Zenit und Dortmund: Der Traum vom Champions-League-Finale

Das Spiel in Sankt Petersburg wird fast ohne Fans durchgeführt werden, was wenig zu den Siegchancen Zenits beitragen dürfte. Foto: Reuters

Das Spiel in Sankt Petersburg wird fast ohne Fans durchgeführt werden, was wenig zu den Siegchancen Zenits beitragen dürfte. Foto: Reuters

Wie wird sich die Dortmunder Borussia nach dem Debakel gegen den HSV am vergangenen Wochenende präsentieren? Hat Zenit trotz der Winterpause in der russischen Liga die Form, um den BVB zu schlagen? Das wichtigste zur Partie im Schnellcheck.

Heute spielt Zenit Sankt Petersburg im Achtelfinale der Champions League gegen Borussia Dortmund. Für den Fußballclub aus Russland ist es der zweite Versuch, ins Viertelfinale zu gelangen. 2012 scheiterte man an Benfica Lissabon.

In der Vorrunde hat sich Zenit beispiellos mit sechs Punkten aus sechs Spielen für das Viertelfinale qualifiziert. Dank dem Sieg im Spiel gegen Porto und drei Unentschiedenen belegte der russische Club den zweiten Platz in Gruppe G und kann in der Finalrunde auf ein Weiterkommen hoffen.

Borussia Dortmund, das im vergangenen Jahr sensationell das Finale erreichte, belegte den ersten Platz in Gruppe F, vor Arsenal London, dem SSC Neapel und Olympique Marseille.

 

Höchste Bereitschaft

Zenit und Lokomotive Moskau belegen in der Russischen Meisterschaft den ersten und zweiten Platz, Borussia Dortmund hingegen ist weit entfernt vom Gewinn der deutschen Meisterschaft: Nach 22 Spielen in der Bundesliga liegt der Klub 20 Punkte hinter dem führenden FC Bayern München. Dadurch gewinnt die Champions-League für den Verein an Bedeutung.

Zenit hat sich sorgfältig auf das Spiel gegen Borussia Dortmund vorbereitet: Es wurden einige Lehrgänge und mehrere Testspiele durchgeführt, der Klub nahm am United Supercup teil, das Turnier, bei dem die besten Vereine aus Russland und der Ukraine spielen. Zenit belegte den dritten Platz hinter Schachtar Donezk und Metalist Charkiw.

Borussia Dortmund, das in der Bundesligahinrunde zu viele Punkte liegen gelassen hat, ist trotz dem unerwarteten Ausrutscher gegen den Hamburger SV gut in die Rückrunde gestartet. Nach den Weihnachtsferien begann die von Jürgen Klopp geleitete Mannschaft wieder zu siegen und spielerisch zu überzeugen.

 

Verletzungen und Ausfälle

Roman Schirokow, der stärkste Zenit-Mittelfeldspieler der letzten Saison, wird nicht auflaufen können. Er war beim letzten Trainingslager des Clubs, das in der Türkei stattfand, nicht dabei. Manche Medien berichteten, dass er einen Konflikt mit dem Cheftrainer Luciano Spalletti habe, aber die offizielle Version lautet anders: Der Mittelfeldspieler habe sich die Ferse verletzt.

Miguel Danny, Mittelfeldspieler aus Portugal, wird auch nicht dabei sein. Zudem hat Stürmer Alexander Kershakow Probleme mit dem Rücken, der Goalgetter wird aber mit von der Partie sein. Der Youngster Salomon Rondon, der früher im Kasaner Club Rubin spielte und seit dem Winter bei Zenit spielt, ist auch einsatzbereit.

Verletzungsgeplagt sind auch die Dortmunder. Trotz Blessuren dürften Robert Lewandowski und Mats Hummels einsatzbereit sein. Jakub Błaszczykowski, Neven Subotic, İlkay Gündoğan und Sven Bender werden aber sicher fehlen. Bender fehlt wegen einer Schambeinentzündung, die eher zu den selteneren Verletzungen zählt.

 

Zenit wird kämpfen

Im Vorfeld des Spiels betonte Zenit-Cheftrainer Spalletti, dass die Mannschaft einen Sieg nur mit absoluter Hingabe einfahren könne. "Wir spielen gegen einen der stärksten Gegner, den man sich vorstellen kann.

Ich weiß nicht, ob unser hundertprozentiger Einsatz reichen wird, um ihr Niveau zu erreichen, aber wir werden kämpfen. Wir müssen den Hoffnungen gerecht werden, die unsere Fans in uns setzen."

Mittelfeldspieler Anatolij Tymoschtschuk, der früher für Bayern München spielte, vermutet, dass der Kantersieg des HSV gegen Borussia Dortmund vom vergangenen Samstag (3:0) auf die intensive Vorbereitung des Vereins auf das Spiel gegen Zenit zurückzuführen sein könnte. "So was kommt vor, wenn die Mannschaft sich gezielt auf ein Spiel in der Champions League vorbereitet und intensiv trainiert. Es wundert mich nicht, wenn sie das Spiel gegen Hamburg ‚geopfert' haben, um sich auf das Spiel gegen uns vorzubereiten", sagte Tymoschtschuk.

 

Buchmacher setzen auf Borussia

Die berühmte Buchmacherfirma William Hill aus Großbritannien hält Borussia Dortmund für den Favoriten des Duells. Die Wettquoten für den Einzug ins Viertelfinale betragen für Borussia nach zwei Spielen 1.17, für Zenit 4.50.

Das Spiel in Sankt Petersburg wird fast ohne Fans durchgeführt werden, was wenig zu den Siegchancen Zenits beitragen dürfte. Der Verein wurde nach Ausschreitungen seiner Anhänger im Gruppenspiel bei Austria Wien mit einem Teilausschluss seiner Fans bestraft.

 

Nach Materialen von RIA Novosti und Gazeta.ru

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