Wo sich Start-ups und Kapitalanleger treffen

Dmitrij Repin, Direktor des Moskauer Technoparks Digital October. Foto: Pressebild

Dmitrij Repin, Direktor des Moskauer Technoparks Digital October. Foto: Pressebild

Dmitrij Repin, Direktor des Moskauer Technoparks Digital October, erzählt über die Rolle seines Zentrums für Start-ups.

Dmitrij Repin, Direktor des Moskauer

Technoparks Digital October.

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Was ist Digital October?

Seit unserem Start vor zwei Jahren sind wir zum Zentrum der russischen Start-up-Landschaft geworden. Unsere Geschäftszentrale in der ehemaligen Schokoladenfabrik Roter Oktober im Herzen Moskaus ist ein Platz für global ausgerichtete Technologieunternehmer: Hier treffen große Ideen auf geniale Menschen.

Wir richten internationale Konferenzen aus, die den neuen Technologien gewidmet sind,und laden Unternehmer ein. Wir führen innovative Technologieprodukte vor und haben eine Show auf dem Radiosender Business-FM. Unser Hauptevent ist das TechCrunch im Dezember, unser nächstes großes Ereignis die Demo Europe im Juni.


Und wie gehen Sie mit russischen Start-ups um?

 Wir überprüfen sie auf Herz und Nieren. Ihr Ziel sollte sein, zur Weltspitze zu gehören. Start-up-Unternehmen sollten von ausländischen Investoren

unterstützt werden. Und wir bemühen uns, 
Unternehmer mit privaten Anlegern und Risikokapitalgebern zusammenzubringen.

Wonach sollten ausländische Investoren suchen, wenn sie sich an einem russischen Start-up-Un- ternehmen beteiligen wollen?

 Es gibt zwei Arten von Unternehmen, in die man investieren kann: effiziente Firmen, die auf den lokalen Markt ausgerichtet sind und eine originelle Geschäftsidee haben. Oder Firmen, die sich am Weltmarkt orientieren. Russische Start-up-Unternehmen sind zum Beispiel bei Computerspielen erfolgreich wie Zeptolab mit seiner Erfolgsgeschichte „Cut the Rope".


Worin besteht Russlands Wettbewerbsvorteil bei der Gründung eines Technologie-Start-ups?

Russland verfügt über ein unglaubliches intellektuelles Potenzial bei seinen Softwareentwicklern. In der Welt des Softwareengineering-Outsourcing hat das Land immer noch einen Vorsprung gegenüber Indien und China, wenn es um Finanzdienstleistungen und Tourismuswebsites geht, weil diese komplizierte mathematische Algorithmen enthalten – etwas, worin die Russen sehr erfahren sind.


Welche Probleme haben russische Start-up-Unternehmer?

Sie stehen denselben Problemen gegenüber wie die gesamte Gesellschaft: schlechten Gesetzen und ihrer schlechten Umsetzung. Sie werden mit bürokratischem Schreibkram überfrachtet und müssen ihre Finanzierung oft außerhalb der russischen Rechtsprechung strukturieren.


Setzt sich die Abwanderung von Fachkräften aus Russland fort?

Im Technologiebereich ist die Abwanderung noch zu spüren, aber im Management gibt es eine umgekehrte Tendenz – immer mehr Führungspersonal kommt zurück. Ich bin ein Beispiel dafür: Ich habe acht Jahre als Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology gearbeitet. Dann kam ich zurück und unterrichtete im Technologiepark Skolkowo, bis ich zu Digital October ging.

 

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