Visit Russia: Russland eröffnet Tourismusbüro in Österreich

Der Generaldirektor von Euroexpo Kirill Anisimow, die Vize-Kulturministerin der Russischen Föderation Alla Manilowa und der Botschafter der Russischen Föderation in Österreich Dmitrij Ljubinskij auf der Eröffnung von Visit Russia in Wien.

Der Generaldirektor von Euroexpo Kirill Anisimow, die Vize-Kulturministerin der Russischen Föderation Alla Manilowa und der Botschafter der Russischen Föderation in Österreich Dmitrij Ljubinskij auf der Eröffnung von Visit Russia in Wien.

Jekaterina Prokofjewa
Das zwölfte russische Tourismusbüro von Visit Russia befindet sich künftig in Wien: Die von Russlands nationaler Agentur für Tourismus, Rostourism, eröffnete Auslandsvertretung soll den Tourismus zwischen Russland und Österreich ankurbeln. Erste Zahlen aus diesem Jahr geben Grund zur Hoffnung.

Kurz vor dem Auftakt zum russisch-österreichischen Tourismusjahr hat die österreichische Dependance des russischen Tourismusbüros Visit Russia seine Arbeit aufgenommen. Die Eröffnung fand am Freitag in Wien statt. Damit ist es eines von zwölf Büros, die vom russischen Kulturministerium in verschiedenen Ländern betrieben werden. Das Wiener Büro liegt in einem Geschäftsviertel auf dem Euroexpo-Gelände. 

„Der Tourismus ist eine umfassende Branche mit vielen gemeinsamen Interessen: Von unserer Seite wollen wir, dass österreichische Touristen Russland und die neuen touristischen Routen für sich entdecken“, sagte der russische Botschafter in Österreich Dmitri Ljubinski bei der feierlichen Eröffnung des Reisebüros.

Im Gegenzug unterstütze Russland österreichische Reiseagenturen, dem Touristenaufkommen aus Russland neue Schubkraft zu verleihen, fügte der Botschafter hinzu. „Aus wirtschaftlichen als auch politischen Gründen erleben wir seit zwei, drei Jahren einen Rückgang in der Tourismusbranche. Wir sind bereit, dabei zu helfen, den Prozess zu stoppen“, sagte Ljubinski. 

Es gebe bereits ein gutes Omen, bemerkte der Botschafter: Nach vorläufigen offiziellen Angaben wurden für die diesjährige Wintersaison 40 Prozent mehr Reisen nach Österreich gebucht als im Vorjahr. Es seien jedoch noch große Anstrengungen vonnöten, bis das Vorkrisenniveau für Buchungen aus Österreich nach Russland wieder erreicht sein wird. Russland verfolge dabei zwei Ziele: Zum einen sollen mehr Touristen aus Österreich nach Russland gelockt werden, zum anderen geht es auch um die Förderung von österreichischen Investitionen. Den Touristen werden demnächst neue Routen und Strecken angeboten, Investitionen erwartet man vor allem im Berg- und Gesundheitstourismus.  

Abkommen zwischen Tirol und Karatschai-Tscherkessien

Die stellvertretende russische Kulturministerin Alla Manilowa erläuterte, Visit Russia nehme eine informierende und repräsentative Rolle ein. Im Wesentlichen soll es russischen Regionen, Reiseagenturen und deren Partnern in Österreich bei der Kontaktaufnahme helfen. „(Visit Russia) ist eine Plattform für langfristige Arbeitskontakte der Regionen und Vertreter der Tourismusbranche. Unsere Ziele sind, die Besucherzahl zu erhöhen, neue Investitionen in die Branche zu holen und Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Manilowa.

Wie die stellvertretende Ministerin ankündigte, wird in absehbarer Zeit ein Abkommen über die Zusammenarbeit zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der bedeutendsten russischen Bergtourismusregion im Nordkaukasus Karatschai-Tscherkessien unterzeichnet. Das Abkommen könnte während der Eröffnungszeremonie des russisch-österreichischen Tourismusjahres am 12. Januar präsentiert werden, stellte Manilowa in Aussicht.  

So nahmen an der Eröffnungszeremonie des neuen russischen Reisebüros in Wien denn auch der Minister für Tourismus, Sport und Jugendpolitik der Republik Karatschai-Tscherkessien Anzor Erkenow und eine Delegation aus Tirol mit dem Abgeordneten des Tiroler Landtages sowie Tourismusbeauftragten Siegfried Egger an der Spitze teil.

„Wir haben heute von Brücken gesprochen. Wir möchten diese Brücke auch überqueren. Wir möchten dieses Land, dieses schöne Russland kennenlernen“, sagte Egger. „Es gibt viele Synergien, die wir nutzen müssen, damit wir viel voneinander lernen können. Wir haben schon einen jahrelangen Tourismus aufgebaut, mitten im Herzen Europas, mit sehr vielen internationalen Gästen, und wir sind gerne bereit, unser Know-how mit Ihnen zu teilen“, fügte er hinzu.

Unter den Teilnehmern waren auch die Leiter der Tourismusbehörden aus Udmurtien, dem Verwaltungsgebiet Wladimir, sowie aus Sotschi und der Region Stawropol. Sie stellten im Rahmen der Veranstaltung das touristische Potenzial ihrer Heimatregionen dar.