Zehn Gründe, warum sich ein Ausflug ins Moskauer Umland lohnt

Landsitz Archangelskoje wird oft als das „Versailles Moskaus“ bezeichnet.

Landsitz Archangelskoje wird oft als das „Versailles Moskaus“ bezeichnet.

Lori/Legion-Media
Die Vororte rund um Moskau stehen für gewöhnlich im Schatten der russischen Metropole. Dabei hat das Umland für Reisende ebenfalls einiges zu bieten: von Kunsthandwerk über architektonische Meisterleistungen bis hin zu süßen Bonbons und Astronautenessen – und nicht zuletzt Ruhe.

Die Oblast Moskau, auch Podmoskowje genannt, erstreckt sich über mehr als 45 000 Quadratkilometer. Das entspricht etwa der Fläche von Estland. Auf diesem Gebiet leben über sieben Millionen Menschen, ebenso viele wie in Hongkong. Die Oblast Moskau formte dabei vor wenigen Jahrhunderten das Fürstentum Moskau und wurde über die Jahre zum Zentrum des modernen russischen Staates. Diese Region blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, denn eben hier entschied sich die Niederlage Napoleons im Russlandfeldzug. Auch im Zweiten Weltkrieg wurden in der Oblast Moskau geopolitisch wichtige Schlachten ausgetragen, welche sie nachhaltig prägten.

Podmoskowje bietet zahlreiche und einmalige Sehenswürdigkeiten, die alle im Umkreis von 200 Kilometer um die russische Hauptstadt liegen und bequem mit dem Zug oder Auto erreicht werden können. Rund zwei Millionen Touristen besuchen diese Region pro Jahr. Und das hat zehn gute Gründe.

1. Kolomna-Bonbons

Kolomna ist berühmt für leckere Bonbons und für Kalatschi, ein ebenso schmackhaftes Brot. Der Ort liegt rund 113 Kilometer von Moskau entfernt und ist für die Gastfreundschaft seiner Bewohner bekannt. Es gibt dort mehrere Schaufabriken, in denen vor den Besuchern einmalige Köstlichkeiten hergestellt werden. Diese sind stets gut besucht. Daher sollten Führungen unbedingt vorab gebucht werden.

Foto: Elena Larionowa

2. Nationalpark „Lossinij Ostrow“

Der Park ist ein naturbelassenes Waldgebiet nur rund elf Kilometer von Moskau entfernt. Hier tummeln sich zahlreiche Touristen, um Elche zu beobachten. Im Elchzentrum können die Besucher des Nationalparks die Tiere füttern und streicheln. Und auch einem gemeinsamen Selfie sind die Elche von Lossinij Ostrow nicht abgeneigt.  

3. Die Orte Gschel, Schostowo und Bogorodskoe

Diese Ortschaften sind die besten Plätze, um das Geheimnis um die gleichnamigen russischen Kunsthandwerke zu lüften. Hier kann man den Künstlern über die Schulter schauen, einzigartiges Kunsthandwerk kaufen oder gleich selbst aktiv werden und ein eigenes Souvenir schaffen, etwa ein Spielzeug oder ein bemaltes Tablett.

Foto: TASS/Stanislaw Krasilnikow

4. Landsitz Archangelskoje

Auf dem Landgut befindet sich ein Palast, der oft als das „Versailles Moskaus“ bezeichnet wird. Dort liegt der einzige ursprünglich erhaltene Schlosspark in der Umgebung Moskaus (Entfernung rund 30 Kilometer). Ein Ausflug zu dieser Perle lohnt sich auch wegen der Bauwerke und der umfangreichen Kunstsammlung. Die Ausstellung im Palastmuseum muss den Vergleich mit dem Pariser Louvre nicht scheuen.

Foto: Elena Larionowa

5. Das Landhaus Melichowo

Dieser Landsitz, der sich etwa 80 Kilometer von Moskau entfernt befindet, strahlt noch das Heimelige jener Zeit, als Anton Pawlowitsch Tschechow hier lebte, aus. Das Haus des berühmten Schriftstellers, das Gartenhaus, in dem er „Die Möwe“ verfasst hat, der Obstgarten und der Garten „Süden Frankreichs“ – all diese atemberaubend schönen Orte vermitteln den Eindruck, als ob gleich Tschechow persönlich aus einem der Zimmer kommen und seine Gäste auf eine Tasse Tee einladen würde.

Foto: RIA Nowosti/Ruslan Kriwobok

6. Die Bauwerke Bykowos

Bykowo ist eine Ortschaft, die 50 Kilometer von Moskau entfernt liegt und vor allem für ihre  Bauwerke bekannt ist. Es sind zwar nicht viele Gebäude erhalten geblieben, doch jene, die noch stehen, sind wahre architektonische Wunder. So sollte man sich beispielsweise auf keinen Fall das Ziegelsteinherrenhaus, das im Stil englischer Schlösser gebaut ist, oder die zweistöckige Kirche mit ihrer Hufeisenstiege entgehen lassen. Auch der riesige ruhige Park in Bykowo lädt zum Flanieren im Grünen ein. Das Schönste an dieser Sehenswürdigkeit ist jedoch der Charme, den seine Entlegenheit ausstrahlt.

Foto: Lori/Legion-Media 

7. Das Dreifaltigkeitskloster von Sergej Possad, das Kloster Neu-Jerusalem und das Sawino-Storoschewski Kloster

Diese Klosterkomplexe sind wahre „Must-sees“ für all jene, die den goldenen Kuppeln russisch-orthodoxer Kirchen einfach nicht widerstehen können. Alle Bauwerke sind nicht nur in einem perfekt erhaltenen Zustand, sondern bieten ihren Besuchern mehr als nur die reine Bekanntschaft mit der kirchlichen Architektur Russlands.

Foto: Lori/Legion-Media 

 8. Die Freizeitzentren Wolen, Jachroma und Sorotschany

Diese Freizeitorte können zwar nicht die Alpen ersetzen, jedoch bieten sie dem ein oder anderen Sportbegeisterten die Möglichkeit, das Skifahren in der Nähe von Moskau zu erlernen. Wer dorthin reisen will, kann schon jetzt Saisonpässe für 2015/2016 erwerben (ab 213 Euro).

Foto: Lori/Legion-Media

9. Das Ethno-Dorf Husky Land

Diese kleine „Insel“ liegt nur etwa eine Stunde mit dem Auto von Moskau entfernt und bietet wunderbare Einblicke in die Kultur und den Alltag der Völker des hohen Nordens. Hier kann man nämlich eine aufregende Spritztour mit einem Hundeschlitten unternehmen oder faszinierende Einblicke in uralte schamanische Rituale erhalten – und das ganz ohne nach Sibirien fliegen zu müssen.

10. Swjosdny Gorodok

Wer sich für die unendlichen Weiten des Weltalls interessiert, sollte auf jeden Fall Swjosdny Gorodok in der Stadt Koroljow besuchen (Entfernung von Moskau etwa 50 Kilometer).  Besonders empfehlenswert ist hier ein Spaziergang durch das Trainingszentrum für Kosmonauten. Dort kann jeder in Simulatoren seine Weltraumtauglichkeit testen und ein echtes Raumschiff erkunden. Auch geschmacklich hat Swjosdny Gorodok Außergewöhnliches zu bieten, zum Beispiel echtes Astronautenessen.

Laika, Strelka, Belka & Co.: Das Schicksal tierischer Kosmonauten

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