Russische Legenden: Über 40 und Spitzensportler

Früh übt sich, wer ein Meister werden will und unbestritten erreichen die meisten Sportler ihre höchste Leistungsfähigkeit bis zum 30. Lebensjahr. Dass man auch darüber hinaus noch sportlich fit und international bei Wettkämpfen erfolgreich sein kann, beweisen diese fünf russischen Spitzensportler.

Sergei Tetjuchin, Volleyballer, 39 Jahre

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Der 39jährige Sergei Tetjuchin hat mittlerweile den fünf Jahre älteren Wadim Chamutzkich als ältesten aktiven Volleyballspieler abgelöst. Chamutzkich, ehemals Zuspieler, arbeitet heute als Trainer. Der Außenangreifer Tetjuchin holte mit der russischen Volleyball-Nationalmannschaft Gold bei den olympischen Spielen in London 2012. Der neue sogenannte Großvater des Volleyballs erklärte danach seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, ist aber noch immer auf Ligaebene erfolgreich. Seine Mannschaft VK Lokomotiv-Belogorje hat im März 2014 wieder die Volleyball Champions League gewonnen. Sergei hatte damit die vierte Europapokaltrophäe seiner Karriere gewonnen und verdiente sich den Preis als bester Spieler des Final-Four-Turniers.

 

Balschinima Zyrempilow, Bogenschütze, 39 Jahre


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Balschinima Zyrempilow kam schon mit 18 Jahren in die russische Nationalmannschaft der Bogenschützen. Der heute 39jährige galt als Wunderkind. Von seinem Debüt 1993 an sollte es noch sechs weitere Jahre bis zu seinem ersten großen Sieg, dem Gewinn des goldenen Pfeils bei der Europameisterschaft 1998, dauern. Zyrempilow kann auf vier Olympiateilnahmen zurückblicken. Er hat den Worldcup gewonnen, ist viermal Europameister geworden und hat bei den Weltmeisterschaften dreimal den zweiten Platz belegt. Zwei dieser Silbermedaillen hat er in der Halle geholt. Dazu kommt eine Vielzahl weiterer Auszeichnungen. Zuletzt war er bei der Europameisterschaft 2013 im armenischen Etschmiadsin erfolgreich. Wahrscheinlich sehen wir Zyrempilow auch bei den olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wieder.

 

Walerij Redkosubow, Ski Alpin, 42 Jahre


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Als Walerij Redkosubow vor elf Jahren im Bergwerk in seiner Heimatstadt Norilsk einen schweren Arbeitsunfall hatte und dabei ein Auge verlor und seitdem auf dem zweiten fast blind ist, hat er wohl noch nicht geglaubt, dass er einmal Olympiasieger werden würde. Doch weil er nicht zu Hause herumsitzen wollte, wo er „vor Langeweile fast gestorben wäre", wie er sich erinnert, begann er zwei Jahre nach seinem Unfall wieder Ski zu fahren, wie schon als Junge. Im Jahr 2007 wurde Redkosubow zweifacher russischer Meister, und im Januar 2014 wurde er zum Helden im internationalen Skizirkus, indem er drei von vier Goldmedaillen in der Kategorie der Sehbehinderten beim Weltcup gewann.

Bei den Paralympics in Sotschi 2014 durfte Redkosubow die Flagge der russischen Paralympics-Mannschaft bei der Eröffnungszeremonie tragen. Er bedankte sich dafür, in dem er gemeinsam mit seinem Mannschaftskapitän Ewgenij Gerojew Gold im Slalom und der Alpinen Kombination holte, sowie Bronze im Riesenslalom.

 

Pawel Franz, Bandy, 46 Jahre


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Im russischen Eishockey mit Ball (auch Bandy genannt) überraschen „betagtere" Spieler niemanden. Schon Nikolai Durakow, der als Legende des Bandy und bester Spieler des 20. Jahrhunderts gilt, war 42 Jahre alt, als er die Schlittschuhe an den Nagel hing. Pawel Franz hat seinen Altersrekord längst eingestellt. Der Verteidiger von Dynamo Kazan und sechsfache Weltmeister ist bereits 46 Jahre alt und hat noch lange nicht vor, Schluss zu machen.

 

Sergei Alifirenko, Sportschütze, 55 Jahre


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Sergei Alifirenko ist noch länger dabei. Der 55jährige holte bereits bei den Olympischen Spielen 2000 eine Goldmedaille und kehrte im vergangenen Jahr wieder in die Stammbesetzung der russischen Nationalmannschaft zurück.

Zuletzt gewann er Gold bei den russischen Meisterschaften 2012 und er gehört noch immer nicht zum alten Eisen. Die nächste Schützengeneration der Alifirenkos steht auch schon bereit. Zwei von drei Söhnen sind in Vaters Fußstapfen getreten. Der jüngste, Alexander, stand 2012 neben seinem berühmten Vater auf dem Siegerpodest, er wurde Dritter.

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