Paralympics: Sotschi geht an den Start

Foto: RIA-Novosti

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Die elften Winterspiele für behinderte Sportler und Sportlerinnen finden zwischen dem 7. und 16. März in Sotschi statt. Die paralympischen Dörfer an der Küste und in den Bergen haben ihre Tore für die Gäste bereits geöffnet.

Den Behindertensportlern stehen in Sotschi zwei olympische Dörfer zur Verfügung: eines an der Küste und eines in den Bergen. Während der Spiele wohnen dort etwa 1 600 Sportler und Delegationsmitglieder aus 45 Ländern. Für einen angenehmen Aufenthalt werden fast 2 000 Mitarbeiter in den Dörfern und freiwillige Helfer sorgen. Die paralympischen Dörfer bieten beste Voraussetzungen für behinderte Sportler, die von Rampen an den Eingängen über gut zugängliche Duschräume, relativ niedrig angeordnete Waschbecken und Schalter bis hin zu automatisch öffnenden Türen in den Gängen sowie speziell ausgerüstete Aufzüge reichen.

Das paralympische Dorf Usadba an der Küste mit seiner Bürgermeisterin Olesja Wladykina, zweifache Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics und Weltrekordlerin im Schwimmen, ist für 350 Sportler und Delegationsmitglieder ausgelegt. Das Dorf befindet sich in unmittelbarer Nähe der Küste, sodass der Weg der Sportler zum Training und zu den Wettkämpfen höchstens zehn Minuten in Anspruch nimmt. In Usadba sind die Teilnehmer der Sledge-Eishockey- sowie der Rollstuhlcurling-Wettbewerbe untergebracht.

Bürgermeister des Dorfs im Bergkomplex ist der sechsfache Goldmedaillengewinner der Paralympics und siebenfache Weltmeister sowie vierfache Europameister im Skilanglauf Sergej Schilow. Hier werden die Sportler untergebracht, die im Skilanglauf, im Biathlon und in den Ski-

Alpin-Wettbewerben die besten unter sich ausmachen wollen. Das Bergdorf befindet sich neben dem Ski-Alpin-Zentrum und dem Snowboard-Park auf einer Höhe von 1 100 Meter, wobei die Entfernung zwischen den Unterkünften und den Sportstätten des Bergkomplexes zehn Kilometer beträgt. Verkehrsmittel stehen innerhalb des Dorfes und vom Dorf zu den Austragungsstätten rund um die Uhr zur Verfügung. Außerdem stehen den Sportlern und Delegationsmitgliedern zwei zu Fuß erreichbare Stationen der Seilbahn „Rosa Chutor“ zur Verfügung.

Die Ehre der russischen Nationalmannschaft wird bei den Spielen 2014 von rund 70 Sportlern mit Störungen des Bewegungsapparates und des Sehvermögens in allen Disziplinen des Sportprogramms verteidigt. Hierzu gehören Skilanglauf und Biathlon, Ski-Alpin (einschließlich Parasnowboard), Sledge-Eishockey und Rollstuhl-Curling.

Das Kulturprogramm der Paralympics verspricht Originalität und Abwechslung. Es bildet den krönenden Abschluss der Kulturolympiade Sotschi 2014, die im Vorfeld der Spiele vier Jahre lang andauerte. Vorgesehen sind Theaterfestivals und Auftritte der Gewinner der russischen Künstlerwettbewerbe „Klass Mira“ und „Textura-Olymp“. Die Gäste des Wohltätigkeitsfestivals „Belaja Trost“ haben die einzigartige Möglichkeit, einem Auftritt des legendären José Carreras beizuwohnen.

 

Boykott löst die Probleme in der Ukraine nicht 

Gleich nach dem Erlöschen der Flamme bei den zwölften Olympischen Winterspielen, die vom 7. bis 23. Februar 2014 in Sotschi stattfanden, machte sich das paralympische Feuer auf den Weg zum Schwarzen Meer. Bis zum 7. März tragen mehr als 1 500 Fackelträger und Fackelträgerinnen die Flamme durch Russlands Regionen und 46 Städte.

Erstmals legte das Feuer am 1. März auch einen internationalen Zwischenstopp an der Geburtsstätte der Paralympics im britischen Stoke Mandeville ein. Somit wird der paralympische Funke virtuell aus Großbritannien an Russland weitergegeben. Auf Beschluss des Internationalen Olympischen Komitees ist die britische Grafschaft Buckinghamshire seit März 2014 verpflichtender Bestandteil aller Routen des Olympischen Feuers.

Die einzige Befürchtung der Vertreter des Organisationskomitees war bis zum letzten Moment ein möglicher Boykott der Paralympics im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine. Bisher hat sich diese Befürchtung jedoch nicht bewahrheitet.

Erst am Sonntag hat beispielsweise der polnische Premierminister Donald Tusk die Sportler aufgerufen, an den Spielen teilzunehmen. Seiner Ansicht nach „bringt ein Boykott der Wettbewerbe keine Lösung in der Ukraine“.

„Ich sage es ganz offen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Verzicht unserer Athleten an den Spielen einen Einfluss darauf haben würde, was auf der Krim und in der Ukraine geschieht“, zitiert „RIA Nowosti“ den Politiker.

Die deutsche Mannschaft reist am heutigen Dienstag nach Sotschi. Einen Boykott der Spiele wird es durch das 13-köpfige deutsche Team nicht geben. Angesichts der angespannten Situation auf der rund 450 Kilometer entfernten Halbinsel Krim seien jedoch „unbeschwerte“ Spiele nicht möglich, sagte der Präsident des Deutschen Behindertensport-Verbands (DBS) Friedhelm Julius Beucher.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Gazeta.ru

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