Russische Freediving-Sportlerin mit den meisten Wettkampftiteln weltweit gilt als verschollen

Natalja begann mit dem Freediving, als sie 40 Jahre alt war.

Natalja begann mit dem Freediving, als sie 40 Jahre alt war.

Molchanova.Ru
Die Unterwassersuche nach der Präsidentin der Freediving-Föderation Russlands Natalja Moltschanowa, die in der Nähe der Insel Formentera (Spanien), brachte keine Erfolge. Die Rettungsgruppe wird die Suche nach der 53-jährigen Sportlerin an der Wasseroberfläche fortsetzen.

Die Russin verschwand am 2. August ca. 3 km nord-westlich vom la Savina Hafen auf der Insel Formentera. Die Sportlerin tauchte apnoe in ca. 30-40 Meter Tiefe, ohne Flossen und nicht im Rahmen eines Wettbewerbs oder Trainings. Wie National Geographic berichtet, entfernte sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt von der Gruppe und geriet vermutlich in eine starke Unterwasserströmung. Die lokalen Rettungsdienste erzählten bereits, dass es an dieser Stelle ausgeprägte Tiefenströmungen geben kann. Der Aussage der Föderationsvertreterin Galina Swerjajewa zufolge hoffen die Angehörigen Moltschanowas weiterhin, dass sie am Leben ist. 

Natalja begann mit dem Freediving, als sie 40 Jahre alt war. Die Meisten verwerfen in diesem Alter ihre Sportkarrieren, Natalja hingegen begann sie damals erst und zeigte der ganzen Welt, dass die Möglichkeiten des Menschen außergewöhnlich sind. Sie hält sieben der aktuell acht Weltrekorde. Zwei Monate vor der Tragödie gewann Moltschanowa weitere zwei Goldmedaillen auf der Freediving-Weltmeisterschaft in Belgrad. Insgesamt sammelte Natalja in ihrer sportlichen Laufbahn 23 Goldmedaillen von Weltmeisterschaften. 

Nur zwei Menschen kennt die Geschichte des Freedivings, die ähnliche Ergebnisse vorweisen konnten: Den Österreicher Herbert Nitsch, der Rekorde in allen Freediving-Disziplinen aufstellte und den Sohn Nataljas Alexej Moltschanow, der die Weltrekorde im Strecken- und Tiefentauchen mit Flossen hält.

Weitere außergewöhnliche Eigenschaften Moltschanowas sind die Fähigkeit, die Luft für über neun Minuten lang anzuhalten, 101 Meter tief mit einer Monoflosse zu tauchen und in nur einem Atemzug 234 Meter weit zu tauchen.

Außer ihren sportlichen Errungenschaften ist Moltschanowa PhD-Inhaberin für Pädagogik und Autorin vieler Forschungsartikel und Lehrmaterialien zum Freediving. Natalja ist Gründerin und aktuelle Präsidentin der Russischen Freediving-Föderation. Ihre originären Programme werden für das Lehren des Freedivings in vielen Ländern der Welt verwendet, so auch in England, Spanien, Portugal, Japan und Südkorea.

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