Meldonium-Affäre: Gute Aussichten für Russlands Sportler?

Maria Scharapowa kann amnestiert werden und bei den diesjährigen Olympia-Spielen antreten.

Maria Scharapowa kann amnestiert werden und bei den diesjährigen Olympia-Spielen antreten.

Reuters
Wada lockert Regularien und akzeptiert höhere Meldonium-Grenzwerte.

Es sieht nach einer guten Nachricht für die russischen Top-Athleten aus. Laut ihrer heute veröffentlichten Zwischenprüfung hält die internationale Anti-Doping-Agentur den Meldonium-Blutgehalt von unter einem Mikrogramm pro Milliliter für zulässig.

Dieser Wert des seit Jahresbeginn verbotenen Wirkstoffs attestiert laut Wada „eine unbeabsichtigte Einnahme des Präparats“ – sofern die Sportler ihre Proben vor dem 1. März 2016 abgegeben hatten.

Wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, wurden 158 Sportler aus 15 Ländern positiv auf Meldonium getestet. Mindestens 31 russische Athleten – unter ihnen die russische Tennis-Spielerin Maria Scharapowa – werden verdächtigt, die seit dem 1. Januar 2016 verbotene Substanz konsumiert zu haben.

Die Suspendierungen russischer Eisschnellläufer Pawel Kulischnikow und Jekaterina Konstantinowa, sowie des Shorttrackers Semjon Jelistratow könnten nun aufgehoben werden: „Die Meldonium-Konzentration in den Proben der Athleten liegt deutlich unter einem Mikrogramm“, sagte Alexei Krawzow, Chef des Verbands der Eisschnellläufer Russlands.

Die Chance auf Amnestie hätten auch die vierfache Schwimmweltmeisterin Julia Jefimowa und der Volleyballer Alexander Markin, berichtet das Nachrichtenportal R-Sport. „Auch die russischen Leichtathleten haben alle Chancen auf Freispruch“, sagte der Läufer Andrei Mendschulin gegenüber R-Sport.

Maria Scharapowa könne ebenfalls amnestiert werden und bei den diesjährigen Olympia-Spielen antreten, sagte der Chef des russischen Tennisverbands, Schamil Tarpischtschew, gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti: „Die endgültige Entscheidung ist eine Sache des internationalen Verbands“ betonte er.

RBTH-Check:

Meldonium wurde in den siebziger Jahren in Lettland entwickelt. Ursprünglich war es dazu bestimmt, Nutzpflanzen- und Tierwachstum zu stimulieren. Nach klinischen Tests wurde es Anfang dieses Jahrhunderts zur Vorbeugung der ischämischen Herzkrankheit, zur Verbesserung des Blutkreislaufs im Gehirn und zur Linderung von Entzugserscheinungen bei Alkoholismus als wirksam eingestuft. Das Präparat ist ausschließlich in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion registriert, wo es frei käuflich ist.

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