Formel-1-Start für GP3-Meister Daniil Kwjat

Der zukünftige Toro-Rosso-Pilot Daniil Kwjat nimmt bereits diese Saison am freien Training der Formel 1 teil. Foto: Imago/Legion Media

Der zukünftige Toro-Rosso-Pilot Daniil Kwjat nimmt bereits diese Saison am freien Training der Formel 1 teil. Foto: Imago/Legion Media

Der russische Rennfahrer Daniil Kwjat wird beim Großen Preis der USA in Austin und beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo am freien Training teilnehmen. Kwjat, der kürzlich den Meistertitel der GP3-Serie holte, wird in der nächsten Formel-1-Saison für das Team Toro Rosso fahren.

Noch vor ein paar Monaten musste der 19-jährige russische Rennfahrer Daniil Kwjat Niederlagen einstecken, bevor er sich über seinen ersten Sieg bei der GP3-Serie freuen konnte. Jetzt ist er schon bereit, sein Können für seinen zukünftigen Rennstall Toro Rosso beim Großen Preis der USA zu testen.

Vor Kurzem absolvierte Kwjat in Misano die Prüfung für die Superlizenz über die 300-Kilometer-Distanz am Steuer eines neuen Rennwagens. Sie war für den jungen Rennfahrer reine Formsache. Die Teilnahme an der Formel 1 war ihm schon vorher sicher, nachdem er auf der letzten Etappe der GP3-Serie in Abu Dhabi den Meistertitel gewonnen hatte.

„Heute konnten wir erneut sehen, dass er ein ausgezeichneter Fahrer ist", zitiert „f1news.ru" den Red-Bull-Chef Helmut Marko. „Kwjat konnte mit dem enormen Druck umgehen, unter dem er nach der Bekanntgabe seines Wechsels in die Formel 1 stand. Alle Experten meinten, er sei zu jung, aber das hieß es auch, als wir uns für Sebastian Vettel entschieden."

Einen Vorgeschmack auf das Cockpit in der Formel 1 bekam Kwjat bei den Nachwuchstestfahrten des Young Driver Days im Sommer 2013 in Silverstone. Er hatte diese Gelegenheit als Belohnung für seinen Sieg bei

der alpinen Formel Renault 2.0 erhalten. Sein Debütauftritt verlief nicht ideal: Weil er die Distanz zum Spitzenfahrer verkürzen wollte, flog er in der 23. Runde in den Kies.

Er selbst sagte, er hätte sich relativ schnell eingefahren und schon nach 15 Runden angefangen, ernsthaft zu attackieren und die Grenzen des Motors auszutesten. „Das Wichtigste ist, dass ich das Selbstvertrauen bekam, irgendwann einmal in der Zukunft Erster in der Formel 1 werden zu können. Es geht ja schließlich auch nur um einen Rennwagen. Natürlich ist er viel schneller als die, mit denen ich bisher gefahren bin. Um ihn zu spüren, braucht es Zeit. Man muss umdenken", zitiert „Autosport.com.ru" Daniil Kwjat.

„Daniil hat wirklich super Leistungen gezeigt, obwohl er bei den letzten Tests einiges durchstehen musste", betonte Toro-Rosso-Chef Tost. „Er kam sofort in den richtigen Rhythmus und gab eine Serie sauberer und schneller Runden zum Besten, womit er uns alle unbeschreiblich beeindruckt hat. Viele kritisieren Daniil wegen seines Abflugs von der Strecke, aber das ist normal, wenn man an die technischen Grenzen geht. Gerade der Abflug hat gezeigt, dass Kwjat kein Risiko fürchtet."

Nach der Vertragsunterzeichnung in der Formel 1 hatte Kwjat keine Gelegenheit, eng mit seinen neuen Teamkollegen zusammenzuarbeiten – er konzentrierte sich vollkommen auf die GP3-Serie. Der jetzige Saisonstart verlief für Kwjat nicht optimal: Er war von Unfällen verfolgt und geriet dadurch in Rückstand zum Tabellenersten. Nach dem Formel-1-Testlauf verbesserten sich seine Leistungen aber deutlich. Er bestieg das Podium des ungarischen „Hungarorings", danach folgten Siege in Belgien und Italien.

Vor der der letzten Saison-Etappe musste Kwjat dem Tabellenführer, dem Argentinier Facundo Regalia, sieben Punkte abnehmen. In Abu Dhabi konnte er seinen Rückstand zuerst auf drei Punkte verkürzen, nachdem er die Pole in der Qualifikation gewonnen hatte. Danach errang er einen überzeugenden Sieg im Rennen. Zusammen mit dem unglücklichen Auftritt des Argentiniers brachte dieser Erfolg dem jungen Rennfahrer den Meistertitel.

Gleich nach dem Sieg in Abu Dhabi begab sich Kwjat in die Obhut von Toro

Rosso und nahm schon nach ein paar Tagen an den Testfahrten der Formel 1 in Misano teil. Dort machte der junge Fahrer einen viel ruhigeren und sichereren Eindruck als in Silverstone. Auch dieses Mal steuerte er einen Wagen von Toro Rosso, aber einen anderen, der sich unwesentlich von dem vorhergehenden Modell unterschied.

Beim Großen Preis der USA vom 15. bis 17. November in Austin steht der russische Rennfahrer vor zwei großen Aufgaben: seinen Rennwagen einzufahren und die Strecke zu testen, bevor die neue Saison beginnt. Das nächste freie Training ist während des Großen Preis von Brasilien vom 22. bis 24. November geplant.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Gazeta.ru

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