Wechseln Lewandowski und Subotic zu Zenit St. Petersburg?

Die Gerüchte über Lewandowskis Abschied von Borussia wurden zum Ende der Saison, insbesondere nach dem verlorenen Champions-League-Finale, lauter, da der Vertrag des Polen nur noch bis Juni 2014 gültig ist.  Foto: Reuters

Die Gerüchte über Lewandowskis Abschied von Borussia wurden zum Ende der Saison, insbesondere nach dem verlorenen Champions-League-Finale, lauter, da der Vertrag des Polen nur noch bis Juni 2014 gültig ist. Foto: Reuters

Zenit Sankt Petersburg bietet laut polnischen Medien für die Dortmunder Spieler Lewandowski und Subotic 70 Millionen Euro. Den Medien zufolge sehen russische Fußballexperten in einem Wechsel des Topstürmers einen wichtigen Impuls.

Laut dem polnischen Internetportal futbol.pl äußerte der Petersburger Klub Zenit Interesse an Robert Lewandowski, dem Stürmer von Borussia Dortmund und der polnischen Nationalelf, – einem der gefragtesten Angreifer der Fußballwelt. Der russische Vizemeister ist bereit, für den 24-jährigen Lewandowski und den serbischen Abwehrspieler Neven Subotic, der ebenfalls derzeit für Borussia spielt, bis zu 70 Millionen Euro auszugeben. Offiziell von Vereinsseite wurde diese Meldung bisher nicht bestätigt. Die Kommentare des Trainers der Petersburger Luciano Spalletti jedoch lassen auf Ernsthaftigkeit dieser Absicht schließen. „Es wäre vollkommen absurd, wenn ich oder sonst jemand aus unserem Verein den Namen Lewandowski in die Diskussion über mögliche Spielertransfers einbrächte. Sollte sich diese Gelegenheit allerdings bieten, wird ihn niemand ablehnen", werden die Worte des italienischen Trainers auf der offiziellen Webseite von Zenit zitiert.

Die aktuell schlechte Torausbeute des wichtigsten Stürmers von Zenit und der russischen Nationalmannschaft Alexander Kerschakow sowie die nicht überzeugenden Leistungen der Mannschaft zu Saisonstart – an vier

Spieltagen erreichte das Team nur vier Punkte, beim Supercup-Turnier wurde es vom Moskauer ZSKA mit 0:3 vom Platz gefegt – zwingen die Führung des Petersburger Klubs, sich intensiv mit Optionen auf dem Transfermarkt zu befassen. An den finanziellen Möglichkeiten von Zenit zweifelt seit dem Supertransfer des Brasilianers Hulk und des Belgiers Axel Witsel im vergangenen Jahr für insgesamt 80 Millionen Euro niemand mehr.

Handlungsbedarf werde, so Medienberichte, neben der Mittelstürmerposition auch im Abwehrzentrum gesehen. Hier soll mit Neven Subotic, dem 24-jährigen serbischen Nationalverteidiger mit amerikanischem Pass, die nötige Stabilität gefunden werden, um international in der Champions League zu bestehen und sich national durchzusetzen. Der 1,93 Meter große Innenverteidiger bildet seit Jahren mit Mats Hummels das kongeniale Abwehrbollwerk der Borussia und feierte zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg. Sein Marktwert wird auf 20 Millionen Euro geschätzt.

 

Expertenmeinungen zu Lewandowski

Russische Fußballexperten betrachten es als realistische Möglichkeit, dass Lewandowski in der russischen Meisterschaft spielen könnte. Der Moderator und Sportjournalist Nikita Belogolowzew nennt Gründe, die den Wechsel Lewandowskis begünstigen könnten: „Sehr konservativ geschätzt kostet Lewandowski derzeit mindestens 30 Millionen Euro. Diese Größenordnung wäre erstens für Zenit vollkommen akzeptabel, zweitens ist

die Marktlage der Petersburger im Augenblick sehr günstig. In Europa gibt es angesichts der anhaltenden Finanzkrise und des herannahenden Financial Fairplay nur noch sehr wenige Klubs, die bereit sind, für einen Spieler 30 Millionen oder sogar noch mehr zu bezahlen", erklärte Belogolowzew in seinem Blog auf der Webseite der Zeitung Sowjetskij Sport. „Wenn der Klub seine erklärten Ziele in Europa zumindest näherungsweise erreichen möchte, braucht er Spieler einer anderen Klasse; mit russischen Profis sind europäische Erfolge schwierig. Man könnte auch ergänzen, dass Zenit schon vor vier Jahren über einen Kauf Lewandowskis nachdachte und dass der Sportdirektor des Vereins Dietmar Beiersdorfer sehr gute Beziehungen zu Deutschland hat, aber ich denke, dass sind nachgeordnete Einzelheiten", meint Belogolowzew.

Wie der frühere Zenit-Spieler Boris Tschuchlow bemerkte, brauche der Klub noch einen Stürmer, um Konkurrenz auf der Mittelstürmerposition zu schaffen: „Alexander Kerschakow fühlte sich ohne Konkurrenten zu sicher, er fing an, nachlässiger zu spielen. Er braucht einen Konkurrenten. Selbstverständlich wird Zenit einen Stürmer mit Namen kaufen. Ein Name

allerdings reicht nicht", sagte Tschuchlow in einem Gespräch mit der Zeitung Sport-Express.

„Eine Stärkung der Angriffslinie streben gute Klubs immer an. Was Lewandowski konkret betrifft, so wäre ein Stürmer dieses Niveaus ein großes Plus für Zenit", so der frühere Mannschaftskapitän des Petersburger Klubs Alexej Igonin.

Die Gerüchte über Lewandowskis Abschied von Borussia wurden zum Ende der Saison, insbesondere nach dem verlorenen Champions-League-Finale, lauter, da der Vertrag des Polen nur noch bis Juni 2014 gültig ist. Am wahrscheinlichsten galt ein möglicher Wechsel des Stürmers zu Bayern Nächsten Sommer kann Lewandowski ohne Ablösesumme in eine andere Mannschaft wechseln – Dortmund würde auf eine Ablösesumme zwischen 30 und 40 Millionen Euro verzichten. Ein Angebot über 70 Millionen Euro für beide Spieler ist finanziell sehr lukrativ – sportlich wäre es wohl ein großer Einschnitt für den Klub.

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