Russland im Glück: Bei der WM gegen Belgien, Algerien und Südkorea

Die russische Nationalmannschaft vermied starke Vorrundengegner, im Achtelfinale könnte aber Deutschland warten. Auf dem Bild: Generalsekretär der FIFA Jérôme Valcke mit dem Zettel "Russland".  Foto: Reuters

Die russische Nationalmannschaft vermied starke Vorrundengegner, im Achtelfinale könnte aber Deutschland warten. Auf dem Bild: Generalsekretär der FIFA Jérôme Valcke mit dem Zettel "Russland". Foto: Reuters

In Brasilien wird die Mannschaft von Fabio Capello gegen Belgien, Algerien und Südkorea spielen. Die Experten sind sich einig, dass die Russen eine relativ leichte Gruppe bekommen haben, warnen aber vor einer Unterschätzung der Gegner.

Am Ende der langen Auslosung hielten die russischen Fußballfans den Atem an. Es gab es eine 50-prozentige Chance in die Gruppe mit Deutschland gelost zu werden. Entweder die Sbornaja oder Portugal würde gegen Lahm, Götze und Co. spielen. Beide Kugeln waren im Topf verblieben – und es wurde Portugal gezogen. Russland vermied somit Deutschland, Ghana und die USA und bekam eine auf den ersten Blick machbare Gruppe.

Gegner der russischen Nationalelf in der Gruppe H sind die Mannschaften Belgiens, Algeriens und Südkoreas. Einen echten Favoriten gibt es in dem Quartett nicht, man könnte auch nicht sagen, dass eine der Mannschaften stärker sei als die russische, vielleicht mit Ausnahme der Belgier, die die Qualifikation glanzvoll überstanden haben.

Die Auslosungszeremonie wurde vom Generalsekretär der FIFA Jérôme Valcke geleitet. Hilfe bekam er von Stars des Weltfußballs vergangener Jahre, Geoff Hurst, Cafu, Fabio Cannavaro, Zinédine Zidane, Fernando Hierro, Lothar Matthäus und anderen.

Der Trainer der Nationalmannschaft Russlands Fabio Capello hoffte, dass sein Team nicht in eine „Todesgruppe" gelost werde. Nach den Auslosungsergebnissen kann man zu solchen die Gruppen B und D zählen. Die erstere besteht aus Mannschaften wie Spanien, Chile, Australien und der Niederlande – es kommt somit schon im ersten Spiel der Gruppe zu Neuauflage des WM-Finales 2010. In der anderen hochkarätig besetzten „Todesgruppe" finden sich Uruguay, Italien, Costa Rica und England wieder. Der Gastgeber der WM bekam mit Kroatien, Kamerun und Mexiko ebenfalls starke Gegner.

Verfahrensgemäß wurden die 32 Mannschaften auf vier Körbe verteilt. Im ersten sind das Gastgeberland Brasilien und die sieben besten Mannschaften nach dem FIFA-Ranking vom Oktober 2013: Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, Uruguay und die Schweiz. Den anderen drei Lostöpfen wurden die Teams nach ihrer geographischen Lage zugeordnet.

Interessant ist es, dass die Endrunde, im Gegensatz zur letzten WM, alle acht Nationalmannschaften erreichten, die je den Titel des Weltmeisters erringen konnten. Hingegen nimmt die Mannschaft Bosniens-Herzegowinas zum ersten Man an der Endrunde der Weltmeisterschaft teil und ist somit der einzige Debütant bei der WM, die vom 12. Juni bis 13. Juli stattfinden wird.

Der Trainer der russischen Nationalmannschaft Fabio Capello während der WM-Auslosung in Brasilien. Foto: AP

Der Experte von Russland HEUTE, der Olympiasieger und ehemaliger Trainer der Mannschaften der GUS und Russlands Anatolij Byschowez unterstrich, dass man die Vorrundengegner Russlands nicht unterschätzen sollte: „Russland ist in die bestmögliche Gruppe gekommen. Der einzige Gegner, den wir fürchten müssen, ist Belgien, wo talentierte Fußballer vereint sind: Eden Hazard, Marouane Fellaini, Axel Witsel, Thibaut Courtois,

Vincent Kompany, Romelu Lukaku – sie alle spielen in führenden europäischen Clubs. Algerien und Korea sollte Russland aber schlagen können. Interessant ist allerdings, dass bei der letzten WM, an der Russland teilgenommen hatte, wir in eine ähnliche Gruppe gekommen sind, aus der wir nicht wieder herausgekommen sind. Damals siegte Russland über Tunesien mit 2:0, verlor gegen Japan mit 0:1 und gegen Belgien mit 2:3. Noch aktueller und mahnender ist das Beispiel der letzten EM, wo alle Experten ohne Zweifel unserer Mannschaft die besten Chancen versprachen, wir aber bereits in der Gruppe scheiterten. Sich zu freuen, wäre vorschnell. Es wird sich alles ausschließlich auf dem Feld entscheiden".

Nach der Auslosung gaben die Wettanbieter bereits ihre Prognosen für den Titel ab. Die Wahrscheinlichkeit des WM-Siegs von Brasilien liegt bei 23,5%, die von Deutschland bei 14,9%. Mit 12,9% Wahrscheinlichkeit gewinnen die Argentinier. Der Weltmeister Spanien ist nur auf dem vierten Platz mit 12%. Die Chancen Russlands, den Weltmeistertitel zu erlangen, wird mit 0,8% geschätzt. Sollte Russland die Vorrunde als Gruppenzweiter überstehen, könnte Deutschland im Achtelfinale als erste Prüfung auf dem Weg zum Titel warten.

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