Fifa-Fußball-WM 2018: Für Russland läuft es rund

Bei der WM-Vergabe an Russland ging laut Fifa alles mit rechten Dingen zu. Foto: Wladimir Astapkowitsch/RIA Novosti

Bei der WM-Vergabe an Russland ging laut Fifa alles mit rechten Dingen zu. Foto: Wladimir Astapkowitsch/RIA Novosti

Der Fifa-Ethikrat hat den Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2018, Russland, von Vorwürfen der Manipulation und Korruption bei der WM-Vergabe freigesprochen. Gleichzeitig erklärten die Organisatoren beim World Football Forum in Moskau, dass die russische Wirtschafts- und Währungskrise ohne Folgen für die WM bleibe.

In Moskau fand am vergangenen Donnerstag das World Football Forum 2014 statt. Dabei ging es um die Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018, die in Russland stattfinden wird. Aleksei Sorokin, Generaldirektor des Organisationskomitees „Rossija 2018", erklärte, dass sich die gegenwärtige Rubelschwäche und die Wirtschaftskrise in Russland nicht negativ auf die Vorbereitungen auswirken werden. „Das Budget für die WM wird in US-Dollar aufgestellt. So wird es durch die gegenwärtigen Kursschwankungen nicht beeinflusst", sagte er.

Das Budget liege bei 14,3 Milliarden US-Dollar (etwa 11,5 Milliarden Euro) für den Bau von Stadien sowie notwendiger Infrastrukturprojekte, und dabei werde es auch bleiben, stellte Sorokin klar. „Das Budget muss zurzeit nicht angepasst werden", sagte Sorokin weiter und wies darauf hin, dass die Auftragnehmer bereits ausgewählt worden seien und die für den Stadionbau verwendeten Materialien zum größten Teil aus heimischer Produktion stammten. Daher müssten die Kosten auch nicht neu kalkuliert werden.

Die Fifa jedenfalls scheint zufrieden mit dem Stand der Vorbereitungen in Russland, wie Alexej Milowanow, Generaldirektor von Arena-2018, einem Tochterunternehmen des Organisationskomitees „Rossija 2018", verriet. „Die Stadien, in denen Spiele des Confederations Cup stattfinden, müssen bis zum 1. Mai 2016 fertiggestellt sein, alle anderen Stadien bis zum 1. Mai 2017", beschreibt er den Zeitplan. Milowanow berichtet, dass jedes WM-Stadion über mobile Tribünen verfügen werde und daher auch nach der WM noch genutzt werden könnte, wenn auch teilweise mit weniger Sitzplätzen.

 

Manipulations- und Korruptionsvorwürfe gegen Russland haltlos

Laut der russischen Wirtschaftszeitung „Kommersant" steht nun auch fest, dass es bei der Vergabe der WM an Russland keine Unstimmigkeiten gegeben hat. Bereits im Frühjahr 2010 berichtete die internationale Presse über Korruptionsvorwürfe des ehemaligen Vorsitzenden des englischen Fußballverbands The Football Association (FA), David Triesman. Dieser verdächtigte die Mitbewerber Großbritanniens um die Ausrichtung der WM 2018, Spanien und Russland, der Manipulation der WM-Vergabe sowie einer Schiedsrichter-Bestechung zugunsten der Spanier bei der WM-Endrunde in Südafrika. Diese Vorwürfe hatte Triesman in einem vertraulichen Gespräch mit Melissa Jacobs, einer früheren Regierungsmitarbeiterin, geäußert. Das Gespräch wurde ohne Triesmans Wissen aufgezeichnet und der Presse übergeben. Nach der Veröffentlichung trat Triesmann vom Fußballverband zurück und die FA entschuldigte sich offiziell bei der russischen Fußballunion. Der Ethikrat der Fifa hatte angekündigt, den Fall untersuchen zu wollen.

Nun steht fest, dass Triesmans Vorwürfe unbegründet waren. Allerdings habe die Fifa die „eingeschränkte Mitarbeit der Moskauer Seite" gerügt, betont der „Kommersant". Russland habe eine Überprüfung der Computer

der Mitglieder des Bewerbungskomitees verweigert. Sorokin erklärte dazu am Rande des World Football Forums, dass diese Computer gemietet gewesen und daher die Daten darauf ohnehin bereits gelöscht worden seien.

Im Bericht gibt die Fifa zu, von russischer Seite Geschenke erhalten zu haben, die jedoch aufgrund ihres geringen finanziellen Wertes mehr symbolischen Charakter gehabt hätten. Außerdem seien Flüge und Unterkünfte bei Russland-Reisen von Fifa-Mitarbeitern vom Gastgeber bezahlt worden. Dies stünde jedoch im Einklang mit den Regeln der Fifa.

Der Ethikrat stellte schließlich fest, dass es keinen Anlass gebe, die Auswahlmechanismen, durch die Russland Gastgeber der WM 2018 wurde, in Frage zu stellen. „Damit ist der Fall abgeschlossen", resümierte der Vorsitzende der rechtsprechenden Kammer des Ethikrates, der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert.

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