Scharapowa wieder in Top-Form

Durch die jüngsten Leistungen in Stuttgart zählt sie zu den Favoriten. Foto: DPA/Vostock Photo

Durch die jüngsten Leistungen in Stuttgart zählt sie zu den Favoriten. Foto: DPA/Vostock Photo

Russische Tennisexperten bewerten die Chancen für Maria Scharapowa, ihren Triumph in Paris von 2012 zu wiederholen. Der Sieg in Stuttgart ist Indiz für eine gute Form und gibt Grund zum Optimismus für das größte Sandplatzturnier des Jahres.

Am Sonntag, den 27. April, hat die russische Tennisspielerin Maria Scharapowa ihren 30. Titel gewonnen, als sie in Stuttgart zum dritten Mal in Folge den Turniersieg schaffte. Nach der Zahl der gewonnenen Turniere nimmt sie nun den dritten Platz unter den Spielerinnen ein. Vor ihr sind nur Venus mit 45 und Serena Williams mit 59 Siegen auf der Tour.

 

Stuttgart und Scharapowa

Die Tenniscourts in Stuttgart sind echte Glücksbringer für die 27-jährige russische Tennisspielerin. Sie nahm dreimal an Turnieren in der baden-württembergischen Hauptstadt teil und kehrte dreimal mit dem Sieg und einem nagelneuen Porsche aus Deutschland zurück.

Diesmal wartete auf Scharapowa schon im Viertelfinale eine Bewährungsprobe. Sie trat gegen Agnieszka Radwańska an, die Nummer drei auf der Tennis-Weltrangliste und auf der Setzliste für das Turnier auf erster Position. Die Tennisspielerin aus Polen war laut Experten die Favoritin, aber Scharapowa schaffte es, sich gegen den starken Aufschlag, Agnieszkas Hauptwaffe, zu wehren, und gewann glatt mit 6:4, 6:3. Im Halbfinale ließ Scharapowa der italienischen Tennisspielerin Sara Errani mit 6:2, 6:1 keine Chance. Im Endspiel besiegte sie Ana Ivanovic aus Serbien mit 3:6, 6:4, 6:1.

„In der ersten Hälfte des Spiels schien es so, als wäre heute einfach nicht mein Tag. Aber mir war es gelungen, das Spiel zu drehen", zitiert die offizielle WTA-Webseite Scharapowa. „Ich werde immer fitter auf der Tour, meine Trainer und ich arbeiten sehr intensiv, um wieder in Topform zu kommen und wieder mehr Turniere zu gewinnen. Ich freue mich, dass es mir nun in Stuttgart gelungen ist, wieder auf Topniveau zu spielen", so die French-Open-Gewinnerin von 2012.

 

Comeback nach Verletzung

Es hat vier Monate gedauert, bis Scharapowa nun das erste Turnier nach ihrer Schulterverletzung, die sie sich Ende letzten Jahres zugezogen hatte, gewann. In diesem Zeitraum hatte sie an sechs Turnieren teilgenommen und war dabei dreimal im Halbfinale gescheitert. Im Jahr 2009, als die russische Tennisspielerin sich von der gleichen Verletzung erholt hatte, erreichte sie erst nach sechs Monaten wieder ein Finale und gewann nach sieben Monaten ein Turnier.

Laut Wiktor Jantschuk, einem russischen Trainer, profitierte Scharapowa vom Trainerwechsel. „Maria wurde von Jimmy Connors, dem legendären amerikanischen Tennisspieler trainiert, der in seiner Karriere mehr als 100

Turniere gewonnen hat. Ich sehe schon einen gewissen Fortschritt. Wäre sie nicht verletzt, hätte Maria auch im Rennen um Platz eins in der Tennis-Weltrangliste eine Chance", ist Jantschuk der festen Überzeugung und führt aus: „Dank Connors gewann sie an Haltung, ihr Spiel verbesserte sich und bekam neue Variation. Auch ihr Körper hat davon profitiert, Scharapowa ist viel agiler geworden. Zudem ist es ihr gelungen, ihren Aufschlag ein wenig zu verbessern. Sie spielt jetzt viel souveräner. Scharapowa ist imstande, die Ergebnisse von 2012 zu wiederholen und die French Open zu gewinnen."

 

Der Weg zum Roland-Garros-Turnier

Jimmy Connors gewann in seiner Karriere zwölf Grand-Slam-Turniere. Die von ihm trainierte Scharapowa hat mittlerweile vier gewonnen. Jantschuk ist der Meinung, dass dieses Jahr neue Erfolge für Scharapowa bringen werde, doch als Favoritin in Paris sieht er dennoch die Amerikanerin Serena Williams. Die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste zeige ein phänomenales Spiel, sodass kaum jemand an ihrem Erfolg zweifle. Eine weitere Spielerin, die seiner Ansicht nach gute Chancen hätte, ist die Chinesin Li Na, die Gewinnerin von 2011: „Sie spielt wunderbar in dieser Saison und auf Sand ist sie in ihrem Element. Man darf aber auch nicht die Tennisspielerinnen außer Acht lassen, die oft auf Sandplätzen gewannen:

Sara Errani, Samantha Stosur und Petra Kvitová. Für Scharapowa ist die Auslosung der Spiele wichtig. Sie darf nicht zu früh auf eine topgesetzte Konkurrentin treffen, sie muss erst ihren Rhythmus finden."

Im direkten Vergleich mit Scharapowa liegt Serena Williams mit 18:2 vorne, aber die Statistik sagt, dass Scharapowa auf Sand eine Chance hat. In ihrer Karriere gewann die russische Ausnahmekönnerin 83 Prozent ihrer Sandplatzspiele.

Die ehemalige russische Tennisspielerin Anna Tschakwetadse ist überzeugt, dass Scharapowa sich noch unendlich verbessern könne. „Maria ist eine hervorragende Spielerin. Jährlich verbessert sie ihr Spiel. Sie streut neue Elemente ein, die ihre Gegnerinnen nicht immer sofort erkennen. Dieses Jahr versucht sie, schneller von der Abwehr zum Angriff am Netz überzugehen. Ich habe drei Spielen in Stuttgart gesehen und kann sagen, dass sie in einer guten Form ist. Besonders hat mir das Halbfinale gegen Errani gefallen, dabei machte sie kaum Fehler."

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