Paralympia: Trainieren mit den Champions

Foto: Regierung der Stadt Moskau

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In Moskau veranstalteten die russischen Medaillengewinner der Paralympischen Spiele Workshops für Kinder mit Behinderung. Die Aktion wurde zum Internationalen Behindertentag durchgeführt und Hunderte Schüler kamen, um von den Champions zu lernen.

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Jedes Jahr zum Internationalen Behindertentag am 3. Dezember treffen russische Paralympia-Sportler Kinder mit Behinderungen. Viele der Kinder haben noch nie Sport getrieben. In diesem Jahr fanden sich zum Treffen mit den Sportlern über 200 Schüler von Förderschulen aus Moskau und der Moskauer Region ein.

Ein geschossenes Tor oder ein gut angenommener Pass ist für viele schon ein großer Sieg. Die 16-jährige Lisa Denisowa ist eine der wenigen, die schon seit Langem Sport treiben. Sie kann sich nur im Rollstuhl fortbewegen, beweist aber ein ums andere Mal, dass man auch mit einer Störung des Bewegungsapparates sportlich sein und in Wettkämpfen Siege

erringen kann – vor allem über sich selbst. „Ich versuche mich in vielen Sportarten. Bis jetzt habe ich Parabasketball gespielt und Bogenschießen gemacht, aber jetzt bin ich auf der Suche nach einer neuen Sportart", erzählt Lisa. Die Paralympia-Profisportler helfen ihr, eine neue Sportart zu finden.

Es gibt hier Workshops zum Fechten, Minigolf oder Tischtennis, jeweils im Rollstuhl. Die einen nehmen mit Leichtigkeit am Training der Champions teil, die anderen geben sich größte Mühe.

 

Auch Paralympioniken haben klein angefangen

Die Champions, die mittlerweile zu Vorbildern für diese Kinder geworden sind, waren irgendwann mal genau so. Raisa Tschebanika erinnert sich, wie viele Zweifel sie hatte, als sie ihre Karriere begann. Doch dank ihrer Beharrlichkeit und dem nötigen Willen ist sie Siegerin im Tischtennis bei den Paralympischen Spielen in London geworden. Heute bringt sie Kindern bei, den Schläger richtig zu halten und bis zum Ende zu spielen, also nicht aufzugeben.

Die paralympischen Sportler machen solche Workshops gerne, weil sie verstehen, wie wichtig Unterstützung ist. Sie hatten sie auch bitter nötig, als sie am Anfang ihres Trainings standen, aber auch später, als sie an den Wettkämpfen und schließlich an den Paralympischen Spielen teilnahmen. „Die Unterstützung der Fans sind 50 Prozent des Erfolgs. Mir hat in London gefallen, dass uns nicht nur die Vertreter unserer Länder zugejubelt haben, sondern auch die Briten selbst, einfach des schönen Spiels wegen", erzählt Raisa Tschebanika.

„Wenn du Fans hast, spornt dich das an. Du spürst diese Unterstützung in deinem Innern und das Adrenalin hilft, gute Ergebnisse zu erzielen", erzählt Wladimir Kriwulja, der bei den Londoner Paralympischen Spielen im Kraftdreikampf Bronze geholt hatte.

 

Ein neuer Rekord ist schon vorprogrammiert

Die Kinder versprachen, dass sie die Auftritte der Sportler bei den anstehenden Spielen auf jeden Fall mitverfolgen wollen. Der Kartenverkauf läuft bereits in Moskau, Sotschi und im Internet. Soweit man beurteilen

kann, wird es die meisten Fans zur Eröffnungs- und Abschlusszeremonie der Spiele sowie zu den Sledge-Hockey- und Bergski-Wettkämpfen ziehen. Die Ticketverkäufe für diese Veranstaltungen laufen gut.

Das Programm der Wettkämpfe wird das umfangreichste in der Geschichte der Paralympischen Spiele: In neun Tagen werden 72 Preise in fünf Sportarten vergeben.

Nachdem sie an verschiedenen Workshops teilnahm, scheint Lisa Denisowa gefunden zu haben, was sie suchte – unerwartet für sich selbst und für den Paralympia-Bronzesieger im Kraftdreikampf Wladimir Kriwulja. Sie stemmte sicher und fast schon professionell 40 Kilogramm, obwohl sie die Langhantel zum ersten Mal im Leben in der Hand hielt. Wer weiß, vielleicht fängt hier ein neuer paralympischer Stern seine Laufbahn an – und vielleicht auch nicht nur einer.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Webseite des russischen Fernsehsenders "Perwy Kanal".