Paralympische Spiele: Der Fackellauf beginnt

Die Fackel soll auf ihrer Reise 45 Städte besuchen – in jeder soll es ein Spektakel zu bestaunen geben. Foto: Witali Ankow/RIA Novosti

Die Fackel soll auf ihrer Reise 45 Städte besuchen – in jeder soll es ein Spektakel zu bestaunen geben. Foto: Witali Ankow/RIA Novosti

Auf dem Kap Deschnjow, dem östlichsten Punkt Russlands, startete der Staffellauf des Ewigen Feuers der Paralympischen Spiele. In jeder der 45 Städte, durch die die Flamme getragen wird, versprechen die Organisatoren, eine echte Show zu liefern. 

Die Spiele in Sotschi sind bereits Geschichte, aber die Geschichte der Siege von Sotschi wird weitergeführt: Am 7. März beginnen die Paralympischen Spiele in Russland. Am Mittwoch, dem 26. Februar, wurde der paralympische Fackellauf begonnen. Die Reise der Fackel, die unter dem Motto „Überwindend. Siegend. Inspirierend" verläuft, begann am Kap Deschnjow, am östlichsten Punkt Russlands. Das Feuer wurde in Tschukotka um 5:10 Uhr Lokalzeit mit einer grandiosen Feuerwerkshow entfacht. In Moskau war zu dem Zeitpunkt noch der 25. Februar.

Wie der Generalsekretär des russischen Paralympischen Komitees Michail Terentjew auf einer Pressekonferenz am Vortag der Agentur ITAR-TASS berichtete, wird das Feuer von 1 500 Menschen durch 45 Städte Russlands getragen, wobei die Meisten von ihnen Personen mit einer Behinderung sind. Jeden Tag wird die Fackel gleichzeitig in mehreren Städten entzündet. Der Lauf soll am Tag des Beginns der Spiele am 7. März im Fisht-Stadion in Sotschi enden.

 

Nordlicht und Russian Knights

Die Organisatoren versprechen eine einzigartige Show in jeder der besuchten Städte. So soll in Lipezk die Flamme am Feuer des Ofens entfacht werden, in dem das berühmte Romanow-Spielzeug gebrannt wird. In Pskow wird der Funken für die Fackel aus der besten Schmiede der

Stadtgenommen. In Nischni Nowgorod an der Wolga wird die Fackel durch eine photochemische Synthese entzündet und eine nicht weniger interessante Methode wird in Wolgograd ausprobiert, wo am 4. März im Planetarium das berühmte Experiment von Archimedes nachgebildet wird, in dem er Feuer aus Sonnenlicht mit einem Spiegelsystem erschuf. In der sibirischen Stadt Kemerowo wird speziell für den Staffellauf ein symbolischer Hochofen errichtet, in dem das Feuer „gegossen" werden soll. Im südlichen Krasnodar findet eine theatralische Vorführung im Ethnographischen Kosakendorf stattfindet: Ein Schmied wird durch einen Hammerschlag einen Funken erzeugen, der das paralympische Feuer entzünden soll.

In Murmansk hingegen, das hinter dem Polarkreis liegt, wird das paralympische Feuer am Nordlicht entzündet. Eine echte Show wartet auf alle im Gebiet Moskau: Die Flugkunststaffel Russian Knights („Russische Hünen") wird einige Figuren vorführen und das Symbol der Paralympischen Spiele, die drei farbigen Agitos-Bögen, nachbilden.

 

Reise zu den Ursprüngen

Eine der Etappen wird durch die britische Stadt Stoke Mandeville der Grafschaft Buckinghamshire führen, die als Geburtsort der Paralympischen Spiele gilt. Die Wettkämpfe, die dort 1948 stattfanden, waren die Vorläufer der ersten Paralympischen Spiele, die wiederum 1960 in Rom ausgetragen wurden. Beginnend mit 2014 wird diese Etappe zum Pflichtbestandteil aller Fackelläufe des Paralympischen Feuers werden.

 

Aufmerksamkeit liegt auf Grundwerten

Die Fackel der Paralympischen Spiele von Sotschi 2014 wird auch von Michail Terentjew getragen werden, der selber Paralympia-Sieger war und nun Generalsekretär des Paralympischen Komitees in Russland ist.

„Die Paralympischen Spiele starten traditionell zwei Wochen nach der Olympiade. Diese Tradition gibt es seit den Spielen in Seoul 1988, bei

denen zum ersten Mal ein Fackellauf des paralympischen Feuers stattfand. Es ist die Aktion, die das Interesse an den Spielen und an den paralympischen Sportlern aufrechterhalten soll", sagt Terentjew. „Ich habe selbst am Lauf für Peking 2008 teilgenommen. Meine Etappe verlief über den Platz, auf dem die Namen der Imperatoren geschrieben sind. Das Ziel des Laufs ist eine gesteigerte Aufmerksamkeit für den Sport im Allgemeinen, sowie die Paralympischen Spiele und die Werte der paralympischen Bewegung im Besonderen: Inspiration, Gleichheit und Mut. Denn Sport ist das Instrument zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung in das normale Leben."

„In Vancouver gewannen wir 38 Medaillen, zwölf Mal Gold, 16 Mal Silber und zehn Mal Bronze", erinnert sich Terentjew. „Wir werden ein ähnliches Ergebnis anstreben und hoffen, noch besser zu werden. Umso mehr, da es im Programm der Wettkämpfe neue Sportarten gibt. Nun gibt es auch Parasnowboard, das im Rahmen der Alpinskistarts stattfinden wird. Ich bin sicher, dass schon in vier Jahren in Korea Parasnowboard eine eigene Disziplin sein wird", glaubt Terentjew. „Außerdem werden wir zum ersten Mal eine starke Eishockeymannschaft stellen. Ich hoffe, die Zuschauer werden bei den Auftritten der paralympischen Sportler dieselben Emotionen haben, wie während der Olympischen Spiele in Sotschi."

Die Form der Fackel für das Paralympische Feuer ist identisch zu der der Olympischen Fackel. Der Unterschied besteht in den Farben des Griffs und des Mittelbereichs. Er ist nicht rot, sondern himmelblau, das die Reinheit der Gedanken und die Seelenkraft der paralympischen Sportler symbolisieren soll.

Die Fackel wiegt ungefähr 1,8 Kilogramm und ist 95 Zentimeter lang, an der dicksten Stelle ist sie 14,5 Zentimeter breit.