Der große russische Dichter Alexander Puschkin war im Vergleich zu anderen Aristokraten des 19. Jahrhunderts nicht wählerisch in Hinsicht auf seine Ernährung. Er bevorzugte einfache und herkömmliche Mahlzeiten der russischen Küche und liebte die Gerichte seines Kindermädchens Arina Rodionowna, das für sein Leben und seine Arbeit sehr wichtig war. In einem seiner Gedichte widmete er Rodionowna eine Zeile: „Die Liebste meiner Kindheit, // Begleiterin meines strengen Schicksals!“ Arina Rodionowna, die Leibeigene der Puschkin-Familie war, kultivierte die Liebe zu Volkskultur und Folklore in der Seele des Dichters.

Puschkin schätzte Rodionownas einfache hausgemachte Gerichte mehr als edle Speisen aus dem Ausland. Pjotr Wjasemski, ein enger Freund von Puschkin, sagte einst: „Puschkin war nun wirklich kein Gourmet. Ich glaube, er hat die kulinarische Kunst nicht geschätzt und konnte ihre Geheimnisse nicht wahrnehmen; aber er war ein Liebhaber von bestimmten Gerichten.“

Die traditionelle russische Küche sei nicht die beste, um auf die Figur zu achten, meinte Puschkin. So fastete er einen Großteil des Tages und ernährte sich abends von Obst und Gemüse. Als er im Trigorskoje-Anwesen zu Gast war, bat Puschkin die Gastgeber um eingemachte Äpfel nach Mitternacht. Wjasemski kommentierte sogar diese seltsame Angewohnheit: „Eingemachte Äpfel versetzten ihn in Ekstase.“

Eingemachte Äpfel bewahren die nahrhaften Eigenschaften der Frucht und verleihen ihr einen scharfen Geschmack und einen pikanten Duft. Eingemachte Äpfel verfügen über eine enorme Menge an Vitamin C und helfen auf natürliche Art, Infektionen zu bekämpfen. Sie sind zudem kalziumhaltig, was Knochen, Nägel und Zähne stärkt.

Die Äpfel sollten dafür hart und so makellos wie möglich sein. Herbst- oder Winteräpfel können verwendet werden. Die beliebteste Sorte in Russland ist jedoch die Antonowka. Eingemachte Äpfel sollten in einem großen Keramik- oder Glastopf zubereitet werden.

Die Zutaten

  • 20 Kilogramm ganze Äpfel
  • eine Handvoll Kirschblätter
  • eine Handvoll Johannisbeerenblätter
  • 0,2 Gramm Minzblätter
  • 10 Liter Wasser
  • 150 Gramm Salz
  • 250 bis 300 Gramm Honig (keinen gewöhnlichen Zucker verwenden)
  • 100 Gramm Malz (kann durch 150 Gramm Roggenmehl ersetzt werden)

Das Rezept

1. Zutaten zunächst wie folgt schichten:

  • Johannisbeerenblätter waschen und eine dünne Schicht davon auf den Topfboden legen. Nicht zu viel nehmen, sonst können die Äpfel zu sauer werden.
  • Zwei Schichten gewaschene Äpfel fest auf die Johannisbeerenblätter legen.
  • Kirschblätter waschen und eine dünne Schicht auf die Äpfel legen.
  • Weitere zwei Apfel-Schichten auf die Kirschblätter legen.
  • Minzblätter waschen und auf die Äpfel legen.
  • Zwei weitere Apfel-Schichten auf die Minzblätter legen.
  • Die letzte Schicht besteht aus den noch übrigen Blättern.

2. Die Zutaten mit einem sauberen Tuch zudecken und etwas Flaches auflegen.

Das kann zum Beispiel ein Schneidebrett sein. Der Durchmesser sollte kleiner sein als der des Topfes, damit eine Lücke dazwischen bleibt. Traditionell wurden dafür spezielle Holzbretter verwendet. Etwas Schweres drauflegen.

3. Die Flüssigkeit zubereiten.

Dazu Wasser aufkochen und bis zu einer warmen Temperatur abkühlen lassen. Salz, Honig und Malz hinzufügen. Alles verrühren.

4. Die Mischung abkühlen lassen und ein weiteres Mal durchrühren.

5. In den Topf gießen, ohne die Presse zu entfernen.

Den Topf an einem kühlen Ort mit 15 bis 18 Grad Celsius lagern.

Nicht wundern, wenn der Flüssigkeitsstand niedriger wird – das ist normal. Das Wichtigste ist, dass die Presse bis zum Ende nicht entfernt wird, sonst verderben die Äpfel. Die Gärung dauert sechs bis sieben Tage.

6. Zum Aushärten muss der Topf nach der Gärung an einem kühleren Ort bei vier bis sieben Grad aufbewahrt werden, beispielsweise im Keller oder im Kühlschrank. In der Regel dauert es vier bis sechs Wochen, bis die Äpfel fertig sind. Dann können Sie probieren, was Alexander Puschkin so geliebt hat.