„Katjuscha“ radelt auf Podestplatz der Tour de France

Katjuscha-Kapitän Joaquim Rodriguez: "Auf dem Podium der 100. Tour zu stehen ist einfach fantastisch". Foto: Reuters

Katjuscha-Kapitän Joaquim Rodriguez: "Auf dem Podium der 100. Tour zu stehen ist einfach fantastisch". Foto: Reuters

Der Kapitän des russischen Radrennteams „Katjuscha“ Joaquim Rodríguez erreichte im Endklassement der Tour de France den dritten Platz. Dabei konnte er auf der vorletzten Touretappe viele direkte Konkurrenten hinter sich lassen.

Der Kapitän von „Katjuscha" wurde bei der Jubiläumstour der „Großen Schleife" beinahe zum großen Helden. Noch wenige Tage vor dem Finale auf der Champs-Élysées hätte es wohl niemand für möglich gehalten, dass Joaquim Rodríguez auf dem Podium landen könnte. Doch Rodríguez blieb bis zum Schluss ruhig und ließ auf der 20. Etappe fast alle direkten Konkurrenten hinter sich. Nur der Kolumbianer Nairo Quintana vom Team Movistar konnte seinem Druck standhalten und ließ es nicht zu, dass der Spanier auf den zweiten Rang im Endklassement aufrückte. Den Sieg feierte der Brite Christopher Froome vom Team Sky. Joaquim zeigt sich vom dritten Platz allerdings keinesfalls enttäuscht. Die zurückliegende Tour de France wurde zu einer der besten Etappen in der Karriere des 34-jährigen Sportlers, der zuletzt zu einem lebenden Symbol für das russische Team „Katjuscha" geworden ist.

„Die vergangene Woche war sehr schwer, nicht nur für mich, sondern für das gesamte Team", erzählt Rodríguez im Interview mit Gazeta.ru. „Aber wir haben die uns gestellte Aufgabe glänzend gemeistert und sind im Endeffekt da gelandet, wo wir auch hätten landen sollen. Auf dem Podium der 100. Tour zu stehen, ist einfach fantastisch. Ich kann sagen, dass wir dieses Ergebnis unserer Geduld und der gründlichen Vorbereitung zu verdanken haben", führte der Spanier weiter aus.

Der Generalmanager von „Katjuscha" Wjatscheslaw Jekimow erklärte, er sei völlig überzeugt gewesen, dass Rodríguez in der Lage sein würde, in das anfangs etwas unglücklich verlaufende Rennen zurückzukehren. „Sportler auf dem Niveau von Joaquim sind geradezu verpflichtet, ihren Höhepunkt im letzten Teil des Rennens zu erreichen. Gerechterweise muss erwähnt werden, dass er die Tour nicht in der besten Verfassung antrat. Die Folgen einer Krankheit machten sich bemerkbar. Immerhin ist die Tour de France ein Rennen, in das du frisch hineingehen musst. Aber jetzt davon zu reden, hat keinen Sinn – ich kann nur sagen, dass wir mit unserem Kapitän zufrieden sind."

Der Sportdirektor von „Katjuscha", Valerio Piva, bekannte, dass der Trainerstab anfangs geplant hatte, Rodríguez solle seine Bestform erst gegen Ende des Rennens erreichen. „Wir hatten ursprünglich den Plan, Rodríguez gerade zu den letzten Etappen hin auf Höchstform zu bringen. Wie Sie sehen, ist uns das gelungen. Obwohl ich nicht verheimlichen will, dass wir uns auch für die ersten Etappen mehr erhofft hatten. Andererseits machte Kristoff beim Start ganz und gar keinen schlechten Eindruck und seine Erfolge stimulierten Joaquim wiederum auf ihre Weise."

Rodríguez selbst betonte, dass das Rennen im Prinzip nach Plan verlief, und unterstrich die gut aufeinander abgestimmte Arbeit unter den Teamkollegen. „Ich kann nicht sagen, dass ich beim Start irgendwelche

Probleme hatte. Vielleicht hatte mich der ärgerliche Sturz bei meinem Debüt, bei dem ich mir den Arm verletzt hatte, etwas aus dem Rhythmus gebracht. Aber sonst verlief im Prinzip alles ohne Zwischenfälle. Ich kann die Arbeit der Leute gut einschätzen, die an mir und für mich arbeiten. Sie alle haben eine große Leistung vollbracht und ich bin mit ihnen sehr zufrieden."

„Ursprünglich hatten wir damit gerechnet, dass die dritte Woche der Tour den Durchbruch für uns bringt", sagte „Katjuscha"-Sportdirektor Dmitri Konyschew im Interview mit der Agentur R-Sport. „Einfach deshalb, weil sich die Route in jeder Hinsicht für Rodríguez eignete. Außerdem hatte er in der ersten Woche des Rennens gerade angefangen, seine Form zu steigern. Unterm Strich sollte sich also für uns gerade in der dritten Woche alles entscheiden. Die 20. Etappe war etwas Besonderes. Die Situation gestaltete sich nach dem Motto ‚Alles oder nichts'. Es war buchstäblich ein Vabanquespiel. Wir hatten praktisch beschlossen, den Sieg auf dieser Etappe zu opfern, damit Purito zum ersten Mal in seiner Karriere das Podium in Paris besteigen konnte. Und das haben wir geschafft."

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