Vergoldeter Titelgewinn

Tennisstar Maria Scharapowa bleibt die unangefochtene Königin der Selbstvermarktung in Russland. Foto: Getty Images/Fotobank

Tennisstar Maria Scharapowa bleibt die unangefochtene Königin der Selbstvermarktung in Russland. Foto: Getty Images/Fotobank

Weltmeistertitel und olympisches Gold bringt Sportlern nicht nur Ruhm und Ehre. Die sportlichen Erfolge zahlen sich auch finanziell aus. Einige russische Sportstars haben aus ihrem Namen eine einträgliche Marke gemacht.

Drei Medaillen holten Aljona Sawarsina und ihr Mann Vik Wild bei den Olympischen Spielen in Sotschi für das russische Snowboard-Team. Die Sportlerin, die aus Novosibirsk stammt, und ihr Mann, ein gebürtiger Amerikaner, der nach der Heirat mit Sawarsina die russische Staatsbürgerschaft angenommen hat, steigen nach ihrer erfolgreichen Olympiateilnahme ins Marketing der russischen Uhrenmarke Raketa ein.

Alena Sawarsina ist nicht nur das Gesicht der aktuellen Werbekampagne des Unternehmens, sie gehört mittlerweile auch dem Direktorenrat an. Wild ist strategischer Direktor des Unternehmens. An geschäftlichen Entscheidungen werden die beiden Sportler allerdings nicht beteiligt sein.

„Die Zusammenarbeit mit Raketa wird auf eine freundschaftliche Partnerschaft zur Unterstützung der Marke ohne kommerziellen Hintergrund hinauslaufen. Wir arbeiten ehrenamtlich“, erklärt Sawarsina die zukünftigen Aufgaben bei Raketa.   

Ein anderes Beispiel, wie man seinen Olympiasieg PR-technisch nutzt, zeigt die Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, Adelina Sotnikowa. Sie soll mit ihrem Namen künftige Sportler für eine jüngst eröffnete Sportschule anwerben. Die Marke „Adelina“, mit der sich die Ausbildungseinrichtung etablieren möchte, soll geschützt werden. Man wird sie allerdings nicht unmittelbar mit der Eiskunstläuferin verbinden, sondern als „Fantasienamen“ ausgeben, heißt es im russischen Patentbüro Perwaja Patentnaja Kompanija, das die Registrierung der Marke „Adelina“ ausführt. Direkte Gewinne wird die Marke der Sportlerin nicht einbringen.

Andere bekannte Sportler nutzen ihre sportlichen Erfolge nicht nur für PR-Aktionen, sondern  wissen, wie sich durch lukrative Werbeverträge viel Geld verdienen lässt.

 


Großverdiener auf dem Eis

Eishockeyspieler Alexander Owetschkin. Foto: Alexeï Philippov/RIA Novosti

Eishockeyspieler Alexander Owetschkin gilt aktuell nicht nur als einer der besten Spieler weltweit, er gehört auch zu den Großverdienern unter den russischen Sportstars. Owetschkin spielt seit 2005 in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Einen seiner ersten Verträge schloss er 2009 mit dem Batteriehersteller Energizer. Im selben Jahr stieg Owetschkin in die Klasse der zehn besten Eishockeyspieler der letzten zehn Jahre innerhalb der NHL auf. Mit Reebok vermarktet er eine eigene Modelinie, außerdem arbeitet er mit der amerikanischen Friseursalon-Kette Hair Cuttery zusammen. Owetschkin ist das Gesicht der Computerspiele „NHL 2K10“ und EA Sports’ „NHL 07“, er ist außerdem für Nike, Procter & Gamble, Verizon und Coca-Cola unter Vertrag. Seine Einnahmen beliefen sich im Jahr 2013 auf etwa zwölf Millionen Euro.

Eiskunstläufer Jewgeni Pljuschtschenko kann in seiner Karriere ebenfalls auf beeindruckende Erfolge verweisen. Gleich drei olympische Medaillen hat er bisher geholt, Silber in Salt Lake City und Vancouver, Gold in Turin. In Sotschi sorgte Pljuschtschenko allerdings für einigen Gesprächsstoff. Das Gold im Mannschaftsturnier konnte die Entscheidung des Sportlers, im Einzellauf der Männer nicht anzutreten, nicht kompensieren – es hagelte Kritik. Die öffentliche Stimmung hielt seine Frau, die Fernsehproduzentin Jana Rudkowskaja, jedoch nicht davon ab, Werbung für ihren Mann zu machen. Geplant ist nach ihren Aussagen, das eigene Markenzeichen „Jewgeni Pljuschtschenko“ zu begründen.

Der Sportler hat in der Vergangenheit bereits einige Werbeverträge unterzeichnet, darunter einen sehr lukrativen mit der Kosmetikmarke Oriflame. Die Kampagne mit dem Titel „Gewinn mit einem Weltmeister“ startete 2009 im Vorfeld der Olympiade in Vancouver und soll Pljuschtschenko zwischen 300 000 und 700 000 Euro eingebracht haben. Pljuschtschenko wirbt außerdem für Mercedes, Uhren von Ulysse Nardin, die Lotterie Bingo-Boom, die Modemarke Odri und die Wohnanlage Solnetschnyj Gorod in Sotschi.


Platz eins der Werberangliste

Die unangefochtene Königin der Selbstvermarktung bleibt in Russland aber Tennisstar Maria Scharapowa. In den vergangenen fünf Jahren stieg das Volumen ihrer Werbeverträge um das 1,5-fache und erreichte einen Wert von etwa 17 Millionen Euro. Ihren ersten Vertrag mit dem Unternehmen NEC unterzeichnete der Tennisstar im Jahr 2003 nach dem Sieg eines

Turniers in Tokio. Ein Jahr später gewann Scharapowa in Wimbledon. Die Siegprämie von 560 000 Euro war ein Taschengeld im Vergleich zu den geschätzten elf Millionen Euro, die Scharapowa anschließend durch zehn Werbeverträge verdiente.

Heute befinden sich in Scharapowas Werbeportfolio Verträge mit fünf weltweit führenden Unternehmen unterschiedlichster Branchen, vom Automobilhersteller bis zum Produzenten von Deodorants. Der Wert der Verträge soll sich auf etwa 16,5 Millionen Euro belaufen.

Scharapowa beschränkt sich allerdings nicht auf ihr Engagement für andere Unternehmen. Seit 2011 verkauft sie Konfekt und Fruchtgummis ihrer eigenen Marke „Sugarpova“.

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