussichtsplattform der Kathedrale eröffnet sich eine wunderbarer Blick auf den Kreml, die Bezirke des Stadtzentrums und den Fluss Moskwa. Der Zugang zur Plattform kostet 200 Rubel, also etwa 3,60 Euro.

 

Patriarchen-Brücke

Foto: Jelena Larionowa für RBTH

Von der Kathedrale führt eine der bekanntesten Brücken der Stadt über die Moskwa – die Patriarchen-Brücke. Noch vor fünf Jahren endete ein Stadtspaziergang durch das Zentrum genau hier, weil die Brücke in einen nicht-öffentlichen Bereich und eine in Abgase gehüllte Straße mündete. Heute können Sie von der Patriarchen-Brücke einen Panoramablick auf die frühere Süßwarenfabrik Roter Oktober genießen. Hinter den alten Industriegemäuern steckt ein gigantisches Künstler-Cluster mit Hipster-Clubs und Architektenbüros, Designern und Media-Experten. Unser Spaziergang jedoch führt uns nicht näher an das Fabrikgebäude heran, wir folgen weiter der Brücke.

 

Baltschug-Insel

Foto: Jelena Larionowa für RBTH

Die Patriarchen-Brücke führt über die Insel Baltschug, eine künstliche Insel, die bereits im 18. Jahrhundert mit dem Bau des Wasserumleitungskanals angelegt wurde. Interessanterweise wissen viele Moskauer gar nicht, dass es die Insel mitten in der Stadt gibt – trotz ihrer 200-jährigen Geschichte. Das ist nicht verwunderlich, denn früher führte die Brücke nicht so weit. Wenn Sie heute über die Patriarchen-Brücke an der Insel und am Kanal vorbeigehen, erreichen Sie nach etwa fünf Minuten die Jakimanskaja-Uferpromenade.

 

Die Uferpromenaden Jakimanskaja und Krymskaja

Die Krymskaja-Uferpromenade. Foto: Lori-Legion Media

Die Jakimanskaja-Uferpromenade ist ein weniger schöner Abschnitt dieser Route. Der Gehweg ist eng, der Fahrstreifen breit, hupende Autos erzeugen eine leicht aggressive Stimmung. So war es vor drei Jahren noch auf allen Uferstraßen des Stadtzentrums, die folglich nicht gerade zum Flanieren einluden. Aber bleiben Sie gelassen, denn schon nach fünf Minuten geht die Jakimanskaja-Promenade in die Krymskaja-Uferstraße über. Hier beginnen komfortable Fußgängerwege mit schön gestalteten Grünflächen, Lehrpfaden und einem Springbrunnen. Vielleicht gefällt es Ihnen hier sogar so gut, dass Sie bleiben möchten.

 

Museon und „Tretjakowka"

Foto: Jelena Larionowa für RBTH

Der zweite Name der Krymskaja-Promenade lautet Uferpromenade am Museon. In dieser Gestalt gibt es die Uferpromenade seit 2013. Sie ist eine Fortsetzung des Kunstparks Museon, der das Zentrale Haus des Künstlers umgibt. In der ersten Etage des Gebäudes ist eine Abteilung der Tretjakow-Galerie, der „Tretjakowka", wie die Moskowiter sagen, untergebracht. Hier sind alle großen russischen Künstler des 20. Jahrhunderts zu sehen: Malewitsch, Petrow-Wodkin, Kandinsky. Mit anderen Worten: Es ist die ideale Alternative, sollte das Wetter einmal schlecht sein.

 

Gorki-Park

Gorki-Park. Foto: Sergej Bobylew/TASS

Folgt man der Krymskaja-Uferpromenade, so gelangt man zur Krymski-Brücke und zum westlichen Eingang des Gorki-Parks, der bereits zur modernen „Stadtlegende" wurde. Mit der Rekonstruktion des Gorki-Parks im Jahr 2011 wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der Restaurierung der Moskauer Erholungszonen eröffnet. In diesem Park gibt es einfach alles: Sonnenliegen mit WiFi, einen Schwanenteich und Crossfit-Bereich, Yoga, Kinderzentren und Fahrrad- und Bootsverleihe. Vielleicht ist das der Moment, in dem Sie sich überlegen werden, Ihren Rückflug zu stornieren und den ganzen Sommer über in Moskau zu bleiben.

 

Andrejew-Brücke

Foto: Lori/Legion Media

Wenn Sie der Uferstraße entlang des Gorki-Parks folgen, erreichen Sie die südliche Parkgrenze und den Eingang an der Andrejew-Brücke. Diese verglaste Fußgängerbrücke ist ein optimaler Ort, um zu verweilen und dabei einen Blick auf die Windungen der Moskwa und auf das Grün der alten Parkanlage Neskutschny Sad zu werfen. Diesen empfehlen wir wegen der Weitläufigkeit des Geländes mit dem Fahrrad zu erkunden.

 

Ende des Spaziergangs

Den Abschluss Ihrer Route können Sie selber auswählen. Die erste Variante: Sie gehen bis zum zentralen Eingang in den Gorki-Park und von dort über die Krymski-Brücke in Richtung Metrostation Park Kultury auf der roten und der Ringlinie oder Oktjabrskaja auf der orangenen und Ringlinie. Zweite Variante: Sie überqueren die Andrejew-Brücke und gelangen je nach Gehtempo nach etwa sieben Minuten zur Metrostation Frunsenskaja auf der roten Linie. Neben dem Eingang zur Metro sehen Sie zwei hübsche Gutshäuser aus dem 19. Jahrhundert mit kleinen Parkanlagen, das Trubezkoj-Anwesen in Chamowniki und das Tolstoi- Museum. In diesem Fall wird sich Ihr Spaziergang übrigens bis in die Dämmerung hineinziehen.

Worauf warten Sie? Ziehen Sie sich bequemes Schuhwerk an und los geht es!

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