Kein Boston-Terror in Sotschi

Die Sondereinsatzgruppe für die Olympischen Spiele und der Paralympics soll etwa 1 500 Personen für Rettungsdienst und Feuerwehr und bis zu 100 Einheiten für die Technik einschließlich vier Hubschraubern und fünf Schiffen umfassen. Foto: RIA Novosti

Die Sondereinsatzgruppe für die Olympischen Spiele und der Paralympics soll etwa 1 500 Personen für Rettungsdienst und Feuerwehr und bis zu 100 Einheiten für die Technik einschließlich vier Hubschraubern und fünf Schiffen umfassen. Foto: RIA Novosti

Die Explosionen beim Marathon in Boston zeigten, dass auch Sportveranstaltungen Ziel von Terroranschlägen sein können. Die russischen Behörden betonen jedoch, für die Sicherheit bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 sei gesorgt.

Die tödlichen Explosionen während des Marathons in Boston haben Befürchtungen laut werden lassen, die Sicherheit bei den Olympischen Winterspielen im nächsten Jahr in Russland sei nicht gewährleistet.

Bereits vor der Tragödie in Boston zweifelten viele westliche Experten an der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), Sotschi den Zuschlag für die Austragung der Winterspiele 2014 zu erteilen. Es fehlte dort nicht nur praktisch jegliche sportliche Infrastruktur internationalen Standards. Bedenken löste auch die geografische Nähe der Stadt zu einem der unruhigsten Regionen Russlands aus, dem Nordkaukasus, den vor Kurzem noch militärische Konflikte erschütterten und der bis heute ein Zentrum des islamischen Widerstands ist.

Die für die Austragung der Olympischen Spiele zuständigen russischen Behörden zerstreuten jedoch die Sorgen der Weltöffentlichkeit. Der Vize-Premierminister der Russischen Föderation Dmitri Kosak sagte, die Sicherheit während der Olympischen Spiele habe für die Organisatoren höchste Priorität. „Wir werden alles dafür tun, dass sich in Sotschi amerikanische Tragödien nicht wiederholen", so Kosak. „Wir analysieren jede Veranstaltung und jede Situation bis in Detail." Der Vorbeugung möglicher Exzesse diene beispielsweise ein speziell entwickelter Besucher-Pass, der die erforderlichen Testläufe bereits erfolgreich bestanden habe, erläuterte Kosak weiter.

Für die Sicherheit während der Spiele soll ein eindrucksvolles Aufgebot der russischen Sicherheitsbehörden und Polizei sorgen. Wie Juri Djeschewych,

Leiter der Aufsichtsbehörde des russischen Zivilschutzministeriums, erklärt, werde derzeit eine Sondereinsatzgruppe für die Olympischen Spiele und der Paralympics gebildet. Sie soll etwa 1 500 Personen für Rettungsdienst und Feuerwehr und bis zu 100 Einheiten für die Technik einschließlich vier Hubschraubern und fünf Schiffen umfassen.

16 Feuerwehr- und Erste-Hilfe-Zentren sollen Groß-Sotschi während der Olympischen Spiele versorgen, zwölf von ihnen wurden bereits eingerichtet und sind schon im Betrieb. Der Bau vier weiterer Zentren steht noch bevor. Sämtliche Teilbereiche sind mit modernster Technik ausgestattet. Die Feuerwehreinheit 35 beispielsweise ist mit Geländefahrzeugen für operative Gefahrenabwehr und einem speziellen Löschwagen ausgestattet, der mit zehn Tonnen Wasser und zwei Tonnen Schaum befüllt werden kann.

In der Stadt selbst soll die öffentliche Ordnung durch 70 000 Polizisten sichergestellt werden. Ihren Dienst werden sie in einzelnen Abteilungen gemeinsam mit Dolmetschern leisten. So werden sich bei Bedarf auch Ausländer mit den Ordnungshütern verständigen können.

Um es ausländischen Gästen zu erleichtern, etwaige Zwischenfälle schriftlich zu melden, hat das russische Innenministerium Vorlagen für fremdsprachige Sonderformulare erstellt. Diese sollen einfach auszufüllen sein, indem Zutreffendes lediglich angekreuzt wird. Die Formulare werden in allen Sprachen der teilnehmenden Länder bereitgestellt.

Die Mitarbeiter der Sondereinheiten haben bereits ihr alpines Training begonnen. Im Bedarfsfall werden sie auch in gebirgigem Gelände eingesetzt. Die Mitarbeiter der Polizei durchlaufen sehr gründliche Schulungen in der Handhabung von technisch hoch entwickelten

Durchsuchungsgeräten, die für Sicherheitskontrollen während der Olympischen Spiele bereits jetzt angeschafft werden. Die Geräte entsprechen der auf großen internationalen Flughäfen eingesetzten Technik.

Die Sicherheit während der Olympischen Spiele sollte höchste Standards erfüllen, glaubt der Leiter der Abteilung Organisation von Massenveranstaltungen des russischen Innenministeriums Sergej Borissow. „Wir bereiten unsere Mitarbeiter sehr intensiv auf die bevorstehenden Olympischen Spiele vor", erklärte Borissow in einem Gespräch mit Russland HEUTE. „Die Mitarbeiter werden in verschiedenen Bereichen trainiert. Sportübungen wurden intensiviert, der Englischunterreicht ebenfalls. Bei den Olympischen Spielen kommen nur die besten Polizisten aus ganz Russland zum Einsatz. Es sollte uns mit großem Stolz erfüllen, unser Land im Rahmen einer so großen Veranstaltung zu repräsentieren. Die Tragödie von Boston war ein Schock für die ganze Welt. Ich wünsche mir, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen werden. Sport sollte nichts mit Politik zu tun haben."

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